Justin Sullivan - Navigating by the stars

Justin Sullivan- Navigating by the stars

Attack Attack / Zomba
VÖ: 17.02.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Seemannsgarn

Dem Meer und seiner Faszination sind schon viele künstlerische Versuche entsprungen. Nicht zuletzt Ernest Hemingway schuf mit seinem alten Mann ein sprichwörtliches Vorbild für Momente, in denen Menschen versonnen in die flüssige Ferne blicken. Auch in der Musik gibt es viele Beispiele der vertonten Sehnsucht nach der Weite und Unendlichkeit der See. Daß in den Meeren viele Geschichten verborgen sind, versucht "Navigating by the stars" zu erhellen. Wie der Leuchturm am fernen Ufer.

"Now the thick warm crem light fades down into the mist from the sea" macht den Anfang. Justin Sullivan, Sänger der Briten von New Model Army, widmet sich auf seinem Soloalbum ganz der Mystik der weiten Meere. Er setzt seiner persönlichen Vorliebe ein angenehmes Denkmal, das in guten Momenten herausragt, in schlechteren Momenten aber leider auch langweilt. "I dream of the ocean and the beautiful skies rolling out to sea" bringt die Intention Sullivans auf den textlichen Punkt. Hier ist ein Musiker ganz mit sich alleine und konzentriert sich auf das Wenige, was ihm zur Verfügung steht.

Eine stets präsente Gitarre, ein zaghaftes Schlagzeug und seine zweifelsohne herausragende Stimme fügren sich zusammen zu einem ruhigen Album, das die Qualitäten New Model Armys ausnutzt, um auch im Alleingang zu überzeugen. Vorbild sind die Stücke von "Living in the rose - The ballads EP", auf der die Briten unterstrichen, daß das wahre Können der Band nicht ausschließlich in den schnelleren und zornigen Single-Hits zu finden ist. Träumen ist erlaubt - Sullivan spricht in seinen Songs immer wieder von Momenten, in denen man mit sich selbst ausmachen muß, wie es weitergeht. Nicht nur das Meer hat es dem Herrn angetan; auch Berge, Wüsten und weite Straßen werden zum Terrain seiner Geschichten.

Leider bleibt "Navigating by the stars" nicht auf einem durchgehend hohen Niveau. Nach furiosem Start regiert zwischendurch eine Prise Langeweile. Das ist schade, denn der Mann kann es besser. "Ocean rising" beispielsweise gehört weit nach vorne auf die Liste der besten Songs, die Sullivan in seiner Karriere je zustandegebracht hat. Nur "Tales of the road" beispielsweise oder das folgende Titelstück plätschern praktisch vor sich hin. Am Ende steht die Nachdenklichkeit über das Gewesene: "Maybe it's time, maybe it's time / To turn this ship around." Zeit sich zu verändern also - auch das New Model Army Schiff könnte schließlich ein wenig aufbrausenden Wind gebrauchen. Bis dahin kann man sich durchaus mal mit Justin Sullivan im Boot dahintreiben lassen. Dem Horizont entgegen.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • Blue ship
  • Ocean rising

Tracklist

  1. Twilight home
  2. Blue ship
  3. Ocean rising
  4. Sentry
  5. Tales of the road
  6. Navigating by the stars
  7. Sun on water
  8. Ghost train
  9. Green
  10. Home
  11. Changing of the light
  12. Apocalypse dreams

Gesamtspielzeit: 57:28 min.

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