Black Map - In droves

Black Map- In droves

Long Branch / SPV
VÖ: 10.03.2017

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Experimentelle Schnörkellosigkeit

Die Gleichung ist eigentlich relativ simpel, sodass selbst der unmathematischste Hinterwäldler folgen kann: Ben Flanagan (Trophy Fire) + Mark Engles (Dredg) + Chris Robyn (Far) = Black Map. Allesamt etablierte Bands, Supergroup, lalala, sehr gut: Abgehakt! Ähnlich unkompliziert wie die Rechenaufgabe ist auch der Sound des Debütalbums "...And we explode" aus dem Jahr 2014 gestrickt, denn dieser setzt sich lediglich aus allen notwendigen Klangkörpern zusammen, die in Verbindung lupenreinen Rock ergeben, der auf jeglichen unnötigen Ballast verzichtet und stattdessen durchgängig auf schwere Riffs baut. Nicht mehr, aber glücklicherweise auch nicht weniger.

Es dauert exakt 26 Sekunden, bis klar wird, dass Black Map ihre musikalische Reise auf "In droves" konsequent fortsetzen. Last.fm scrobbelt keine Songs unter 30 Sekunden, das heißt: Für die Statistikplattform existiert "Transit I" nicht einmal. Und dennoch sorgt das Intro zumindest eine kurze Zeit lang für Ungewissheit. Dann aber folgen die bereits bekannten Versatzstücke: Bombastische Gitarrenwände, druckvolle Basslinien und treibende Drums. Die Beschreibung gestaltet sich ohne die Verwendung von standardisierten und vollkommen ausgelutschten Rockrezensionsmetaphern abermals als schwer, ja nahezu unmöglich, könnten hier jedoch treffender nicht sein.

Black Map verbinden dabei Härte, aber auch Fragilität zugleich – wenn auch im wohl dosierten Rahmen. Während ersteres insbesondere aus der minimalistischen Auswahl an Instrumenten resultiert, die stets und ständig auf Anschlag gedreht sind, entsteht die gefühlvolle Seite mithilfe der Stimme von Ben Flanagan. In manchen Momenten wiederum, wie in den Strophen von "Ruin", lässt er jeglichen aggressiven Emotionen freien Lauf. Die beiden Gegensätze sorgen letztendlich auch dafür, dass trotz der wenigen eingesetzten Mittel nie Langeweile aufkommt.

Doch auch wenn die Versatzstücke insgesamt kaum variieren: Völlig deckungsgleich mit "...And we explode" ist der Nachfolger nicht. Die drei kurzen "Transit"-Abschnitte verbreiten eine ungewohnte, treibende Atmosphäre, die zum Teil auch in Songs wie "Dead ringer" und "White fence" zum Tragen kommt. In diesen Momenten ist der große Bruder in Form von Dredg zum Greifen nah, und es setzt beim Gedanken an die früheren Meisterwerke der Prog-Pop-Gruppe unmittelbar ein dickes Gefühl der Melancholie ein. Wenigstens befinden sich Black Map weiterhin in der Hochphase ihres Schaffens, sodass jegliche retrospektive Gedanken direkt wieder aufgrund der Freude über diese schnörkellose, leidenschaftliche Musik verschwunden sind.

(Christian Laude)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Run rabbit run
  • Ruin
  • No color

Tracklist

  1. Transit I
  2. Run rabbit run
  3. Foxglove
  4. Ruin
  5. Heavy waves
  6. Dead ringer
  7. Octavia
  8. Transit II
  9. No color
  10. Indoor kid
  11. White fence
  12. Just my luck
  13. Cash for the fears
  14. Transit III
  15. Coma phase

Gesamtspielzeit: 49:18 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Informatic

Postings: 11

Registriert seit 18.07.2013

2017-08-17 01:33:53 Uhr
Black Map haben mit "In Droves" ein ganz hervorragendes Album abgeliefert. "Run Rabbit Run" und "Just my luck" sind ganz großes Kino. Zum Glück hat sich Gitarrist Mark Engles mit dieser Combo neben Dredg einer zweiten großartigen Band verschrieben. Und Sänger Ben Flanagan war ja schon bei Dredg's Live Konzerten als Gitarrist mit am Start.
Ich hoffe, wir werden von Black Map noch weitere gute Alben hören dürfen!
Borchöltchen
2017-03-27 22:11:23 Uhr
Gefällt mir ausgesprochen gut, wird gekauft.
hm....
2017-03-09 15:39:55 Uhr
run rabbit run hat schonmal was von atdi, nur ganz und gar nich so gut. no color is leider auch nur bisschen mehr als nett. thrice grüßen auch, klar. anyways - ich glaub nich, dass das noch sonderlich wachsen wird.

Armin

Postings: 14507

Registriert seit 08.01.2012

2017-03-08 21:40:36 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Threads im Plattentests.de-Forum

Anhören bei Spotify