Mustasch - Above all

Mustasch- Above all

Majesti / EMI
VÖ: 24.02.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Schweine und Steine

Skandinavien hat sich innerhalb des letzten Jahrzehnts zum umfangreichen Brutstätte nicht nur für Church-burning-rrrruaaarghhh-Todesblei sondern auch einer gepflegteren Art der Kammermusik für Langhaarschüttler entwickelt. Seien es die Schweinerock-Vertreter wie The Hellacopters, Turbonegro oder Gluecifer oder die Staub-und-Steinefresser-Fraktion à la Demon Cleaner und Dozer - die nördlichen Länder Europas haben so manchen Leckerbissen zu bieten. Das hängt natürlich auch die Meßlatte für Nachwachsende ein ganzes Stück höher - aber das Schweden-Quartett Mustasch von der Insel Orust in der Nähe von Göteborg reißen die Latte mit ihrem Zweitling "Above all" nicht. Im Gegenteil, da ist noch gewaltig Platz für einige Zentimeter.

Bei Mustasch, dem neu-alten Projekt von Ex-B-Thong-Frontmann Ralf Gyllenhammar, vermischen sich die Grenzen zwischen Schweinen und Steinen: Der Vierer gibt sich ebenso druckvoll und gleichzeitig melodisch jegliche Mühe, der Nahtstelle der beiden Genres den Faden schmerzhaft rauszuziehen, eine Prise Salz à la Ian Astbury-Stimme (The Cult) in die Wunde zu streuen und das Ganze ein wenig zu rühren. Mustasch verbinden, was eigentlich schon immer zusammengehört - tiefe Gitarren- und Baßarbeit, doch anstatt langgezogen-trockener Riffs kommen meist schweißtreibende Saitenläufe der zwei Gitarristen aus den Brüllwürfeln.

Dabei legen die Göteborger eine erstaunlichen Bandbreite an den Tag: Da stehen die energischen Wutausbrüche wie "I hunt alone" und Brachial-Rocker der Marke "Sympathy for destruction" neben düsteren Stoner-Epen wie das gewaltig doomende "Into the arena" oder der Zweiteiler "Ocean song - Orust", der nach der Soundwallattacke zu einer Piano-Off-Melodie in sich zusammenfällt. Und mit "The dagger" haben Mustasch einen legitime Silbermedaille für den zweitbesten Album-Closer nach Kyuss' "Whitewater" gelandet. "Above all" sind Mustasch damit noch lange nicht, doch die Erwartungen für den nächsten Streich sind hoch. So wahr mir der Schnurrbart wachse.

(Daniel Löb)

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Highlights

  • Down in black
  • I hunt alone
  • Into the arena
  • The dagger

Tracklist

  1. Down in black
  2. I hunt alone
  3. Into the arena
  4. Muddy waters
  5. Ocean song - Orust
  6. Sympathy for destruction
  7. Teenage pacifier
  8. Insanity walls
  9. White magic
  10. The dagger

Gesamtspielzeit: 42:11 min.

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