Bush - Black and white rainbows

Bush- Black and white rainbows

Caroline / Universal
VÖ: 10.03.2017

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Monochrom, monoton

"Wir haben weiche Ziele / Wir sind Plüschophile", sangen Tocotronic noch vor ein paar Jahren. Na denn. An Bushs siebten Album "Black and white rainbows", dem mittlerweile dritten nach der Wiedervereinigung, hätten die Hamburger demnach wohl ihre helle Freude. Es ist eine Sache, eine Platte "poliert", "weichgespült" oder "glatt" zu produzieren. Eine ganz andere ist "Black and white rainbows" geworden. Es ist ein aggressiv machendes Nichts, wie das ekelhafte Gefühl, wenn das begrüßende Gegenüber einen zu laschen Händedruck hat. Nach einem Hördurchgang des neuen Werks von Gavin Rossdale & Co. kommt einem die oft schon verspottete "Ellipsis"-Platte von Biffy Clyro plötzlich wie reinster Death Metal vor, ehrlich. Selbst ein Worst of Jimmy Eat World zwischen "Futures" und "Integrity blues" hätte mehr Stil als der hier versammelte und versemmelte Haufen. Ebenso die immerhin mäßigen Vorgänger "The sea of memories" und "Man on the run". Der Albumtitel sollte schon Warnung genug sein. Denn was sind Regenbogen ohne die Farben? Genau. Ziemlich kacke.

In instrumentaler Hinsicht bieten die Briten die altbackensten Riffs an, die seit der Untot-Werdung des Grunge nicht entstaubt wurden – was noch ungefähr den besten Teil der servierten Musik darstellt. Auch wenn stets auf das intuitive Gespür Verlass ist, dass gute Ansätze innerhalb kurzer Zeit wieder komplett zunichte gemacht werden. Fährt "Dystopia" so etwas wie einen gelungenen Groove auf, fällt das Kartenhaus mangels Melodie in sich zusammen. Der übertriebene Megapathos der Strophe von "Ravens" implodiert anschließend in dem lauen Wind, der sich Refrain schimpft. Und wenn der Closer "People at war" wenigstens einen interessanteren elektronisch geprägten Sound auffährt, wird dieser in über fünf hooklosen Minuten deutlich zu lange totgeritten. Da geht "Peace-s" mit seiner hübsch verspielten Gitarrenlinie als einsames Highlight durch – und das, obwohl das Wortspiel im Namen für die ganz Doofen in der Bridge noch einmal ausbuchstabiert wird: "P.E.A.C.E.S." Ja, okay. Super witzig, Gavin.

Sicher hat der Mann nach der Trennung von Gwen Stefani eine schwere Zeit hinter sich. Die Schmerzen besingt er gleich gefühlt hundertfach im Opener: "Still got mad love for you, baby." Ein großer Dichter war er noch nie, aber hier scheint er nicht nur von der Ex, sondern von allen guten Geistern verlassen. "Hold on to your inner sense / Hold on to your soul", "The future is now / And it's always been", "There is murder in the streets / Don't need murder in the houses", "There she goes / Sister Rose" – es ließen sich problemlos zehn weitere Absätze mit solchen platten Reimen, Klischees und Schwachsinnigkeiten füllen. Zumindest die erklärte Lieblingsstelle des Rezensenten sei noch erwähnt: "Kisses will end some day / It's a sad day when the kisses end." Rossdale bringt das Schiff hier mit allen Kräften zum Sinken – wenn nicht gerade durch die Texte selbst, dann durch vollkommen arhythmisch in den Takt gepresste Gesangsfiguren oder eine unfassbar ungelenke spanische Einlage im Refrain von "Toma mi corazon".

Was löst "Black and white rainbows" aus? Es ist letztlich eine Mischung aus Wut und Mitleid. Wut über die verlorene Zeit aufgrund des mit knapp einer Stunde viel zu langen, eintönigen Albums. Wut über die platte Seichtheit und Ideenlosigkeit, welche nach spätestens drei Songs völlig kirre im Kopf machen. Aber auch Mitleid mit dieser Figur Gavin Rossdale, der oft als Cobain-Abziehbild belächelt wurde und dessen wiederformierte Band nach Schwelgen in der Mediokrität nun in der Lächerlichkeit angekommen scheint. Welches Gefühl vorherrscht, hängt allein davon ab, ob man "Black and white rainbows" nun gerade hört oder eben nicht. Denn beim Konsum relativieren sich automatisch alle Ansätze der Vergebung. Darum: ein Herz für Rossdale und hingegen nichts als Ignoranz für diese Platte. Nach George W. und "Black and white rainbows" wäre es höchste Zeit, den Begriff Bush wieder positiv zu besetzen.

(Felix Heinecker)

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Highlights

  • Peace-s

Tracklist

  1. Mad love
  2. Peace-s
  3. Water
  4. Lost in you
  5. Sky turns day glo
  6. Toma mi corazon
  7. All the worlds within you
  8. Nurse
  9. The beat of your heart
  10. Dystopia
  11. Ray of light
  12. Ravens
  13. Nothing but a car chase
  14. The edge of love
  15. People at war

Gesamtspielzeit: 57:51 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Dennisoll
2017-09-27 14:40:51 Uhr
Wie sehr ich eine solche Politik, ganz unabhängig von Bush, hasse. Da kaufst du dir das Album nahe am Erscheinungstag, vielleicht sogar aus Verbundenheit mit der Truppe ohne groß reinzuhören, und dann hauen die ein halbes Jahr später eine Art Deluxe-Version raus mit zusätzlichen Liedern oder einer neuen Single zum gleichen Preis. Ist zum Glück recht selten geworden und durch die vielen Editionen am Erscheinungstag oft auch schon abgedeckt, aber ärgern tut´s mich immer noch.

Armin

Postings: 10059

Registriert seit 08.01.2012

2017-09-27 12:23:17 Uhr - Newsbeitrag
BUSH kündigen TOUR–EDITION von „BLACK & WHITE RAINBOWS“ für den 06.10.2017 via BMG Rights Management an

Europakonzerte am 23.09.2017 nach vier Jahren Tourpause gestartet





Mit ihrem siebten Studioalbum BLACK AND WHITE RAINBOWS „TOUR EDITION“ im Gepäck, haben BUSH soeben ihre erste Tour seit vier Jahren gestartet und passend dazu das Video zur brandneuen Single „Lost in You“ veröffentlicht:

Gavin über die Single: „‘Lost in You‘ ist ein Song über den Zyklus der Liebe, die Gefahr von Verhaltensmustern und darüber, dass wahre Liebe auch bedeutet sich in dem Gegenüber zu verlieren. Das Video dokumentiert eine Beziehung, die wunderschön ist bis sich die ersten Brüche zeigen und man sich die Frage stellt: 'wie stark ist diese Liebe wirklich und schaffen wir es zurück?'

Vergangenen Frühling sah man Frontmann Gavin Rossdale auf sämtlichen Bildschirmen in Großbritannien als einer der Coaches von „The VOICE UK“. Außerdem spielten BUSH eine frenetisch gefeierte „Homecoming- Show“ im Sheperd's Bush Empire im März dieses Jahres. Mit einer vollbepackten Setlist aus Klassikern und neuen Lieblingstiteln stellte Gavin nochmals unter Beweis, dass er einer der besten Männer im Rock-Business ist.


Hier alle deutschen Live Dates auf einen Blick:

29 Sep 2017 E-Werk - Köln

06 Okt 2017 Große Freiheit 36 - Hamburg

07 Okt 2017 Komplex - Zürch / CH

08 Okt 2017 Gasometer - Wien / AT

09 Okt 2017 TonHalle - München

(Tickets gibt es u.a. unter http://bushofficial.com/tour)

hubschrauberpilot

Postings: 3050

Registriert seit 13.06.2013

2017-05-22 17:44:04 Uhr
Ich versuche Bush immer noch etwas positives abzuringen, aber hier hört der Spaß doch nun wirklich auf...

Armin

Postings: 10059

Registriert seit 08.01.2012

2017-05-22 12:13:00 Uhr - Newsbeitrag
BUSH AB 29. SEPTEMBER MIT AKTUELLEM ALBUM
"BLACK AND WHITE RAINBOWS" AUF TOUR

29.09. KÖLN, E-WERK
06.10. HAMBURG, GROSSE FREIHEIT
07.10. CH-ZÜRICH, KOMPLEX
08.10. A-WIEN, GASOMETER
09.10. MÜNCHEN, TONHALLE

VIDEO ZUR SINGLE "MAD LOVE"


Christopher

Postings: 863

Registriert seit 12.12.2013

2017-03-11 14:07:32 Uhr
Der Refrain von "Mad love" ist ja ein Armutszeugnis.
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  • Bush (107 Beiträge / Letzter am 06.03.2017 - 02:07 Uhr)