Cranial - Dark towers / Bright lights

Cranial- Dark towers / Bright lights

Moment Of Collapse / Broken Silence
VÖ: 10.02.2017

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Vom Ende an

Man hat es ja schon 2014 ahnen können, dass die Auflösung der Bergliebhaber von Omega Massif zwar eine traurige Sache, aber nicht das Ende der Welt sein wird. Weil von den beteiligten Personen wohl niemand einen Gedanken daran verschwendet hat, nicht weiter musikalisch aktiv zu sein. So durfte man im September letzten Jahres schon den weniger Instrumentalen, aber sehr gelungenen Langspieler von Phantom Winter bewundern. Jetzt also Cranial, die nächste Band, die sich aus den Überresten von Omega Massif erhebt und die schon 2015 mit ihrer EP "Dead ends" aufhorchen ließ. Und die es sich zur Aufgabe gemacht hat, mit "Dark towers / Bright lights" genau dort weiterzumachen, wo sie 2015 aufgehört hatten.

Das meint bei wirklich fiesen Brocken, die irgendwo zwischen Doom, Drone, Sludge und Post-Metal-Irgendwas ihre Kräfte sammeln und sie dann bei Bedarf mit einer Urgewalt auf ihre Hörer herabschleudern, dass selbst abgebrühten Metal-Zampanos Angst und Bange wird. Bei Bedarf, weil diese vier Stücke stolze 45 Minuten Zeit für sich in Anspruch nehmen. Zeit, in der eben nicht durchgehend draufgebolzt wird. Obwohl das furiose Eröffnungsstück "Dark" nach kurzem Umherirrlichtern im Industrial-Gruselkabinett erst mal genau das tut. Draufkloppen, als gäbe es kein Morgen mehr. Ohne sich im einschläfernden Stumpfsinn zu verrennen. Im Gegenteil, das Stück wird mit Bedacht aufgebaut, bekommt Gesangsparts aus der Vorhölle an die Seite gestellt und wird schließlich, wenn man glaubt, der Song müsste gleich über sich selbst stolpern, komplett auseinandergenommen, neu gestartet und in ganz unvermutete Richtungen geschickt. Hin zu einem Part, der die großen Melodien versucht und dabei gewinnt. Ein Monstrum von Opener. Der nebenher deutlich macht, für was es solch abgefahrene Wörter wie Monolith eigentlich gibt.

Der aber auch die Latte ziemlich hoch legt für die anderen drei Songs, die an dieser Stelle noch warten. Die Angst, dass sich die Stilmittel der Band auf Albumlänge als beschränkt oder gar abgenutzt erweisen würden, ist allerdings unbegründet. Mindestens, zeigt doch gerade der zweite Teil aus "Bright" und "Lights", wie versiert die Würzburger hier zu Werke gehen. Auf den ersten Blick meint man noch den Grund für die offensichtliche Zweiteilung des Albums nicht erkennen zu können. Nach und nach aber geben die Songs ihre Unterschiede preis, finden sich gerade im Closer "Lights" feinsinnige Melodien hinter all dem Getöse, die "Dark towers / Bright lights" auch auf lange Sicht interessant bleiben lassen. Und außerdem dafür Sorge tragen, dass die Songs bei all der Urgewalt, mit der sie mitunter aufwarten, nicht aus dem Ruder laufen. Sich einen cleveren Sinn für's Eingängige bewahren, ohne allzu simpel gestrickt zu werden. Und wenn "Lights" sein atemloses Schlussfeuerwerk abgebrannt hat, möchte man gar nicht glauben, dass tatsächlich schon 45 Minuten vergangen sind. So ist das Ende von Omega Massif schon zum zweiten Mal ein neuer Anfang. Und was für einer.

(Martin Smeets)

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Highlights

  • Lights

Tracklist

  1. Dark
  2. Towers
  3. Bright
  4. Lights

Gesamtspielzeit: 44:47 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
ka.cki
2017-02-15 13:47:50 Uhr
geiler emo-shit

Armin

Postings: 15654

Registriert seit 08.01.2012

2017-02-10 18:31:26 Uhr

The MACHINA of God

Postings: 17127

Registriert seit 07.06.2013

2017-02-04 22:05:32 Uhr
Vorabsongs gefallen schon mal.

Armin

Postings: 15654

Registriert seit 08.01.2012

2017-02-01 22:06:52 Uhr
Frisch rezensiert.



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