Der Ringer - Soft kill

Der Ringer- Soft kill

Staatsakt / Caroline / Universal
VÖ: 27.01.2017

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Keine Band für eine Nacht

Unser aller Lieblings-Plattentests.de-Leser Casper teilt auf Instagram regelmäßig seine Platten und Songs des Monats. Und wie man es an dieser Stelle im Jahrespoll tat, so veröffentlichte der Bielefelder Ende Dezember seine Top-10-Songs 2016. Auf Platz vier: Der Ringer mit "Schwarm" von ihrer EP "Glücklich" aus dem März. Das Spex-Magazin sieht in der Truppe eine neue Generation Hamburger Bands im Kommen, die endlich mal diese ganze Hafenromantik-Chose ausklammert. Mehr Vorschuss-Lorbeeren kannste vor Deinem Debütalbum eigentlich gar nicht bekommen. Das jedenfalls erscheint jetzt und man bekommt den Soft Punk von Der Ringer nunmehr auch im Longplayer-Format auf die Ohren.

Soft Punk? So nennen es die fünf Jungs selbst. Wie das klingt? Als würden Isolation Berlin – mit denen es auch schon eine gemeinsame EP gab – Peter Schillings "Major Tom" covern. Hipstermucke in space also. Und so ist der erste Track "Orbit" thematisch schon mal mehr als passend. Dabei klingt der Titel eingangs wie eine Hommage an "Like eating glass" von Bloc Party, aber spätestens wenn der Autotune-Gesang einsetzt wird dem Hörer gewahr, das Nullerjahre-Indie-Rock hier nur einer der Einflüsse war. Ansonsten nämlich ist das 80s-Revival in vollem Gange. So beschreibt das folgende "Apparat" einen Internet-Chat aus Sicht eines unbedarften Achtzigerteens. Als ob es in Zeiten von Tinder noch echte Gefühle gäbe. Das hat Charme. Auch hier spielen pfeifende Synthies wieder eine vordergründige, aber nie überfordernde Rolle.

Dem NDW-Stil verfällt "Morton Morbid". Gitarre und Tambourin lösen sich bisweilen vom Breakbeat, ansonsten groovt er stracks nach vorn. Wie Bilderbuch in schlechtlaunig kommt "Mikroskop" daher, das abermals einen nerdigen Bezugspunkt sucht. Der Ausbruch mit hymnischer Gesangslinie, umgarnt von Helikoptergeräusch und wabernden Drones, bildet das furiose Finale des Tracks. Bei "Knochenbrecher" lässt das Effektgerät die Gesangsstimme Whisky gurgeln. Die Instrumentierung erinnert zunächst an The Killers zu "Mr. Brightside"-Zeiten, einzig das nach vorne peitschende Piano hebt sich ab. Der tatsächliche Knochenbruch geschieht effektvoll frei von Worten, das erschüttert das Gebein, lässt es aber schließlich aufrecht stehen.

Wo das Gerippe gerade noch hält, da zeigen sich Der Ringer in den langsameren Titeln "Frost" und "Kanada" – es passt ja auch so gut zusammen – ganz zerbrechlich. Ersteres zieht den Winterschlaf der Möglichkeit zu Scheitern vor, Zweiteres lebt den begonnenen Traum zweistimmig weiter. Schließlich wartet noch "Violence" mit starker Bassline auf und erzählt eine wirre Geschichte von gruseligen Wesen und Laserwaffen. Als würde He-Man gerade wild mit Skeletor ringen. "Violence, das Virus, das mich quält / Das mir im Weg steht", heißt es da im Chorus und man verabschiedet sich in den nächsten Level. "Ohnmacht" lässt es schließlich noch einmal krachen: Mit Spoken-Word-Intro, das im saftigen Gitarren-Synthie-Gewitter mündet, welches wiederum getragen von der Bassdrum nach vorne marschiert, verabschieden sich Der Ringer.

Es ist ein wirres und verwirrendes Album, dieses "Soft kill". Die Hamburger geben sich musikalisch nicht die geringste Mühe, einmal Klarheit einkehren zu lassen, verbinden dies aber mit eingängigen Botschaften und beleuchten schlitzohrig eine digitalisierte Welt, im Spagat zwischen Natürlichkeit im Offline-Modus und Hyperaktivität im Online-Zustand. Der Ringer machen es dem Hörer leicht über sie zu urteilen, das Spektrum dürfte dabei von "gequirlter Scheiße" bis hin zum Messias-Vergleich reichen. Wer wirklich einsteigen möchte in dieses seltsame Universum fünf junger Typen, dem bleibt nicht anderes übrig, als aufmerksam zuzuhören und dem ganzen Zeit zu geben. Der Ringer sind nicht schüchtern aber charmant zurückhaltend, die steigen nicht direkt mit jedem ins Bett. Definitiv keine Band für eine Nacht.

(Pascal Bremmer)

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Highlights

  • Apparat
  • Mikroskop
  • Knochenbrecher
  • Violence
  • Ohnmacht

Tracklist

  1. Orbit
  2. Apparat
  3. Morton Morbid
  4. Frost
  5. Mikroskop
  6. Soma
  7. Knochenbrecher
  8. Kanada
  9. Violence
  10. Ohnmacht

Gesamtspielzeit: 40:31 min.

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Armin

Postings: 13371

Registriert seit 08.01.2012

2017-06-14 20:03:57 Uhr - Newsbeitrag

Armin

Postings: 13371

Registriert seit 08.01.2012

2017-02-02 19:13:39 Uhr
DER RINGER – SOFT KILL
Album erhätlich via Staatsakt/Caroline International
Neues Video hier: https://youtu.be/FU3no_eTQvM
Altes Video hier: https://youtu.be/SV-c7LG1y80
https://der-ringer.com/
Tourdaten

Caspers viertliebste Band 2016, Der Ringer aus Hamburg veröffentlichten letzten Freitag mit „Soft Kill“ das erste heiß erwartete Debütalbum des Jahres. Sie spielen eine Art digitalisierten Postpunk mit weichen Melodiebögen, den sie selbst „Soft Punk“ nennen. Nach der ersten Albumsingle „Orbit“, einem glühenden Stück Musik, dass nur so vor zeitgemäßer Ästhetik, Auto-Tune und Ohrwurm-Hooks strotzt, veröffentlichen der Ringer heute das neuste Video zu dem ALbum-Track "Morton Morbid":


Wer war Morton Morbid?!

Seelisches Multitasking ohne Ende. Auf dem Screen im neuen Der Ringer-Video geht ein Fenster nach dem andern auf. Chatrooms, Videos. Games und Werbung.
Der Ringer singen dazu von seelischem Verfall. Zum Schluss erstrahlt eine nicht zu erkennende Gestalt und aus allen TABs wird ein Lichtstrahl. Am Ende bleibt einem nichts weiter, als das Video noch einmal zu schauen und nach Indizien für den geheimnisumwobenen Morton Morbid zu suchen. Es bleibt aber zu befürchten, das sMorton Morbid nicht mehr unter uns weilt. Höchstens als Leiche im Keller.

Hier entlang dafür:




Live:

15.02. Hamburg, Hafenklang
16.02. Mainz, Schon Schön
17.02. Stuttgart, 1210
18.02. München, Orange House
19.02. AT-Wien, Orangehouse
21.02. Düsseldorf, FFT
22.02. Leipzig, Naumanns im Felsenkeller
23.02. NL-Groningen, De Gym
24.02. Berlin, ACUD

Booking: landstreicher-booking.de

Das sagt die Presse:

„Eine der vielversprechendsten Bands des Jahres“ Spex



"Wir nennen es wahnsinnig zeitgenössische Popmusik" Musikexpress

„Die Gruppe Der Ringer wird 2017 die Band sein die alle Rahmen sprengen Grenzen zwischen Kunst und Kommerz ausloten und in allen Jahresbestenlisten – vom lokalen Schmierblatt bis zur wirklich relevanten Musikmagazin-Intelligenzija – vertreten sein wird.“ The Gap

„Im Vorfeld mit viel Kredit ausgestattet und eine der am meisten erwähnten Bands auf MusikBlog, bringen Der Ringer ihr Debütalbum an den Start. „Soft Kill“ heißt die Platte und die Hamburger zahlen bis zum letzten Cent zurück.“ Musikblog.de

"Definitiv keine Band für eine Nacht.“ Plattentests.de

„Eine der aufregendsten deutschsprachigen Bands der Stunde.“ Diffus Mag

"Der Ringer klingen wie ein Fiebertraum in einem ganz, ganz weichen Bett.“ BR.de

musie

Postings: 2310

Registriert seit 14.06.2013

2017-01-28 15:56:24 Uhr
super album!!! wow
Henry
2017-01-27 09:55:08 Uhr
Das review schreibt dem Hype nach dem Mund. Der Hype ist in meinen Ohren unbegründet, und das Bewertungsspektrum sollte weder von "gequirltem Scheiß" bis zu "Messias" reichen, das ist einfach mäßiges Mittelmaß. Wahrscheinlich von sympathischen, wohlmeinenden jungen Menschen, die etwas überambitioniert die eigenen Schwächen mit griffigen Labels (Soft Punk - ist wohl ein Witz) und zeitgemäßem Schnick-Schnack (Auto-Tune, fancy pre-listening App) zu überdecken hoffen. Es ist kein "wirres und verwirrendes" Album, wie Pascal schreibt. Es ist in sich recht konsistent. Sehr eindeutig ist ihr Wunsch sich an früh 80er englischen Gitarren-Wave / Post-Punk anzulehnen. Nur das Problem ist, dass Bands wie Comsat Angels, Echo & The Bunnymen, etc.pp wahrscheinlich die besseren Songs, charakteristischere Sänger, zielsicherere Arrangements hatten. Ob in 30, 40 Jahren gealterte deutsche Hipster von heute noch Der Ringer hören wollen? Wenn überhaupt dann schon eher die Originale aus den 80ern. Für jetzt reicht das video vom besten Song "Orbit" und vielleicht die coop mit Isolation Berlin auf deren Split-Single mit "Ich bin so unendlich schön".

Armin

Postings: 13371

Registriert seit 08.01.2012

2017-01-24 18:31:26 Uhr
staatsakt_logo

DER RINGER – SOFT KILL
Album erscheint am 27.01. via Staatsakt/Caroline International
Prelistening in der Emo-App auf:
https://der-ringer.com/
Tourdaten

Caspers viertliebste Band 2016, Der Ringer aus Hamburg veröffentlichen am Freitag mit „Soft Kill“ das erste heiß erwartete Debütalbum des Jahres. Sie spielen eine Art digitalisierten Postpunk mit weichen Melodiebögen, den sie selbst „Soft Punk“ nennen. Nach der ersten Albumsingle „Orbit“, einem glühenden Stück Musik, dass nur so vor zeitgemäßer Ästhetik, Auto-Tune und Ohrwurm-Hooks strotzt, veröffentlichen der Ringer heute ein exklusives Album-Prelistening. Und der Ringer wären nicht der Ringer, wenn sie sich nicht etwas ganz besonderes überlegt hätten: Auf ihrer Homepage lassen sich die Songs in einer App mit den Emotionen des Zuhörers steuern. Musik, die dich zum Lächeln zwingt. Genial, oder?

Hier entlang dafür: https://der-ringer.com/


„Wir wollen mit diesem exklusiven Premium-Prelistening unseren f@ans eine maximale Interaktion mit unserem Produkt „Soft Kill“ bieten. Durch ihre Emotionen vor der Webcam können sie die Songs beeinflussen und ihre eigene Reaktion auf die Songs beobachten. Außerdem steht unser hauseigener Chatbot bereit, um Fragen zum Album oder zum Leben im allgemeinen zu beantworten. Der Sinn des Lebens wird hier nicht erklärt, aber es kommt dem schon ziemlich nahe.“

Das sagt die Presse:

„Eine der vielversprechendsten Bands des Jahres“ Spex



"Wir nennen es wahnsinnig zeitgenössische Popmusik" Musikexpress


„Die Gruppe Der Ringer wird 2017 die Band sein die alle Rahmen sprengen Grenzen zwischen Kunst und Kommerz ausloten und in allen Jahresbestenlisten – vom lokalen Schmierblatt bis zur wirklich relevanten Musikmagazin-Intelligenzija – vertreten sein wird.“ The Gap

„Im Vorfeld mit viel Kredit ausgestattet und eine der am meisten erwähnten Bands auf MusikBlog, bringen Der Ringer ihr Debütalbum an den Start. „Soft Kill“ heißt die Platte und die Hamburger zahlen bis zum letzten Cent zurück.“ Musikblog.de

"Definitiv keine Band für eine Nacht.“ Plattentests.de

„Eine der aufregendsten deutschsprachigen Bands der Stunde.“ Diffus Mag

"Der Ringer klingen wie ein Fiebertraum in einem ganz, ganz weichen Bett.“ BR.de


Live:

15.02. Hamburg, Hafenklang
16.02. Mainz, Schon Schön
17.02. Stuttgart, 1210
18.02. München, Orange House
19.02. AT-Wien, Orangehouse
21.02. Düsseldorf, FFT
22.02. Leipzig, Naumanns im Felsenkeller
23.02. NL-Groningen, De Gym
24.02. Berlin, ACUD

Booking: landstreicher-booking.de
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