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Papooz - Green juice

Papooz- Green juice

Jive / Epic / Sony
VÖ: 03.06.2016

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Good times in France

Uff, gerade mal ein Drittel des Winters ist vorbei! Aber keine Angst: "Green juice" holt den Sommer zurück. Als man mit Freunden im VW-Bus durch Südfrankreich gefahren ist, nachts nackt im Meer gebadet hat, um später, auf Felsen liegend, von der aufgehenden Morgensonne getrocknet zu werden. Das heißt, wenn man coolere Freunde gehabt hätte und nicht wieder wochenlang auf überfüllten Clubstränden umhergeirrt wäre. Macht nichts, die Coolness und gute Laune von Papooz ist verdammt ansteckend und beschwört den besten Sommer ever zumindest musikalisch herauf.

Dem Pariser Duo gelingt hier das Kunstwerk, gleich ein ganzes Album voll von federleichten, aber nie langweiligen oder belanglosen Popsongs abzuliefern. Die erste Hälfte des Albums steht ganz im Zeichen des klassischen Indierock. Knackige Melodien, fluffige Beats und Surfrockgitarren schrauben sich ihren Weg durch den Gehörgang. Dazu erzählen Ulysee Cottin und Armand Penicaut von nicht allzu tragischen Liebesdilemmata und anderen Alltagsgeschichten. Schon der Opener "Ann wants to dance" versprüht Sonne, Unbeschwertheit und eine verspielte Sexyness. Im zugehörigen Musikvideo, gedreht von ihrer französischen Musikerkollegin Soko, tanzt die Protagonistin die beiden Jungs mit ihrer leicht verschrobenen Laszivität um den Verstand. In "Trampoline" beschreibt Sänger Cottin die Aufs und Abs des Lebens, zu einem hypnotisierend bouncenden Rhythmus, der das Eis auf jeder winterlichen Windschutzscheibe zum Schmelzen bringen sollte. Mit "Simply are" covern Papooz Arto Lindsay, und flößen der Folknummer mit Duettgesang und funkigem Bass neue Spannung ein.

Auf der zweiten Hälfte wird's dagegen eher chillig: Anklänge an Dream Pop, aber auch Jazz und Easy Listening werden hörbar. Hier greift Penicaut öfter zum Mikrofon, dessen hohe und weiche Stimme immer wieder Anlass zu Spekulationen über ein weibliches Bandmitglied gibt. "Loiuse" ist eine moderne Version von "Que sera": Ein hartnäckiger Ohrwurm über gut gemeinte mütterliche Ratschläge für ein junges Mädchen, allerdings in Form einer entschleunigten Rock'n'Roll-Nummer. "Chubby Baby" ist eine getragene Hymne an eine etwas mollige Madame, verfeinert mit entspanntem Jazzscat. Bei alledem kommen die Pariser so lässig und sympathisch rüber, dass man sie am liebsten sofort mit in den Bus packen und zur Côte d'Azur aufbrechen würde. Also: Cocktails mixen, Papooz laut aufdrehen, und vielleicht klappt es bis zum nächsten Sommer auch mit den coolen Freunden.

(Eva-Maria Walther)

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Highlights

  • Ann wants to dance
  • Simply are
  • Trampoline

Tracklist

  1. Ann wants to dance
  2. Simply are
  3. Toria's song
  4. Stories of numbers
  5. Green juice
  6. Trampoline
  7. Good times on Earth
  8. Chubby baby
  9. Brother
  10. Wanted
  11. Louise
  12. One of these days

Gesamtspielzeit: 37:58 min.

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Armin

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04.01.2017 - 00:00 Uhr
Frisch rezensiert.

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