Omar Rodriguez-Lopez - Weekly mansions

Omar Rodriguez-Lopez- Weekly mansions

Ipecac
VÖ: 04.11.2016

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Disco mit Independent-Tag

Wenn Geschwister zusammen spielen, können dabei die unterschiedlichsten Dinge entstehen. Im besten Fall womöglich kreative Malwerke oder aus Decken und Kissen gebaute architektonische Meisterwerke – wenn es hingegen blöd läuft, ein angebrannter Vorhang oder gar Schlimmeres. Dass bei Familie Rodriguez-Lopez schon früh offenbar vor allem musikalische Experimente gewagt wurden, überrascht nicht. Vielkompositeur Omar hat mit seinem jüngeren Bruder Marcel auch auf den meisten seiner Soloalben zusammengearbeitet. Erstmals tritt dieser auf "Weekly mansions" auch als Co-Songwriter in Erscheinung. Und mit Gitarreneskapaden hat jene Kollaboration so gar nichts zu tun, die Sechssaiter glänzen durch Abwesenheit zugunsten von jeder Menge Schaltkreis-Pop.

Ausflüge in den Elektrobereich sind kein Novum in der Welt des Omar Rodriguez-Lopez, doch die hier zusammengefassten Kompositionen erreichen eine Eingängigkeit und Verspieltheit, dass das Ergebnis stellenweise schon an Massenverführer wie Moderat oder Crystal Castles erinnert. Immer hübsch abwechselnd präsentiert "Weekly mansions" zuerst eine Soundidee, die meist als kürzeres Interlude taugt und den texturellen Kitt der Platte darstellt. Im Anschluss folgt ein poppigerer Song, in der Regel von verzerrten Vocals und leicht käsigen Keyboards unterstützt. Selbstverständlich ist das alles kein Radiofutter – die Rodriguez-Lopez-Brüder bleiben sich im Grundsatz treu – aber verstörend wird es auch nie.

Dem Prinzip entsprechend folgt auf das dröhnende, beatlose Eröffnungsstück "Essential punishments" das in leichter Schräglage tuckernde "Rotten straw lips", welches die Blaupause für die folgenden flotteren Tracks darstellt. Ähnlich baut sich "Sophia as well" auf: Im Kontext schon geradezu liebliche Synthies treffen auf eine immer wieder auf die Dissonanz schielende Melodie. Und das energische, leicht glasige "Right on my finger". Und so weiter, und so fort. Darin liegt ein wenig das Problem von "Weekly mansions": So wirklich variationsreich kommen die eigentlichen "Songs" nicht daher. Viele ähnliche Muster, wenig herausstechende Melodien.

Da setzen sich der abgedunkelte Schleicher "Science urges" oder die nagenden Sounds aus "A little old picnic in Fort Collins" mit Leichtigkeit positiv ab. Oder auch das instrumentale "Bone fat", welches abschließend unter bollerndem Bass frappierend einer verlangsamten Version vom Gorillaz-Track "Stylo" gleicht. Die instrumentalen Zwischenspiele tun darüber hinaus ihr Übriges, damit "Weekly mansions" am Ende doch eine unterhaltsame und runde Sache wird. Sie sind eben dank langjähriger Erfahrung auf jedem musikalischem Terrain ein eingespieltes Team, die Gebrüder Rodriguez-Lopez.

(Felix Heinecker)

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Highlights

  • Science urges
  • A little old picnic in Fort Collins
  • Bone fat

Tracklist

  1. Essential punishments
  2. Rotten straw lips
  3. Metallic sweating for the rich
  4. Science urges
  5. Want, need, scream in a dream
  6. Sophia as well
  7. The editor
  8. A little old picnic in Fort Collins
  9. Disheartening envelope
  10. Get in there before you sour
  11. Head is made of straw
  12. Right on my finger
  13. They ain't kidding me
  14. Bone fat

Gesamtspielzeit: 39:59 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
kritiker
2016-12-21 18:06:42 Uhr
das einzige was hier weekly ist sind seine whacken alben

edegeiler

Postings: 971

Registriert seit 02.04.2014

2016-12-11 15:26:46 Uhr
Gerade mal reingehört, weil ich den Titel "A Little Old Picnic in Fort Collins" nett fand. Wie geil ist das denn? Indietronic mit Popmelodien?!

Armin

Postings: 12576

Registriert seit 08.01.2012

2016-11-09 21:02:20 Uhr
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Felix H

Postings: 2861

Registriert seit 26.02.2016

2016-11-04 12:52:20 Uhr
Aber das letzte konnte man ja skippen. :P

The MACHINA of God

Postings: 10064

Registriert seit 07.06.2013

2016-11-04 12:49:49 Uhr
Natürlich ist da schon wieder ein neues Album draussen.
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