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Christian Kjellvander - Songs from a two-room chapel

Christian Kjellvander- Songs from a two-room chapel

Startracks / V2 / Zomba
VÖ: 27.01.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kapellmeister

Es ist spät. Sehr spät. Nur ein paar Kerzen erfüllen das kleine Aufnahmestudio mit Licht und Wärme. Die Luft hat ihren Kampf gegen den stetigen Zigarettenqualm längst für verloren erklärt und sich verabschiedet. Frische Luft schnappen. Erst jetzt bemerken wir Christian Kjellvander. Er sitzt in einer Ecke des kleinen Studios. Auf seinem Schoß die Akustische. Zu seiner Linken das Klavier. Rechts die dritte Rotweinpulle. Er ist besessen. Besessen von der Suche nach ihm. Dem perfekten Song. Immer wieder streicheln seine Finger über die Seiten seiner Gitarre. Tänzeln im nächsten Moment leichtfüßig über das Piano. Dann hält er inne. Steht auf. Atmet durch. Setzt sich wieder. Greift zur Gitarre. Macht weiter.

Hey, wer hat da gerade geschnarcht? Hallo! Aufwachen! Wir müssen doch sehr bitten! Der Mann meint es schließlich ernst. Aber eigentlich haben sie ja recht. Er ist schon ganz schön anstrengend, dieser Christian Kjellvander. Verliert sich voll und ganz in seinen Kompositionen. Geht in seiner Musik auf. Vergißt alles um sich herum. Was kein Problem wäre, wenn er nicht auch vergessen würde, wer er ist. Er ist nun mal kein Bob Dylan. Eigentlich ist er nicht mal ein Kristofer Åström. Obwohl er wie einer aussehen würde, wenn man ihm Hut und Hornbrille aufsetzen würde.

Auch wenn es wehtut: Christian Kjellvander ist am Ende des Tages nicht mehr als ein okayer Songwriter. Einer zwar, der mit dem eigenen Herzblut nicht knauserig ist, aber mit seinen Geschichten eben auch nicht gänzlich zu fesseln vermag. Leidet er in einem nur von dezentem Folkpicking begleiteten Stück wie "Allelujah" vor sich hin, wirkt das verkrampft. Stärken ihm Streicher den Rücken, klingt das mehr nach Hilfsmittel, denn nach wirklicher Unterstützung. Und schunkelt er sich durch eine Country-Plätscherei wie "Broken wheels", ist das schlicht und ergreifend langweilig.

Ganz anders hört sich das immer dann an, wenn Christian Kjellvander es locker angehen läßt. Die Musik nicht klingt, als raube sie ihm seit Wochen den Schlaf, sondern direkt aus dem Bauch zu kommen scheint. So wie im Opener "Homeward rolling soldier", der einen mit seinen beinahe fetzig aufgerissenen E-Gitarren kaum auf eine falschere Fährte locken könnte. Auch wenn Kjellvander sich von seiner "Polish daughter" verzaubern läßt oder zum schönen Finale in "Rid" die Trompete freejazzt, wirkt er plötzlich wie ausgewechselt. Steht ihm aber gut. Jetzt sollte er nur noch eine Mütze Schlaf abbekommen.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Polish daughter
  • Rid

Tracklist

  1. Homeward rolling soldier
  2. Words in the wires
  3. Allelujah
  4. Broken wheels
  5. Log at 25
  6. Oh night
  7. Deliverance
  8. Polsih daughter
  9. At the rapids
  10. Rid

Gesamtspielzeit: 42:10 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Tim
2011-09-30 06:00:03 Uhr
weiss nich..

alleluja ist sehr schön

der rest nervt mich bislang...?
conorockomusic
2009-03-27 16:53:16 Uhr
tolles album
conorocko
2007-06-30 13:41:39 Uhr
9/10 für mich immer noch
vilfer
2005-09-28 15:04:20 Uhr
ups, 19. oktober natürlich
vilfer
2005-09-28 15:03:58 Uhr
kommt am 9. oktober mit ner neuen platte
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