Barishi - Blood from the lion's mouth

Barishi- Blood from the lion's mouth

Season Of Mist / Soulfood
VÖ: 16.09.2016

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Exzess und Erlösung

Innovativen Metal zu finden, ist gar nicht so einfach. Zu ausgetreten sind die Pfade in vielen Subgenres, sodass viel Generisches aus dem Weg geräumt werden muss, um zu den Perlen vorzustoßen. Die paar Genre-Freunde im Plattentests.de-Team hören sich pro Woche locker mal durch 20 Platten, um am Ende vielleicht eine wirklich gute zu finden. Das Quartett Barishi aus Vermont kennt das Dilemma und gibt sich alle Mühe, dem Metal neue Facetten hinzuzufügen. Auf ihrem zweiten Album "Blood from the lion's mouth" gelingt ihnen dieses Unterfangen in vollem Umfang. Wenngleich Puristen ob des wilden Stilmixes die Nase rümpfen dürften, können aufgeschlossenere Seelen sich auf eine nackenstrapazierende Dreiviertelstunde Lärm freuen.

Als Fixpunkte von Barishis Musik können Post-Black-Metal der Marke Deafheaven und vertracktes Gefrickel à la Mastodon bestimmt werden. Homogen im Sound, abwechslungsreich in der Ausführung, drückt die Band das Gaspedal durch. Großartig ist etwa die Gitarrenarbeit in Höllenritten wie "Master Crossroads, Baron Cemetery", wobei vor allem die Wechsel zwischen Blastbeat-Passagen und groovenden Einschüben überzeugen. Die wuchtige Produktion unterstreicht das songwriterische Talent der Musiker dabei eindrücklich.

Immer wieder driften die Songs in Richtung Psychedelik ab. So beginnt "Bonesetter" mit einem vertrackten Jam, der sich sukzessive verdichtet, ehe nach gut zwei Minuten auf Dauerfeuer umgeschaltet wird. Ganz anders sind die Vorzeichen in dem Neunminüter "The deep": Von Anfang an gibt es Dresche für die Instrumente, dass es eine wahre Freude ist. Erst nach knapp drei Minuten ist Luftholen erlaubt, und ein verspielter Zwischenteil öffnet die Tür zu einer Reise ins Reich der Somnambulanz.

Barishi sind keine Frickler, wofür man dankbar sein muss. Sie wissen, wann man wie viele Töne braucht. Bisweilen genügen zwei lang ausklingende Akkorde oder ein kleines Lick, um die Stimmung kippen zu lassen. Nachzuhören in dem zwischen Exzess und Erlösung pendelnden "Death moves in silence". Musikalität bedeutet, intuitiv Entscheidungen treffen zu können, die aus gewöhnlichen Ideen außergewöhnliche machen. Die vier Musiker von Barishi sind diesbezüglich Meister ihres Fachs. Was sie noch brauchen, ist Ruhm.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • Death moves in silence
  • Master Crossroads, Baron Cemetery
  • The deep

Tracklist

  1. Grave of the creator
  2. Blood from the lion's mouth
  3. The great ennead
  4. Death moves in silence
  5. Master Crossroads, Baron Cemetery
  6. Bonesetter
  7. The deep
  8. The spectral order

Gesamtspielzeit: 43:41 min.

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