Biohazard - Kill or be killed

Biohazard- Kill or be killed

Steamhammer / SPV
VÖ: 27.01.2003

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Die Waffeninspekteure

Während sich angeblich die ganze Welt vor den chemischen und biologischen Waffen fürchtet, die in den Händen der zahlreichen bösen Buben aus den Staaten der Achse des Bösen nicht so gerne gesehen werden, lauert eine ganz andere Bedrohung in jedem Plattenladen um die Ecke. Während schon die Metalfraktion von Anthrax unter einigen Verwirrungen zu leiden hatte - der Bandname wird momentan von 99,6% der Erdenbürger eher mit terroristischen Attacken in Verbindung gebracht als mit Scott Ian und seinem Potatoe Man -, melden sich jetzt Biohazard wieder und schleichen sich in kriegerischen Zeiten heimtückisch in die Gehörgänge. Biohazard in Despotenhand wird mit Gewalt begegnet; Biohazard in des Konsumenten Hand hingegen sollte man lieber friedlich bekämpfen. Pardon, man sollte auf die Kaufentscheidung Einfluß nehmen. Man ist ja kein Despot.

Album Nummer sieben von Evan Seinfeld und Kollegen liegt nun also vor. "Kill or be killed" - dieses subtile Motto hört sicher auch Herr Bush ganz gerne. Bei der gleichnamigen Scheibe stellt sich aber wie bei den Vorgängern das altbewährte Problem: Reicht das Markenzeichen des konsequenten Austretens einmal betretener musikalischer Wege schon als Qualitätsmerkmal aus? Oder wünscht man sich nach vielen Dutzend gleich klingenden Songs auch irgendwann einmal ein bißchen Fortschritt?

Spätestens bei "Never forgive never forget" - auch dieser Titel scheint etwas für den lieben Mr. President zu sein - fragt man sich jedenfalls, ob es nicht jetzt wirklich reicht mit den ewig gleichen Bausteinen. Und das ist erst Song drei. Auch danach wird es nicht viel besser. Im Grunde bietet sich kein einziges Stück der Platte an, von dem man sagen könnte: "Jawoll, jetzt wagen die mal was." Andererseits bleibt eben unter dem Strich die Erkenntnis: Die Brooklyner bleiben sich und ihrer Linie treu.

Biohazard klingen also auch anno 2003 noch immer nach einer amtlichen Einstiegsdroge in den Hardcore. Wer einen Schritt in Richtung härterer Klänge unternehmen möchte, ist mit "Kill or be killed" bestimmt ganz ordentlich bedient. "Alter, das knallt!" - für diese Einschätzung reicht es auch im Jahre Elf nach "Urban discipline" noch immer aus. Wer jedoch schon etwas länger in diesen musikalischen Gefilden unterwegs ist, dem sei dringend anderes nachgelegt. Biohazard und Hardcore verhalten sich nämlich in etwa zueinander wie Reamonn zu Alternative Rock.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • World on fire

Tracklist

  1. World on fire (Intro)
  2. World on fire
  3. Never forgive never forget
  4. Kill or be killed
  5. Heads kicked in
  6. Beaten senseless
  7. Make my stand
  8. Open your eyes
  9. Penalty
  10. Dead to me
  11. Hallowed ground

Gesamtspielzeit: 36:35 min.

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