NxWorries - Yes Lawd!

NxWorries- Yes Lawd!

Stones Throw / Groove Attack
VÖ: 21.10.2016

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Pxsitive Energie

Man wird ja ganz kirre von all dieser Spiritualität, Erhabenheit und Euphorie. Nicht nur, dass das gemeinsame Projekt von Wunderkind Anderson Paak und Klangbastler Knxwledge auf den Namen NxWorries hört, auch der Titel ihres ersten gemeinsamen Albums trägt die Message in die weite Welt hinaus: "Yes Lawd!" Mit Ausrufezeichen! Das "yes" signalisiert dabei die positive Grundeinstellung der beiden, die in Los Angeles zusammengefunden haben. Der ausgerufene "Lawd" ist selbstverständlich der Allmächtige selbst, und nicht zufällig zieht sich durch die stolzen 19 Tracks immer wieder der Gospel in Form von himmlischen Chören und alten Lobpreisungen. Hat man dieses Jahr nicht nur bei den Blockbustern wie "The life of Pablo" oder "Coloring book" bereits vernommen, auch Anderson Paaks eigene, viel zu wenig beachtete Platte "Malibu" besaß den spirituellen Vibe. Kein Wunder, waren Auftritte im Gospelchor doch sein Einstieg zur Musik. Entsprechend gefühlsselig klingt "Yes Lawd!" in seiner Gesamtheit.

Dass Paak selbst nach prominenter Platzierung auf Dr. Dres "Compton"-Soundtrack noch nicht den großen Durchbruch geschafft hat, erscheint angesichts seines Könnens schlichtweg ungerecht. Sein besonnener, melodischer Flow passt ideal zu dem von Knxwledge geschaffenen Fundament aus lockerem Beat und wohligen Samples. "Yes Lawd!" ist mehr wie ein Mixtape aufgebaut. Kurze Stücke, die sich ausgiebig in der Black-Music-Geschichte bedienen, Haken schlagen und gerne auch selbst in mehrere Teile zerfallen. Es steckt eine unglaubliche Vielfalt in diesen knapp 50 Minuten. "I'm living!", schreit Paak es zu Beginn in "Livvin" heraus, und die alten Soul-Versatzstücke, die Knxwledge in den Track mischt, unterstreichen das nur allzu deutlich. Auch "What more can I say" gefällt aufgrund der angenehm zurückblickenden Atmosphäre, welche dank den auf leicht falscher Geschwindigkeit abgespielten Samples entsteht. Kratzt wie ein alter Pullover – oder altes Vinyl. "Starlite" funkelt indes genauso verstahlt, wie man es allein vom Titel her erwarten würde, während "Link up" mit schön verschlepptem Beat punktet.

Also alles im Einklang hier? Ha! Man sollte nicht die Rechnung ohne die Gewitztheit der beiden machen. Knxwledge schiebt mit "Scared money" ganz unvermittelt den käsigsten Achtziger-MOR-Popbeat mitten in die Platte. Und Paak hat es sowieso faustdick hinter den Ohren. Nicht nur, dass die Hook im eigentlich recht verführerischen "Sidepiece" – "I just want you / So I can give up my sidepiece" – bereits für Kopfkratzen sorgt, den eigentlichen Twist bringt Paak später: "I swear to never break your heart / If I don't have to." Im Gegensatz zu Kanye West muss Paak nicht mit gebleichten Körperöffnungen beim Seitensprung um die Ecke kommen – er schafft Kontraste deutlich witziger und schlagfertiger. Dass im Closer "Fkku" über Liebesgesäusel im Hintergrund eine Vocoderstimme die herrlichste Schimpftirade abgibt, die man seit langem gehört hat, wundert nach dem Trip durch diese Wundertüte von Album auch keinen mehr. Wann ist schon das letzte Mal der Wunsch erklungen, jemand möge in die Wohnung uriniert bekommen – mit entflammbarer Pisse? Oh Lawd!

(Felix Heinecker)

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Highlights

  • Wngs
  • What more can I say
  • Lyk dis
  • Starlite
  • Link up
  • Fkku

Tracklist

  1. Intro
  2. Livvin
  3. Wngs
  4. Best one
  5. What more can I say
  6. Kutless
  7. Lyk dis
  8. Can't stop
  9. Get bigger / Do u luv
  10. Khadijah
  11. H.A.N.
  12. Scared money
  13. Suede
  14. Starlite
  15. Sidepiece
  16. Jodi
  17. Link up
  18. Another time
  19. Fkku

Gesamtspielzeit: 48:59 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2016-10-19 20:53:06 Uhr
Frisch rezensiert.

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