Ron Sexsmith - Cobblestone runway

Ron Sexsmith- Cobblestone runway

V2 / Zomba
VÖ: 03.02.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Hoffnungsvoller Trauerklos

Da sitzt er auf der Treppe, das Kinn trotzig auf die Arme gestützt. Die Stufen hinter ihm führen irgendwo ins Nirgendwo, aber Ron Sexsmith blickt in die entgegengesetzte Richtung. Nach vorne. Das Cover eines Albums als Stimmungsbild seines musikalischen Inhalts. Die dreizehn Songs von "Cobblestone runway" sind allesamt an trauriger, melancholischer Melodik kaum zu überbieten. Doch jede Wolke hat ihre silberne Linie, und so verbleibt eine Grundstimmung der hoffnungsvollen Romantik. Sexsmith gibt sich als Meister der vertonten Tranigkeit. Wunderschöne Herbstmelodien zaubert er dazu aus seiner Gitarre, die im Gegensatz zu Vorgängeralben diesmal mit einer dezenten Beigabe elektronischer Effekte garniert werden. Allerdings behalten die fragilen Stücke trotz eines Plus an Opulenz ihre gebrechliche Kraft. Und die Stimme des kleinen Jungen an der Gitarre dominiert.

Das geht schon bei "Former glory" los, wo trostspendende Zeilen den Zuhörer durch drei Minuten musikalische Aufmunterung begleiten: "Your eyes are burning low / As you look out to this morning / But your eyes will return to their former glory." Später wähnt sich der Hörer gar in seligen Vinylzeiten. Das Knirschen und Knacken von "The least that I can do" löst sich jedoch schnell auf, um in einer kleinen Feuerzeughymne fürs Wohnzimmer zu enden.

Zwar neigt der kleine Sexsmith ab und an zu leicht trübsinnigem Pathos, doch das ist in seinem Fall schon okay. So wie er auf der Innenseite des Booklets aus der Wäsche schaut, muß man ihm diese Stimmung wohl fraglos abkaufen. Denn irgendwo zwischen all dieser gemütlichen Tristesse schimmert immer ein Hoffnungsstrahl. Als schönstes Stück entpuppt sich schließlich "Gold in them hills", einmal gar als Remix mit Coldplays Chris Martin als Gastsänger. Rührend balladesk schaukeln sich die beiden Ausnahmestimmen dort in unerreichte Songwriterhöhen. Es müßte schon mit dem Teufel zugehen, wenn dieses Stück dem bezaubernden Sänger mit dem merkwürdigen Nachnamen nicht endlich eine kleine Würdigung im Popeinerlei bescheren würde.

(Sebastian Peters)

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Highlights

  • Former glory
  • Least that I can do
  • Gold in them hills

Tracklist

  1. Former glory
  2. These days
  3. Least that I can do
  4. God loves everyone
  5. Disappearing act
  6. For a moment
  7. Gold in them hills
  8. Heart's desire
  9. Dragonfly on Bay Street
  10. The less I know
  11. Up the road
  12. Best friend
  13. Gold in them hills (Remix)

Gesamtspielzeit: 44:13 min.

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