Beware Of Darkness - Are you real?

Beware Of Darkness- Are you real?

Bright Antenna / Warner
VÖ: 16.09.2016

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Hard as a rock

Es gibt ja diese bestimmte Art von Musik. Die Sorte, die die primitiveren Instinkte weckt. Solche, die dazu verleiten, sich an der nächsten Tanke mit ordentlich Bier einzudecken, dieses in Maximalgeschwindigkeit leerzusaufen und seinen in Billig-Pils geschwenkten Mageninhalt vor die Tür des Nachbarn ("Drehen Sie endlich die Musik leiser!!!") zu kotzen. Nur, um im Anschluss noch dessen Karre zu klauen, damit durch den Kiez zu brettern, die Anlage aufzureißen und es dem Sänger von Beware Of Darkness gleichzutun. Das heißt: Mit bis zum Bauchnabel aufgeknöpften Hemd "Muthafucka, I'm back from the dead, I'm about to raise hell" aus dem Opener von "Are You real?" zu grölen.

Wenn Frontmann Kyle Nicolaides in der Presseinfo zum aktuellen und zweiten Album den Kreislauf von Depression, verlorenem Selbstbewusstsein und wiedergewonnener Stärke schildert, empfiehlt es sich, das nicht im Hinterkopf zu behalten. Und sich stattdessen einfach mal dem hocheffektiven Riff-Reigen der Band aus Los Angeles hingeben. Denn Beware Of Darkness benötigen keinen Überbau für ihre hedonistisch headbangende Hardrock-Mucke aus der Unterhose. Die Songs haben auch so genug Stehvermögen. Beispiel "Dope". Eigentlich wird der gesamte Song nur von einem einzigen, Ohrwurm züchtenden Riff getragen. Dieses hat aber solch ein breites Kreuz, dass sich Feierwütige auf diesem bequem durch die gesamte Open-Air-Saison tragen lassen können. Auch "Tell me this isn't fate" oder "Surrender" sind Fingerpointing-infizierte Midtempo-Hymnen, die sich mit Lust in Schlamm, ausgetretenen Kippen und zermatschten Fast-Food-Resten wälzen. Da werden Powerchords gerotzt und Saiten gegniedelt, bis der Arzt in Spandex-Hose kommt. Dazwischen ein paar Shots Glam, ein Schlückchen Blues und ein Näschen Alternative Pop. Bei dem Indie-Rocker "Summer daze" darf sogar ein wenig mit der Lederjacke geschunkelt werden. Kein Zufall, dass Beware Of Darkness sowohl mit Social Distortion als auch mit The Wombats tourten.

Erfreulich: Schmierig-schwülstige Balladen müssen ihre Beine nicht für das Trio breitmachen. Die Jungs baggern höchstens ab und zu die Mädels aus dem Alternative Rock an und spendieren ihnen ein paar elegische Momente aufs Haus – etwa bei "Sugar in the raw". Selbst wenn die Halbwertzeit dieser Hardrock-Sause relativ überschaubar ist und über die Lyrics besser kein Wort verloren werden sollte: Es kann ruhigen Gewissens die Empfehlung ausgesprochen werden, mit Beware Of Darkness die eine oder andere Kanne aufzureißen. Denn Bierdose hin, Bierdose her: "Are You real?" macht auch nüchtern betrachtet verdammt viel Spaß.

(Oliver Windhorst)

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Highlights

  • Dope
  • Summer daze
  • Are You real?

Tracklist

  1. Muthafucka
  2. Blood, sex, violence, & murder
  3. Dope
  4. Summer daze
  5. Tell me this isn't fate
  6. Are you real?
  7. Angel
  8. Surrender
  9. Hieroglyphics
  10. Sugar in the raw
  11. Beware
  12. Delirium

Gesamtspielzeit: 45:24 min.

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User Beitrag

Armin

Postings: 12629

Registriert seit 08.01.2012

2016-09-28 21:00:04 Uhr
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Postings: 12629

Registriert seit 08.01.2012

2016-06-24 19:56:09 Uhr
Wie der Phönix aus der Asche - BEWARE OF DARKNESS legen ihr neues Album im September vor // Lyric-Video zur Single "DOPE"

"The jaunty infectious tune is dark and sultry, an emphatic monster of a hooking garage rock banger which channels hints of Arctic Monkeys, The Struts, and Royal Blood within its swaggering strut." // "Dope is pure fire." - I Heart Moosiq



"Imagine the crunch of The White Stripes and the sheer raunch of Prince and you'd be somewhere close to Beware Of Darkness" - Clash Magazine



„Muthafucka, I’m back from the dead, I’m about to raise hell“ – stellt Kyle Nicolaides gleich zu Beginn von „Are You Real?“ klar, dem neuen Album von Beware of Darkness und bislang größten und kühnsten Statement des Frontmanns. Mit seinem gezähnten, gleißenden Gitarrenriff, der in einen knirschenden Groove peitscht, ist der Song ein Ruf zu den Waffen – für den Sänger ebenso wie für den Rest der Band, weist er doch in eine neue Richtung: weg vom Hardrock der Vergangenheit hin zu einem mehr Alternative-orientierten Sound.

Die Wiedergeburt umfasst indes weit mehr als nur Riffs, denn der Kreis von Nicolaides’ Reise seit der Veröffentlichung des Debütalbums „Orthodox“ (2013) hat sich nach dem Durchmessen von Untiefen und Durchwaten trostloser Landschaften nunmehr geschlossen. „Are You Real?“ ist die Geschichte eines Rockstars, der bei seinem Aufstieg Unsicherheiten und Desillusionierung bekämpft hat, um nicht auszubrennen. Stattdessen nahm er die Führung der Band an und schaffte es ans rettende andere Ufer, wiedererstarkt und fokussiert, mit den besten Songs seiner jungen Karriere.

Image Label

Das Video zu 'DOPE' darf geteilt werden:

https://www.youtube.com/watch?v=yT2fgLipCr4

Gleich beim eröffnenden Aufschrei von „Muthafucka“ ist klar, dass Beware of Darkness auf dem aufsteigenden Ast sind, dass sie mit neuen Flügeln fliegen, während sie zugleich an dem festhalten, dass die Fans zuerst an ihnen liebten. Die Vorgehensweise bei diesem Song – der eingespielt wurde, indem man den Beat einer Tempest Drum Machine mit einem rauen Gitarrenriff und einer von oben nach unten aufgebauten Bassline paarte – wurde die Blaupause für einen Großteil des Albums und zeigt Nicolaides auf dem Zenit seiner Rückkehr.

Andernorts pulsieren und wüten die Tracks, hoch aufsteigend und weit tönend, alles insgesamt vielleicht ein bisschen weniger finster. Wo das frühere Material von Beware of Darkness mehr zu Leder und Metall tendierte, streben diese Songs in Richtung Arctic Monkeys, Royal Blood, The Struts, Wolf Alice, Cage the Elephant, Skaters und sogar Nirvana. Songs wie „Dope“, „Summerdaze“ und „Sugar in the Raw“ weisen einen feinen Hip-Hop-Einfluss auf – und in der Tat wurden die genannten Songs gemeinsam mit der Hip-Hop-Produzenten Trinity erarbeitet, eine Kollaboration, von der Nicolaides sagt, sie sei wahrhaft magisch und inspirierend gewesen!
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