Regina Spektor - Remember us to life

Sire / Warner
VÖ: 30.09.2016
Unsere Bewertung: 5/10
Eure Ø-Bewertung: 9/10

Schattenspiele
Es gibt viele Einflüsse und Umstände, die dazu führen können, dass sich der Sound eines Musikers verändert: Neue Mitmusiker, ein neuer Produzent und andere Instrumente etwa beziehen sich dabei direkt auf den Entstehungsprozess. Genauso aber kann das Leben an sich ein Wörtchen mitreden, bei einer Trennung etwa oder einer neuen Liebe, der Geburt eines Kindes, ein Umzug kann sich das genauso in der Kunst niederschlagen wie leider auch Krankheit und Tod im näheren Umfeld. Die gebürtige Russin Regina Spektor hingegen lässt auf ihrem ersten Album seit vier Jahren weder durchklingen, dass sie das erste Mal mit Leo Abrahams auf dem Produzenten-Stuhl gearbeitet hat, noch, dass wohl die Geburt ihr erstes Kindes ein Grund für die längere Pause war. "Remember us to life" ist nun in jedem Fall da und klingt wie die Sängerin selbst, spätestens seit sie 2006 mit "Begin to hope" ihr erstes Album auf einem Majorlabel veröffentlicht hat und im Vergleich zum Vorgänger "Soviet kitsch" deutlich domestizierter daherkam.
Im Unterschied zu damals griff die ausgebildete Pianistin allerdings erstmals nicht auf alte Songs zurück, sondern hat das komplette Album neu geschrieben. Der Opener und Vorbote "Bleeding heart" ist ein Hybrid aus drei Songs. Gerade, wenn man meint, das Lied als neckischen Pop-Ohrwurm identifiziert zu haben, zeigt er in der Bridge seine rockige Seite, nur um schließlich als Ballade zu enden. Dass der Titel dabei eingängig bleibt, ist eine Kunst für sich, die Spektor beherrscht. Auch das nachfolgende "Older and taller" besitzt eine memorable Melodie, danach wird es zunächst ein bisschen holprig. In "Small bill$" versucht die Wahl-New-Yorkerin zu rappen – es gibt Dinge, die sie besser kann. Zumal es nicht hilfreich ist, wenn der Großteil des Stückes ansonsten aus "Lalala" besteht. Mit den anschießenden "Black and white" und "The light" wird es im Mittelteil zunächst wieder ruhiger und besser, hier spielt die frischgebackene Mutter ihre Stärken sowohl bei emotionalen Texten als auch einprägsamen Melodien aus. In der zweiten Albumhälfte geht es weiter mit Licht und Schatten, wobei letzterer zunehmend überwiegt.
Somit deutet die Pianistin ein weiteres Mal ihr Talent an, aber es fehlen die Blicke über den Tellerrand, die es auf den ersten, damals selbstveröffentlichten Alben noch gab. Sei es eine jazzige Note in der Komposition, oder auch mal ein durchgehend rockiges Stück wie "Your honor" von ihrem dritten Album "Soviet kitsch". So mutet ihre siebte Platte ähnlich an wie die drei Vorgänger: Es fallen zwei bis drei wirklich gute Songs ab, aber insgesamt bleibt das Gefühl, es wäre mehr drin, wenn Frau Spektor mehr wagen würde. Nur wer sich verändert, bleibt sich treu.
Highlights
- Bleeding heart
- Black and white
- The light
Tracklist
- Bleeding heart
- Older and taller
- Grand Hotel
- Small bill$
- Black and white
- The light
- The trapper and the furrier
- Tornadoland
- Obsolete
- Sellers of flowers
- The visit
Gesamtspielzeit: 46:19 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 28471 Registriert seit 08.01.2012 |
2017-04-03 18:31:55 Uhr - Newsbeitrag
Regina Spektor kommt für eine exklusive Show nach BerlinZum Glück gibt es noch Momente, in denen alles in Ordnung ist. Wenn man Regina Spektor bei einem Live-Auftritt lauschen darf beispielsweise. Die New Yorkerin, die noch in der Sowjetunion geboren wurde und als Neunjährige in die USA kam, verzaubert mit ihrer Stimme und ihrem Klavierspiel jeden Zuhörer. Kein Wunder: Ursprünglich wollte sie Konzertpianistin werden, doch das hat sich zum Schöneren gewendet, wie sie einmal sagte: „Ich wollte immer klassisch konzertieren, von Ort zu Ort reisen, neue Stücke einstudieren und Menschen stundenlang auf dem Klavier vorspielen. Genau das mache ich jetzt, nur nicht mit Kompositionen von Chopin und Mozart, sondern meinen eigenen.“ 2001 erschien ihr erstes Album „11:11“, eine Sammlung stark vom Jazz und Blues beeinflusster Lieder. Doch erst mit dem grandiosen „Soviet Kitsch“ und anschließend mit dem vergoldeten „Begin To Hope“ gelang ihr der Durchbruch. Spektor ging mit den Strokes, den Kings Of Leon und den wesensverwandten Moldy Peaches auf Tour, ihre Songs sind in diversen Serien und Filmen wie Orange Is The New Black (für das Stück „You’ve Got Time“ wurde sie für den Grammy nominiert), Grey’s Anatomy, How I Met Your Mother, The Good Wife und vielen anderen verwendet worden. Sie spielte für die Obamas und ihre Gäste im Weißen Haus und trat bei Benefizveranstaltungen für Tibet, Ärzte Ohne Grenzen und andere auf. Auf Tour mit The Moldy Peaches lernte sie nebenbei deren Gitarristen und ihren heutigen Ehegatten Jack Dishel kennen, mit dem sie seit 2014 einen Sohn hat. Das hatte auch Einfluss auf ihre Musik: Im vergangenen Jahr erschien Spektors siebtes Album „Remember Us To Life“. Anders als bei den Vorgängeralben, bei denen Regina Spektor Songs aufnahm, die sie im Laufe der Karriere geschrieben hatte, besteht die Platte aus neu komponierten und geschriebenen Liedern. Regina Spektor fand während und nach der Schwangerschaft genug Zeit und begab sich in einen Schreibprozess: „Ich habe in meiner Schwangerschaft mehr Kunst gemacht und war einfach wahnsinnig inspiriert.“ Das gibt dem Werk seinen einheitlichen, fesselnden, abwechslungsreichen und berührenden Charakter. Jetzt geht Regina Spektor auch wieder auf Tour: Im August kommt sie für eine exklusive Show nach Berlin. Präsentiert wird die Show von piranha und Vevo. 14.08.2017 Berlin - Tempodrom Der exklusive Fansale via reginaspektor.com startet am 5. April. Ab Freitag, den 7. April, 10 Uhr gibt es Tickets ab 38 Euro zzgl. Gebühren an allen bekannten CTS–VVK-Stellen sowie unter der Hotline 01806 – 853653 (0,20 €/Anruf aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,60 €/Anruf), auf fkpscorpio.com und eventim.de. Mehr Infos und Musik unter reginaspektor.com, facebook.com/reginaspektor, twitter.com/respektor, instagram.com/reginaspektor und youtube.com/reginaspektor. |
Magoose Postings: 90 Registriert seit 15.06.2013 |
2016-11-07 21:48:01 Uhr
Grauenhaft schwaches Album, kein Biss, keine Experimente, seichte Balladen am Piano gefolgt von seichten Balladen am Piano. Einzig Small Bill$ sticht da noch leicht raus.Die Zeiten von Soviet Kitsch und selbst Far sind schon weit weit weg. |
Hoschi |
2016-10-16 20:22:08 Uhr
Sehr starkes Album.Hatte die gute Frau seit Far gar nicht mehr auf dem Schirm. The Light laut auf meinem DT770 treibt mir Tränen in die Augen ! |
Armin Plattentests.de-Chef Postings: 28471 Registriert seit 08.01.2012 |
2016-09-21 20:46:20 Uhr
Frisch rezensiert.Meinungen? |
Armin Plattentests.de-Chef Postings: 28471 Registriert seit 08.01.2012 |
2016-07-26 18:08:14 Uhr
Oh wie weh ist mir mein Herbst: REGINA SPEKTOR kündigt neues Album 'Remember Us To Life' an (VÖ: 30.09.) und veröffentlicht erste Single 'Bleeding Heart'https://play.spotify.com/album/3WOH4te1gktZg7ndtFMelk?play=true&utm_source=open.spotify.com&utm_medium=open Wenn die Akkorde hüpfen und von kruden Zwischennuancen begleitet werden, wenn die Stimmlage so hoch klingt, dass Gläser bedrohlich anfangen zu klappern und ganz plötzlich ein ungeahnter Stolperstein kommt, dann kann das nur bedeuten, dass eine der kreativsten und musikalischsten Frauen wieder mit Extremen spielt - im Falle REGINA SPEKTORs endet dieses Spiel in einem extrem beeindruckendem neuen Album. 'Remember Us To Life' wird am 30. September erscheinen und ist nicht nur das sechste Werk und erste Lebenszeichen nach der Babypause der begnadeten Singer-/Songwriterin, sondern auch ein wahrer Kreativgeysir. "Ich habe in meiner Schwangerschaft mehr Kunst gemacht und war einfach wahnsinnig inspiriert." Wie gut, dass REGINA SPEKTOR bei all der Kreativität auch gleich Leo Abrahams (David Byrne/Brian Eno, Frightened Rabbit, Paolo Nutini) an der Seite hatte, mit dem sie 'Remember Us To Life' in einem Rutsch aufnahm. 'Remember Us To Life' ist wieder so ein Album von REGINA SPEKTOR, bei dem man sich fragt, warum man eigentlich nie klassisches Klavierspielen gelernt hat. Die Singer-/Songwriterin spielt mit so viel Freude und Leichtigkeit, dass es beinahe schon unverschämt ist. Beweise? Sehr gerne! Die erste Auskopplung aus dem neuen Album 'Bleeding Heart' gibt es unten stehend zu hören. Genug, um die lange Zeit bis zur Veröffentlichung zu überbrücken. Und wieder kommt eine Frage in den Kopf: Hach, wann ist denn endlich September?? Tracklist 'Remember Us To Life': 1. Bleeding Heart 2. Older And Taller 3. Grand Hotel 4. Small Bill$ 5. Black And White 6. The Light 7. The Trapper And The Furrier 8. Tornadoland 9. Obsolete 10. Sellers Of Flowers 11. The Visit 12. New Year (Deluxe Edition Only) 13. The One Who Stayed And The One Who Left (Deluxe Edition Only) 14. End Of Thought (Deluxe Edition Only) ACHTUNG und HURRA: REGINA SPEKTOR ist auf Tour in Deutschland. Alle Infos gibt es hier. http://www.reginaspektor.com/ |
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Referenzen
Ben Folds; Fiona Apple; Tori Amos; Amanda Palmer; The Dresden Dolls; Frida Hyvönen; Miss Li; Rufus Wainwright; Marina & The Diamonds; Bat For Lashes; Elton John; Kate Nash; Ingrid Michaelson; Vanessa Carlton; St. Vincent; Billy Joel; CocoRosie; Florence & The Machine; Joanna Newsom; Feist; Sufjan Stevens; Broken Twin; Joan As Police Woman; Dear Euphoria; Mary Ocher; PJ Harvey; Joe Jackson; The Divine Comedy; Duke Special; Randy Newman; Ed Harcourt; Badly Drawn Boy; Ben Kweller; Elvis Costelleo; The Beautiful South; Laura Marlin; She & Him; Rilo Kiley; Jenny Owen Youngs; Imogen Heap; A Fine Frenzy; Cat Power; Lykke Li; Norah Joney; My Brightest Diamond; Kate Bush
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