Omar Rodriguez-Lopez - Umbrella mistress

Omar Rodriguez-Lopez- Umbrella mistress

Ipecac
VÖ: 09.09.2016

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Nachbarin fällt im Bus

Du musst besoffen bestellen.

Oder wenigstens in jenem Zustand Deine Tracklist fürs Album schreiben. "Saloenliaze" heißt der Opener des aktuellen Albums "Umbrella mistress" von Omar Rodriguez-Lopez und man kann darüber fachsimpeln, ob da jemand zu tief ins Glas schaute, einfach Scrabble-Buchstaben ausgekotzt hat oder das wieder ein Name von irgendeiner Fantasie-Figur sein soll. Im Song selbst jedenfalls klingt die Passage, als ob er "Sad lonely eyes" singt. "Saloenliaze." "Sad lonely eyes." Könnte hinkommen. Das fängt ja schon mal gut an.

I went bowling.

Kommen die "Flodders" tatsächlich im Text zu "Through wires" vor? Singt er "Uzi, no more for me" in "Tell me what I did wrong"? Im Closer wird der Rasen verantwortlich gemacht: "Kicked the lawn to say I'm sorry." So ganz steigt man bei den Texten nicht durch, auch wenn der Gesang im Vergleich zur Verzerrer-Orgie "Sworn virgins" größtenteils verständlich erschallt. Die komplexen Bilder und Anspielungen von The Mars Volta bleiben natürlich weiter außen vor, denn "Umbrella mistress" – das kann mal so festgehalten werden – ist musikalisch und thematisch Rodriguez-Lopez' Crooner-Album für die "wee small hours".

You have not been...penetration. Penetration. Penetration.

Auch der fünfte Eintrag der bisher im diesjährigen Zyklus erschienen Alben bleibt der Einfachheit und Zugänglichkeit treu – und hält gleichzeitig an dem Prinzip fest, dass jede Platte einen in sich geschlossenen Sound bekommt. Und diesmal lässt sich kaum ein Vorläufer im Œuvre finden. Eine leicht verrauchte Atmosphäre umgibt die Songs, das Klavier klimpert entsprechend in der Mehrheit der Songs, dann und wann rauscht sogar eine Orgel durchs Bild. Da passt dann irrerweise sogar ein energischer Barstampfer wie "Blood count" ins Bild, welcher beim ersten Durchgang wohl mehr verwirrt als so manches Elektro-Noise-Frickel-Experiment in der Diskographie.

Lauter Doofe, niemand gescheit.

Die Beziehungsnachwehen und das Selbstmitleid, welche bereits auf "Corazones" und "Blind worms, pious swine" ihren Platz fanden, sind auf "Umbrella mistress" so prominent wie vorher noch nie. Am besten wird die Platte, wenn Omar wieder ein paar tolle Melodien einfallen und diese mit der nächtlichen Stimmung verbindet, wie es beispielsweise beim wunderbar reduzierten "Eastern promises" geschieht. Von der 2014 erschienen Single "Winters gone" findet sich auf vorletzter Position eine aufgepeppte Version mit voller Band – eine zweite schöne Facette des gelungenen Songs.

Das ist so ein Schwachsinn.

"Umbrella mistress" stellt neben jede Süßigkeit auch eine Schale Zitronen. Nach dem erwähnten "Blood count" folgt "Through wires", ein abseitiger, schräger Schleicher, der seine Größe nach mehreren Durchgängen entfaltet. Und anschließend ist "Blue pale queen" schon wieder jenseits der Kitschgrenze, macht das jedoch mit der tollen Melodie vollkommen wett. Nur die albern herumgurkende Heimorgel im Titeltrack, die hätte nicht sein müssen. Klingt zwar lustig, nimmt aber auch komplett die Tiefe aus dem Stück. Was uns der Lockenkopf damit sagen will? Gute Frage. Wäre wohl auch seltsam, wenn man auf einem Omar-Rodriguez-Lopez-Album alles verstehen würde.

(Felix Heinecker)

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Highlights

  • Saloenliaze
  • Eastern promises
  • Through wires
  • Winters gone

Tracklist

  1. Saloenliaze
  2. Umbrella mistress
  3. Houses full of hurt
  4. Eastern promises
  5. Blood count
  6. Through wires
  7. Blue pale queen
  8. Tell me what I did wrong
  9. Winters gone
  10. Diamond teeth

Gesamtspielzeit: 33:32 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Donmuellos2
2016-10-02 19:54:13 Uhr
Umbrella erinnert mich so brutal an ein anderes Lied... verzweifle aber daran den Namen herauszubekommen....was von DÄ?
donmuellos2
2016-10-02 19:52:20 Uhr
R

Fiep

Postings: 143

Registriert seit 29.04.2014

2016-09-15 13:47:01 Uhr
Die Passagen erklärens:
"Im Song selbst jedenfalls klingt die Passage, als ob er "Sad lonely eyes" singt. "Saloenliaze." "Sad lonely eyes." Könnte hinkommen. Das fängt ja schon mal gut an.
...
So ganz steigt man bei den Texten nicht durch, auch wenn der Gesang im Vergleich zur Verzerrer-Orgie "Sworn virgins" größtenteils verständlich erschallt. "

Kurz: ein spaß mit "misheard lyrics" (Falsch gehörte lyric? falsch verstandene songtexte?)

Und wie immer gilt, wenn man den witz erklären muss...;)



Review geht in Ordnung, irgendwie muss man ja über 12 Alben frisch klingen. nur die frage wie lange die links aktuell bleiben, vl die Songtittel klein (5pt) hinter den link schreiben für die Zukunft.
Die Frau mit dem Regenschirm
2016-09-15 11:58:11 Uhr
Muss ich den Sinn der Links in der Rezi verstehen? Wo ist der Witz?
Greensynapse
2016-09-15 11:15:16 Uhr
Rezi ist 10/10
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