The Fairweather Band - Meow

The Fairweather Band- Meow

Specialist Subject / Broken Silence
VÖ: 02.09.2016

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Stubentiger

Die passende grafische Verpackung für ein Album zu finden, ist schon eine Herausforderung. Plattentests.de-Forenbeiträge zu den hässlichsten Album-Covern sind nur ein Beispiel dafür, dass solcherlei Photoshop- und InDesign-Verbrechen traumatisierte Augenzeugen hinterlassen können. Umso mehr muss sich der Layouter von The Fairweather Band gefreut haben, als seine von langen Bildschirmsessions ermüdeten Augen sich endlich an dem Endresultat seiner Bemühungen weiden konnten. Es soll sich zeigen, dass Optik und Inhalt hier aufs Vortrefflichste harmonieren. "Meow" ("Miau") lautet der Titel des Debütalbums der Indierockband aus Exeter, und so verwundert es zunächst wenig, dass eine Mieze die Plattenhülle ziert. Doch statt des "Och wie niedlich" sieht die hier abgebildete Katze eher so aus, als hätte sie einen waschechten Kater – und das nicht nur, weil sie sich einen leer gesoffenen Bierträgerkarton als temporäre Heimat ausgesucht hat. Aus diesem blickt sie süß, aber auch zerknirscht und schräg auf die Welt da draußen. Und beschreibt damit so ziemlich genau Gefühl und Sound von The Fairweather Band.

Obwohl die drei Briten für ihre 13 Songs auf "Meow" weniger als 25 Minuten benötigen, hat das hier Dargebotene erst einmal herzlich wenig mit 1-2-3-4-Punkrock im oberflächliche Sinne zu tun. Ganz im Gegenteil. Titel wie der Opener "An elastic band" oder "Damaged in transit" schnurren begleitet von angezerrten Gitarren und LoFi-Schlagzeug eher charmant, rumpelig denn räudig, rebellisch um die Tanzbeine. Kratzbürstig und punkig sind die Songs vielmehr in Aufbau und Rhythmus. So arbeitet die Band stets ein wenig neben der Spur und damit gegen das Songwriting-Establishment herkömmlicher Rocker. Das allerdings äußerst geschmeidig. Bestes Beispiel ist die Single "Nosebleed song # 1", die mit ihrer gleichermaßen stolpernden wie auch hypnotischen Zusammenarbeit von Bass (den hier Muncie-Girls-Sängerin Lande Hekt bedient) und Gitarre verzückt. Aber auch bei dem Melancholiker "A broad definition of success", dem träumerischen "Stop calling" oder einem Uptempo-Stück wie "A new language" fügt sich am Ende trotz diverser Ecken und Kanten alles harmonisch zusammen. Dabei wirkt auch das im Vergleich nach vorne preschende "Domino" nie brutal, sondern maximal bittersüß. Und das liegt auch an den von Sänger und Songwriter Rory Matthews dringlich vorgetragenen Alltagsbeobachtungen, die passend zum reduzierten Soundkostüm selten konkret, meist aber diffus unbequem sind. Die Zeile "I answer my phone when you stop calling" sei hier als ein Beispiel für die Herangehensweise von Matthews genannt, dessen in behutsamen Humor getränkte Gedankenwelten souverän jede Peinlichkeit umschiffen.

Trotz ihrer Eingängigkeit und eines geradezu fluffigen Album-Flusses verkommen die Songs dabei nie zu devoten, nach Zustimmung heischenden Hits, sondern bleiben in ihrer Verschrobenheit immer ein wenig unberechenbar. Womit sich der Katzenkreis schließt. The Fairweather Band gelingt mit ihrem Debüt eine verspielte Mischung aus verschmuster Eingängigkeit, die bei jedem Hören erneut die Mundwinkel nach oben zucken lässt – aber auch immer an die im Verborgenen lauernden Krallen erinnert.

(Oliver Windhorst)

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Highlights

  • Nosebleed song #1
  • Domino
  • Stop calling

Tracklist

  1. An elastic band
  2. Nosebleed song #1
  3. Nosebleed song #2
  4. Making waves
  5. Damaged in transit
  6. A new language
  7. Lightning without thunder
  8. Disguise
  9. Disregard
  10. A broad definition of success
  11. Domino
  12. Stop calling
  13. More opportunities

Gesamtspielzeit: 24:22 min.

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User Beitrag

Armin

Postings: 14507

Registriert seit 08.01.2012

2016-09-02 16:13:01 Uhr
Liebe Medienpartner,

heute erscheint endlich das Debütalbum „Meow“ des britischen Indie-Folk-Rock Trios The Fairweather Band aus Exeter. Die Band um Songwriter Rory Matthews und Muncie Girls-Bassistin Lande Hekt hat in den vergangenen Wochen bereits Videos zu den beiden Singles „Domino“ und „Nosebleed Song #1“ veröffentlicht - das Debütalbum kann ab sofort u.a. bei Spotify & Bandcamp gestreamt und auf Vinyl & CD hier bestellt werden: http://bit.ly/2auxbIL

The Fairweather Band - Meow
Specialist Subject Records / Broken Silence
Release Date: 02. September 2016

https://specialistsubject.bandcamp.com/album/meow

Armin

Postings: 14507

Registriert seit 08.01.2012

2016-08-17 21:05:33 Uhr
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Postings: 14507

Registriert seit 08.01.2012

2016-08-02 11:46:24 Uhr
Nach der Veröffentlichung ihrer selbstbetitelten Debüt-EP vor gut zwei Jahren und einem exklusiven Song-Beitrag auf Alcopop!’s „Sensible Record Labels“ RSD-Compilation, erscheint am 02. September 2016 nun endlich das Debütalbum „Meow“ des britischen Indierock-Trios The Fairweather Band aus Exeter auf Specialist Subject Records / Broken Silence.

Nachdem die Band kürzlich mit „A New Language“ den ersten Song aus "Meow" veröffentlichte, gibt es jetzt mit "Nosebleed Song #1" einen weiteren Song aus dem neuen Album zu hören. Hier könnt ihr euch das passende Video zur Single anschauen: http://youtu.be/l6o1JpHUilg

Gitarrist und Songwriter Rory Matthews zum neuen Video: „Der Song ist von der lässigen und doch brutalen Atmosphäre von Nasenbluten, oder einem Gespräch über einen Autounfall inspiriert. Wir haben das Video zu „Nosebleed Song #1“ an unserem absoluten Lieblingsort, dem Cavern Club in Exeter gedreht, und eine Ewigkeit damit verbracht, das Fake-Blut nach dem Dreh vom Boden zu entfernen.“

The Fairweather Band verbinden Punk, Indierock und britischen Folk und kreieren damit einen einzigartigen, frischen und ansteckenden Sound. Ihr Debütalbum klingt fast so, als hätte das Trio an der The Minutemen’s School of Songwriting Unterricht genommen, schreiben sie doch eingängige Unter-2-Minuten-Hits, die manchmal jedoch etwas seltsam und ungeschickt erscheinen. The Fairweather Band eifern auf „Meow“ der hypnotischen Qualität von Leatherface, dem vertrackten Gitarrenstil eines Nic Jones und Paul Simons Pop-Verständnis nach. Songwriter, Leadsänger und Gitarrist Rory Matthews verwendet in seinen Texten häufig unbequeme und eher unübliche Metaphern und schreibt Zeilen, die beunruhigend, rätselhaft und faszinierend zu gleich sind.

„Meow“ wurde Anfang des Jahres zusammen mit Produzent John Hannon im No Recording Studio in Southend aufgenommen. The Fairweather Band sind Rory Matthews (Gesang/Gitarre), Lande Hekt (Bass/Gesang) und Corey Partridge (Drums). Hier könnt ihr das Album vorbestellen: www.shop.specialistsubjectrecords.co.uk

TRACKLISTING:

01. An Elastic Band
02. Nosebleed Song #1
03. Nosebleed Song #2
04. Making Waves
05. Damaged In Transit
06. A New Language
07. Lightning Without Thunder
08. Disguise
09. Disregard
10. A Broad Definition of Success
11. Domino
12. Stop Calling
13. More Opportunities

www.facebook.com/thefairweatherband
www.twitter.com/thefwband
www.instagram.com/thefairweatherbanduk


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