Omar Rodriguez-Lopez - Sworn virgins

Omar Rodriguez-Lopez- Sworn virgins

Ipecac
VÖ: 15.07.2016

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Sag alles ab

"Schatz... ich fürchte, wir müssen uns unterhalten."

"Aber Liebling, was ist denn los? Du siehst ja ganz verängstigt und nervös aus."

"Ich – ich... wir können uns dieses Jahr nicht mehr sehen. Es geht nicht."

"Was? Aber warum?!"

"Es ist so... es liegt nicht an dir. Das Problem ist: Omar Rodriguez-Lopez veröffentlicht wieder Soloalben."

Die Omar-O-Holiker waren viel zu lange auf dem Trockenen, eine gefühlte Ewigkeit. Über 1000 Tage ist es her, dass Rodriguez-Lopez sein 26. (!) Soloalbum "¿Sólo extraño?" veröffentlichte, Platten als Quartett, Quintett oder El Grupo Nuevo mal großzügig miteingerechnet. Seitdem war der Wuschelkopf selbstverständlich nicht untätig, machte mit den alten The-Mars-Volta-Weggefährten als Antemasque gemeinsame Sache und steht aktuell sogar mit At The Drive-In wieder auf den Bühnen der Welt. Und jetzt produziert der also auch wieder Soloalben nebenher? Nicht ganz.

Das Material der sage und schreibe zwölf Alben, die uns im Zwei-Wochen-Takt bis Ende des Jahres erwarten, ist bereits zwischen 2008 und 2013 entstanden und soll Rodriguez-Lopez zufolge den Schlussstrich unter seine Karriere als Solokünstler setzen. Der Tod seiner Mutter im Jahr 2012 hatte ein Umdenken angestoßen: Fortan nur noch Bands, keine Einzelgängerei mehr. Um das Material aber nicht im Archiv versauern zu lassen, schickte er die Festplatten an Chris Common, welcher bereits für The Mars Volta und Antemasque in Sachen Mixing involviert war, um daraus Alben zu destillieren.

"Sworn virgins" heißt der Auftakt zur Albumflut und markiert einen definitiv gelungenen Start. Als spacig, vertrackt und "freaked out" wurde das Material vorab beschrieben, aber da ist man vom Querdenker aus El Paso ganz anderes gewöhnt. Die Platte besitzt einen eigenständigen Sound aus Gitarrenriffs und -gegniedel, Noir-Atmosphäre, New-Wave-Anleihen und stark verzerrtem Gesang. Wie das klingt? Nun ja, in etwa wie eine zombiefizierte Fassung seines Materials mit Bosnian Rainbows. Zielloses Mäandern? Recht wenig – man höre die überraschend eingängige Single "To kill a chi chi", eines seiner zugänglichsten Solo-Stücke überhaupt, welches fast schon als "Hit" bezeichnet werden kann.

Eine kurze, verzettelte Sackgasse wie "Saturine" ist verzeihlich, wenn darauf das rhythmisch einprägsame "Crow's feet" folgt. Dieses wird – wie einige andere Tracks ebenfalls – im nachfolgenden Stück noch weiter gesponnen. Natürlich ist das weiterhin nichts für Leute, die auch bei The Mars Volta ein gesteigertes Bedürfnis nach Aspirin oder Ohrschützern verspüren. Doch man braucht bei weitem kein Masochisten-Diplom für "Sworn virgins", es reiht sich in die Riege zugänglicherer Omar-Alben ein. Was kommt nun? Käsiger Pop, der ohne Probleme im Radio laufen kann? Krude Experimente, die Plattentests-Redakteure erneut zu onomatopoetischen Höchstleistungen anspornen? Er hält uns jedenfalls auf Trab.

(Felix Heinecker)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • To kill a chi chi
  • Crow's feet
  • Logged into bliss
  • Twice a plague

Tracklist

  1. Pineapple face
  2. Not even Toad loves you
  3. To kill a chi chi
  4. Trick harpoon stare of baby
  5. High water hell
  6. Saturine
  7. Crow's feet
  8. Heart mistakes
  9. Logged into bliss
  10. Fortuna
  11. Twice a plague

Gesamtspielzeit: 35:44 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

The MACHINA of God

Postings: 9453

Registriert seit 07.06.2013

2016-08-17 22:27:25 Uhr
Oder einfach oft reinhören. :)
Keine Ahnung, ich höre haöt Musik 80% mobil, womit Spotify für mich perfekt ist. CDs machen einfach keinerlei Sinn mehr und sind auch viel zu teuer. Und nur mp3? Püh, da kann ich auch Spotify machen.

Affengitarre

Postings: 2198

Registriert seit 23.07.2014

2016-08-17 22:25:05 Uhr
Reinhören habe ich ja gemacht. Aber wenn ich ein Album richtig kennenlernen will, muss ich das schon besitzen.

The MACHINA of God

Postings: 9453

Registriert seit 07.06.2013

2016-08-17 22:16:02 Uhr
Spotify zum Reinhören? Ich versteh euch immer gleich Zahler nicht.

Affengitarre

Postings: 2198

Registriert seit 23.07.2014

2016-08-17 22:12:59 Uhr
Habe bisher auch eher nur reingehört, anstatt es richtig zu hören. Möchte ungern jetzt pro Album 8 Dollae bezahlen, falls später noch eine physische Version erscheint (in Form einer Box oder so?). Ich habe nämlich keine Lust, zwei Mal zu bezahlen.

The MACHINA of God

Postings: 9453

Registriert seit 07.06.2013

2016-08-17 22:00:25 Uhr
Komm langsam nicht mehr hinterher. Muss mich erstmal mehr in "Corazones" reinhören, was mir fast etwas seicht klang. Und die aktuelle. Und die neue kommt ja auch schon. Uff.
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Threads im Plattentests.de-Forum