Don DiLego - Magnificent ram a

Don DiLego- Magnificent ram a

One Little Indian / Rough Trade
VÖ: 15.07.2016

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Darf ich das behalten?

Hat er sich das etwa bei Will Grigg abgeschaut? "I'm on fire" heißt einer der Tracks auf Don DiLegos vierter Platte "Magnificent ram a". Vierte Platte? Jawohl. Viel zu schade, dass den guten Mann hierzulande kaum einer kennt. Nun gut, seit er 2006 mit "Photographs of 1971" sein letztes Album veröffentlichte, war es ohnehin recht still um den Amerikaner geworden – von seinen Bühnenauftritten mal abgesehen: DiLego ist ein Tour-Monster. Unterwegs war er immer in der Zwischenzeit, stand mit Norah Jones, Sheryl Crow, Graham Parker oder auch Duran Duran auf der Bühne. Wilco schätzen ihn, so liest man, auch Bruce Springsteen hat schon Gutes über den Singer-Songwriter verlautbaren lassen. Kein Wunder: DiLego macht absoluten Next-level-Shit. Und zwei Genres, die bisweilen recht entwicklungsresitstent wirken: Country und Americana.

Schon nach zwei Songs von "Magnificent ram a" wird dem Hörer klar, dass er es da mit einem Genie zu tun hat. Im Opener "Karma king" greift der Mann aus Portland, Oregon zur Sitar, um dann doch einen Country-Song zu spielen. Bollywood meets Western. Das ist weniger wirr als es klingen mag, stattdessen marschiert das Stück geradewegs in den Sonnenuntergang und eröffnet eine wilde Nacht am Lagerfeuer. Der zweite Titel ließe Marcus Mumford neidisch blicken, soviel Energie versprüht "A wishful poem", das DiLegos Stimme wunderbar herausstellt. Ein bisschen erinnert er gesanglich an Brandon Flowers, nur die Allüren des The-Killers-Sängers gehen ihm vollkommen ab. Scheunentanz reloaded, wenn die E-Gitarre ins Geschehen tritt und DiLego eine Minute vor Schluss so richtig loslegt, während ihm ein "Huh-uh"-Chor zur Seite springt.

Das bereits angeführte "I'm on fire" ist die Hymne des Albums: In klassischem Tempo, begleitet von der Hammond-Orgel, wird getrabt und galoppiert. DiLego ist scheiße gut drauf und will das die Welt wissen lassen. Er trumpft im Refrain mit Falsett auf und freut sich auf ein Wiedersehen mit seiner Herzensdame: "I'm gonna make it home, honey." Gemeinsam geht es auf eine Reise: "Go pack your suitcase" kündet zwischen Trompeten und Slidegitarre von der anstehenden Tour. Eine perfekte Ballade. "The west side oak" ist ein Song zum Mitsingen und Mitklatschen, der sicher nicht zufällig an "I love rock'n'roll" erinnert. Das sowas auch im Country funktioniert, ohne dass es billig wird, hat DiLego damit bewiesen. Eine weitere Ballade ist das unglaublich herzerwärmende "Idiot heart", welches nicht nur das Piano heranzieht, sondern sich zudem auf einen Synthie-Beat setzt. Noch so ein Ding, dass Marcus Mumford erblassen ließe. Episch.

Viel zu wenig ist bekannt über den Mann, der hier seine Magie versprüht. Dass dahinter ein Konzept der künstlichen Verknappung steckt, ist dabei kaum anzunehmen. Auf "Magnificent ram a" präsentiert sich Don DiLego als ehrlicher Lebemann, der sein Herz auf der Gitarrensaite trägt. Eigentlich möchte man gar nicht so gern teilen, was man da entdeckt hat und es wie ein Geheimnis hüten, andererseits wäre es eine Schande nicht davon zu berichten. Daher: Anhören, es lohnt sich!

(Pascal Bremmer)

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Highlights

  • A wishful poem
  • I'm on fire
  • Go pack your suitcase
  • Idiot heart

Tracklist

  1. Karma king
  2. A wishful poem
  3. Drive like pirates
  4. I'm on fire
  5. Go pack your suitcase
  6. Up in smoke
  7. Don't bury me alive
  8. The west side oak
  9. Running in place with a desperate heart
  10. Idiot heart

Gesamtspielzeit: 38:05 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
JJ
2016-07-14 20:52:50 Uhr
Klingt doch eher nach Keane, Travis & Co. als nach Wilco. (& Neil Young..?) Aber hübsche Melodien. Gute Platte. Danke, PT, für die Bekanntmachung.

Armin

Postings: 12576

Registriert seit 08.01.2012

2016-07-13 20:44:39 Uhr
Frisch rezensiert.

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