Alt-J - Live at Red Rocks

Alt-J- Live at Red Rocks

Infectious / [PIAS] Cooperative / Rough Trade
VÖ: 24.06.2016

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Tanz den Pythagoras!

Nur wenige Bands konnten in den vergangenen Jahren einen solchen Kickstart hinlegen wie Alt-J: Nach dem fulminanten und zunächst vielleicht sogar leicht unterschätzten Debütalbum "An awesome wave" von 2012 und dem vor zwei Jahren veröffentlichten und hierzuseits groß zelebrierten Nachfolger "This is all yours" füllten die Briten im Handumdrehen größte Hallen und entwickelten sich in dieser doch kurzen Zeit zu einem internationalen Top-Act. Davor kann man, nein, sollte man gar den imaginären Dreieckshut ziehen. Um diesen Erfolg ein wenig zu feiern, bringt das Quartett aus Leeds mit "Live at Red Rocks" nun das erste Live-Album heraus. Betrachtet man die immer noch junge Karriere der Band, so ist dies doch ein beeindruckendes Dokument, ein durch und durch überzeugendes Zwischenzeugnis, das einem anschaulich vor Aug und Ohr führt, wie viele astreine Hits die Jungs ihr Eigen nennen können. Ausschuss ist bei Joe Newman und Co. nämlich wirklich ein Fremdwort.

So reiht sich auf "Live at Red Rocks" also Ohrwurm an Ohrwurm an Ohrwurm. Und das ist sicherlich auch das größte Pfund, mit dem Alt-J wuchern können. Ihre Bühnenshows sind trotz einer gewissen Opulenz – die die größeren Konzerthallen eben so mit sich bringen – recht minimal, insbesondere, was die Interaktion mit dem Publikum angeht. Der Fokus liegt auf den Songs und die sind ohnehin über jeden Zweifel erhaben. "Live at Red Rocks" funktioniert daher auch wie eine Greatest-Hits-Sammlung, eine saftige Leistungsschau, wobei das bisschen Angeberei den Jungs von Alt-J freilich gestattet sei. Wer fabelhafte Songs wie "Fitzpleasure" oder "Dissolve me" im Portfolio hat, ist natürlich auch in der Konzert-Situation klar im Vorteil. Auch wenn sich, uns das mag der ein oder andere vielleicht kritisieren, die Live-Versionen der Songs nur unwesentlich von denen auf den Studioalben unterscheiden. Alt-J agieren hier weniger als Soundtüftler, die ihre Stücke umständlich umarrangieren, bleiben sie sich selbst und ihrem Klang doch überwiegend treu.

In erster Linie stechen folglich auch jene Songs heraus, die auf "An awesome wave" und "This is all yours" aufhorchen ließen: Das fantastisch schwärmerische "Bloodflood"-Doppel schließt Augen und bewegt Körper im Takt, zum atmosphärischen "Tessellate" werden eifrig Finger zu Dreiecke verknotet und "Taro" zwingt auch den größten Tanzmuffel zur ekstatischen Eurythmie. Für "The gospel of John Hurt" lässt sich das Quartett mächtig Zeit, um Spannung aufzubauen, es folgt amtliches Alt-J-Gebimmel, klassische Alt-J-Chöre und charakteristisches Alt-J-Getrommel, dass es eine helle Freude ist. Im gelungenen Cover von "Lovely day" findet die Band dann einen Ruhepol, bevor im abschließenden "Breezeblocks" ein glanzvoller Abend sein Ende findet. Einzig schade: Kein neuer Song, kein Hinweis auf die Zukunft. Wenn diese jedoch nur ansatzweise so brillant wird wie die Vergangenheit, muss man sich indes keine Sorgen machen.

(Kevin Holtmann)

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Highlights

  • Fitzpleasure
  • Bloodflood
  • Bloodflood pt. II
  • Taro

Tracklist

  1. Hunger of the pine
  2. Fitzpleasure
  3. Something good
  4. Left hand free
  5. Dissolve me
  6. Matilda / Interlude 2
  7. Bloodflood
  8. Bloodflood pt. II
  9. Interlude 1
  10. Tessellate
  11. Every other freckle
  12. Taro
  13. Warm foothills
  14. The gospel of John Hurt
  15. Lovely day
  16. Nara
  17. Leaving Nara
  18. Breezeblocks

Gesamtspielzeit: 74:36 min.

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User Beitrag

The MACHINA of God

Postings: 8660

Registriert seit 07.06.2013

2016-07-26 19:20:25 Uhr
@DC:
Recht alt, aber immer noch wahr.
Ich würde das gern mal für The XX hören, da ist das Schema fast noch gleicher.
cromm
2016-07-26 15:30:20 Uhr
wenn die grausige stimme nicht wäre, wäre die band sogar ganz erträglich..

Demon Cleaner

Postings: 5648

Registriert seit 15.05.2013

2016-07-26 15:15:18 Uhr
How to write an alt-J song :-)
TommyD
2016-07-07 19:45:11 Uhr
Leider grauenhafter Live-Gesang. Wird das Gejaule auf den Alben noch gerade so im Zaum gehalten, kann ich mir die gesangliche Vergewaltigung der eigenen Hits nicht lange anhören. Daher auch nur als Snippets über iTunes. Reicht.

The MACHINA of God

Postings: 8660

Registriert seit 07.06.2013

2016-07-07 10:56:19 Uhr
Die beiden ersten Wertungen waren ja auch Quatsch. :)
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