Curve - Gift

Curve- Gift

Fat Lip / Artful / Fullfill / Universal
VÖ: 19.11.2002

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Kurvendiskussion

Es gibt kein Deuteln. Garbages "Beautifulgarbage" ging nach zwei funkelnden Geistesblitzen gerade mal als durchgebrannte Sparlampe durch. Wo sich einst präzisionsgesägte Gitarren und tiefausgeschnittene Melodien breitgemacht hatten, kamen plötzlich platter Pop und verzagter Rock nicht mehr aus dem Quark. Die vermeintlichen Vorreiter steckten in der Sackgasse.

Die Vorreiter? Streng genommen nicht wirklich. Denn die aufreizende Fusion von zündendem Rock, zuckendem Electro und züngelndem Pop war keineswegs auf dem Mist von Butch Vig und Co. gewachsen. Aber wer kennt schon Curve? Wer hat schon die famose Bekanntschaft von Dean Garcia und Toni Halliday miterlebt, die bereits 1992 Maßstäbe setzen konnte? Wer also wartet gespannt auf "Gift", das erste Lebenszeichen nach dem fünf Jahre zurückliegenden "Come clean"?

Bereits wenn man die nervenzerrenden Gitarren des Openers "Head above water" wie eine massive Holzlatte zwischen den eigenen Zähnen spürt, wagt man kaum zu schlucken. Doch zwischen den aufgetürmten Riffs und donnernden Beats säuselt sich Hallidays verführerischer Sirenengesang hindurch. Ein sanftes Streicheln im Gesicht, bevor der Stöckelschuh urplötzlich mitten in die Eingeweide trifft. Da würde selbst Miss Shirley Manson ihren Kaugummi verschlucken.

Doch selbst wenn die Dampframme zurück ins Glied gepfiffen wird, brodeln die von Ben Grosse (Filter) auf den Punkt gemixten Songs vor Intensität. Könner wie Alan Wilder (Depeche Mode, Recoil), My Bloody Valentines Kevin Shields, Flood und Alan Moulder ließen es sich nicht nehmen, den düsteren Industrial-Pop von Curve weiter zu verfeinern: unheilvolles Blubbern und verschleppte Rhythmen, sinnliche Melodien und rasierklingenscharfe Powerchords. Zeilen wie "Staying together for the sake of the memories" laufen einem in "Perish" den Rücken herunter wie ins Tal fließende Lava. Die Schönheit des Desasters.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Head above water
  • Gift
  • Perish
  • Hung up

Tracklist

  1. Hell above water
  2. Gift
  3. Want more need less
  4. Perish
  5. Hung up
  6. Chainmail
  7. Fly with the high
  8. My tiled white floor
  9. Polaroid
  10. Bleeding heart

Gesamtspielzeit: 46:26 min.

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