The Coral - The Coral

The Coral- The Coral

Deltasonic / Sony
VÖ: 07.01.2003

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Bunte Hunde

Wer als verantwortungsbewußtes Elternteil gesteigerten Wert darauf legt, daß beim eigenen Sprößling später mal alle Schrauben fest angezogen an der richtigen Stelle sitzen, sollte einige Dinge besser vor seinen Kindern verbergen. Gewisse Neigungen und dazugehöriges Spielzeug zum Beispiel. Den Schlüssel fürs Medikamentenschränkchen. Oder die alte Plattensammlung. Die Eltern der sechs Halbstarken, die zur Zeit als The Coral die britische Musikszene munter auf den Kopf stellen, sind elende Versager. Zumindest in dieser Hinsicht.

Das ist nun aber noch lange kein Grund, ihnen jetzt mit Jugendamt oder ähnlichen Scherzen zu drohen. Ganz im Gegenteil. Man sollte ihnen die Füße küssen! Ihre Zöglinge haben zwar mächtig einen oder zwei an der Waffel, dürfen dafür aber mit Fug und Recht als wahre Wunderkinder bezeichnet werden. Ihr dto.-Debüt ist nämlich nicht bloß auffallend großartig geraten, es lädt auch noch zur fröhlichen Kaffeefahrt durch die spannendsten Teile der Musikgeschichte ein. Alles anschnallen, bitte!

Zusammengeflickt wurde die im wahrsten Wortsinn wahnsinnige Platte aus Einzelteilen, die selbst, als die Coral-Kids noch die Windeln füllten, schon ein paar Jährchen aus der Mode waren. Der kompakte Psycho-Thriller "Spanish man" schwört auf die Kraft der verstimmten Gitarre, der Schepper-Blues von "Shadows fall" klingt, als hätte er früher mal was mit Reggae gehabt. Kaum zu glauben, daß diese frühreifen Frischlinge zusammen ungefähr so alt wie Paul McCartney sind. Der hätte hier übrigens auch einiges zu lachen. Man höre nur den stets unternehmungslustigen Baß, von dem es einem schon mal schwindelig werden kann.

Hinter den Ohren schimmert es grün, die Augen leuchten rot, und im Nacken schmiedet der Schalk bereits an der nächsten Verrücktheit. "Dreaming of you" guckt der Orgel bei waghalsigen Purzelbäumen zu, während ein paar Bläser schmollend vor sich hinbrummen. Nicht einen Deut gewöhnlicher kommt die brennend heiße Single "Goodbye" daher, die mit schnittiger Gitarre, heiteren Cannabis-Chören und dramatischem Countdown im ein oder anderen Gehirn den Verkehr zusammenbrechen läßt. Bis man seine Vorratskammer aufgeräumt hat, sind die wendigen Stücke von The Coral aber längst drei Schritte und zwei Jahrzehnte weiter. Da bleibt nur eins: staunen. Ganz einfach.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Dreaming of you
  • Goodbye
  • Calendars and clocks

Tracklist

  1. Spanish man
  2. I remember when
  3. Shadows fall
  4. Dreaming of you
  5. Simon diamond
  6. Goodbye
  7. Waiting for the heartaches
  8. Skeleton key
  9. Wildfire
  10. Badman
  11. Calendars and clocks

Gesamtspielzeit: 43:08 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
klostein
2003-01-12 21:58:08 Uhr
Ja, es ist Retro.
Aber keiner aus dieser Referenzenspalte.
Stretchlimo
2003-01-12 17:43:23 Uhr
Wer abstreitet, daß eine Band, die einen Song wie "Goodbye" vorschickt, massiv rückwärtsgewandt sei, redet irgendwie an der Realität vorbei. Natürlich ist das "retro". Aber sowas von.
klostein
2003-01-12 17:42:25 Uhr
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Im Bereich Interpreten gab es 1 Treffer:
...And You Will Know Us By The Trail Of Dead - Source tags & codes

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Rrakli
2003-01-12 13:44:44 Uhr
Trail Of Dead retro?
ich glaube das muss mir mal jemand erklären.
klostein
2003-01-12 12:45:04 Uhr
Nein, Herr Ding das Album ist zwar "Retro", aber dennoch nicht so auf der The Strokes-Schiene wie zum Beispiel Trail of Dead oder der Black Rebel Motorcycle Club.
Für mich klingen da nur ab und an die Beatles oder die Doors durch, im posivitiven Sinne. Deswegen würd ich The Coral noch lange nicht als Retro Band "beschimpfen".
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