The Felice Brothers - Life in the dark

The Felice Brothers- Life in the dark

Yep Roc / H'Art
VÖ: 24.06.2016

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Authentizität in Reinkultur

Wenn eine Band existiert, die seit jeher Album für Album die immer gleichen Fixpunkte bietet und trotz dieser vermeintlichen Stagnation ihre Fanbase am Leben hält, ja sogar erweitert, sind es zweifelsohne The Felice Brothers. Im Prinzip könnte auch jede vorherige Rezension als Blaupause dienen – es würde größtenteils passen, denn das vermittelte amerikanische Lebensgefühl bleibt stets gleich, Veränderungen finden höchstens in Nuancen statt. Und dennoch fällt es auch bei "Life in the dark" schwer, trotz der konstanten Klanglandschaften auch nur ansatzweise Kritik zu äußern. Doch wie schaffen das die Brüder aus New York immer und immer wieder?

Das Leitmotiv, das die Felice Brothers auszeichnet und den Garant für die Lobhudeleien bildet, lautet Authentizität. Ein fast schon ausgenudelter Begriff unserer Generation, der jedoch hier ins Schwärzeste trifft. Sobald der erste Ton erklingt, fühlt sich der Amerikaner geborgen – und alle anderen, als würden sie auf einer Veranda in Texas sitzen und nicht nur von der Freiheit träumen, sondern sie auch ausleben. Genau das ist das Geheimnis von Authentizität als positives Gütesiegel: Echtheit und Glaubwürdigkeit ausstrahlen, selbst wenn man das Gehörte noch nicht selbst erlebt hat, aber auch zeitgleich Geborgenheit und Verlässlichkeit generieren, sodass ein wohliges Gefühl entsteht.

Diese angenehme Grundstimmung erzeugt auch "Life in the dark" trotz des düsteren Titels vom ersten Moment an. "Aerosol ball" als Opener und Single katapultiert das Szenario unmittelbar in eine Spelunke, in der die Stimmung den Siedepunkt erreicht hat, während Ian Felice mit sich oft überschlagender Stimme von (s)einem "special girl" singt. "Jack at the asylum" nimmt dem Ganzen ein wenig den Whiskey aus der Lunge und steht stellvertretend für die politische Seite der Felice Brothers, die stets das amerikanische Ideal hinterfragt.

Egal, ob resigniert-melancholisch wie in "Life in the dark" oder "Triumph '73", retrospektiv-rockend wie "Plumber" oder couragiert-tanzbar wie bei "Dancing on the wing" – die Felice Brothers verkörpern den Country-Folk mit all seinen Facetten. Überraschend schnell und in bisheriger Rekordzeit findet der mentale Ausflug nach Übersee sein Ende, was aber eher erfrischt als enttäuscht. Das hohe Niveau des Vorgängers "Favorite waitress" erreicht "Life in the dark" zwar insgesamt nicht ganz, aber das fällt nicht groß ins Gewicht. Vielmehr überwiegt die Freude darüber, wiederholt die Reise ins klischeebehaftete Reich der Landstreicher antreten zu können. Auf diesen Trip dürfen uns die Felice Brothers gerne noch viel, viel öfter schicken.

(Christian Laude)

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Highlights

  • Aerosol ball
  • Jack at the asylum
  • Life in the dark

Tracklist

  1. Aerosol ball
  2. Jack at the asylum
  3. Life in the dark
  4. Triumph '73
  5. Plunder
  6. Sally!
  7. Diamond bell
  8. Dancing on the wing
  9. Sell the house

Gesamtspielzeit: 40:06 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Felic
2016-06-20 16:57:00 Uhr
Leute, warum schreibt das nicht einer, der sich mit der Band auskennt?
silke
2016-06-16 15:49:21 Uhr
Ohmann, das ist echt eine scheiß-Rezension. Zumal Authentizität gerade für "unsere" Generation ja wohl überhaupt nicht ausgebuddelt ist. Schwach
Nörgler
2016-06-16 10:04:41 Uhr
Stagnation bei den Felice Brothers?
Hat Herr Laufe nie Celebration, Floria gehört und nichts von den Umbesetzungen innerhalb der Band mitbekommen?

Und was ist das hier für ein Unfug: "Genau das ist das Geheimnis von Authentizität als positives Gütesiegel: Echtheit und Glaubwürdigkeit ausstrahlen, selbst wenn man das Gehörte noch nicht selbst erlebt hat"

Und "Diamond Bell" nicht in den Highlights?

Ganz schwacher Text zu einem Album, das wirklich mehr Sorgfalt verdient gehabt hätte. Schade, Plattentests

Armin

Postings: 10543

Registriert seit 08.01.2012

2016-06-15 21:50:17 Uhr
Frisch rezensiert.

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