Peter Bjorn And John - Breakin' point

Peter Bjorn And John- Breakin' point

Ingrid / Kobalt / Rough Trade
VÖ: 10.06.2016

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Die nächste Runde geht rückwärts

Sonntagvormittags im ZDF-Fernsehgarten. Andrea Kiewel hat wieder ihre gute Laune mitgebracht und freut sich auf unseren einzig wahren Superstar: Alexander Klaws trägt ein enges, auf Vintage getrimmtes Hemd und performt seinen neuen Smash-Hit aus der Dieter-Bohlen-Schmalzfabrik. Die Playbackkiste springt an, der Beat stampft auf eins und drei, das dezent betagte Publikum versucht, artig im Takt zu klatschen. Alex beißt sich lasziv in die Unterlippe, macht mit der rechten Faust seine Siegergeste, von links kommt ... Moment mal, ist das ein Banjo?

Das verflixte siebte Album von Peter Bjorn And John klingt für deutsche Ohren mitunter befremdlich. Dabei sei ihre Motivation eine ganz andere gewesen: Man habe gemeinsam – völlig undenkbar in Schweden – ABBA gehört und beschlossen, es ihrer Leichtigkeit gleichzutun.

In Sachen Leichtigkeit beweisen sie sogar Kontinuität: Die Texte auf dieser Platte zeugen von einem bräsigen Geist mit vereinzelten Absichtserklärungen, zeitnah in die Spontaneität ausbrechen zu wollen. Nun, das klappt so mittel. Es klappte schon immer nur so mittel. Doch der Kampf mit dem Ideal der Leichtigkeit und gegen die eigene Lethargie machte Peter Bjorn And John schon immer so possierlich, dass sich ihre Songs gut hören ließen, während man im Zug verträumt aus dem Fenster schaute.

Mit "Breakin' point" kann man verträumt aus dem Autoscooter schauen. Ein Song wie "Do-si-do" könnte wunderbar auf dem Rummel zwischen Empire Of The Sun, launigen Durchsagen und Smokie laufen. Und wenn der Typ in der Kabine lustlos den Folgetrack "What you talking about?" hinterherwirft, merkt keiner was. Packen wir noch "It's your call" dazu, das klawsesque Stück mit dem Zupfinstrumentensample.

Dabei ist das Album gekonnt produziert worden: Paul Epworth (Adele, Coldplay, U2) stand etwa für "Dominos" Pate. Auf einer Kirmes mit notorisch grottiger Musikanlage gehen die sorgsam eingearbeiteten Gimmicks verloren, was amüsanterweise dazu führt, dass der stille Genuss von "Breakin' point" mit Kopfhörern bedeutend befriedigender ausfallen dürfte. Dann fällt auch auf, dass es wahrhaftige Glanzstücke gibt, die die alten Qualitäten mit dem neuen Sound zu vereinen vermögen ("A long goodbye"). "Nostalgic intellect" und "In this town" hätten sich zudem auf früheren Alben gut geschlagen.

Eines ist gewiss: "Breakin' point" verheißt den Ausbruch aus dem immerwährenden "Young folks"-Fluch. Doch die Chancen, wieder von Oliver Pocher gecovert zu werden, standen noch nie besser.

(Sohiel Partoshoar)

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Highlights

  • Dominos
  • A long goodbye
  • In this town
  • Hard sleep

Tracklist

  1. Dominos
  2. Love is what you want
  3. Do-si-do
  4. What you talking about?
  5. Breakin' point
  6. A long goodbye
  7. Nostalgic intellect
  8. In this town
  9. Hard sleep
  10. It's your call
  11. Between the lines
  12. Pretty dumb, pretty lame

Gesamtspielzeit: 40:54 min.

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User Beitrag

Armin

Postings: 13827

Registriert seit 08.01.2012

2016-06-01 20:00:22 Uhr
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Postings: 13827

Registriert seit 08.01.2012

2016-03-11 21:17:52 Uhr
Peter Bjorn and John veröffentlichen ihr neues Albums "Breakin' Point" am 10. Juni 2016 (Ingrid / Kobalt Label Services / Rough Trade)

Vorab feierte gestern der Track “What You Talking About” via Pitchfork Premiere und ist ab sofort bei allen Streamingplattformen verfügbar.

Hören "What You Talking About" (Youtube): http://smarturl.it/PBJWYTAYouTube
Hören"What You Talking About" (Vimeo): http://smarturl.it/PBJWYTAVimeo


Das Album ist die erste Veröffentlichung der Band seit über fünf Jahren und erscheint am 10. Juni 2016 über ihr eigenes Label Ingrid mit der Unterstützung von Kobalt Label Services. Für "Breakin' Point" haben sie sich mit Produzenten wie Patrick Berger (Icona Pop, Robyn), Paul Epworth (Florence And The Machine, U2, Paul McCartney), Greg Kurstin (Sia, Adele), Emile Haynie (Lana Del Rey, FKA Twigs, Kanye West), Pontus Winnberg (Miike Snow) und Thom Monahan (Wild Nothing, Devendra Banhart) eine ganze Reihe von Koryphäen mit ins Boot geholt.

"Breakin' Point" ist der Nachfolger des von Kritikern gefeierten Albums "Gimme Some" von 2011. "Gimme Some" war zugleich das erste Album von Peter Bjorn and John, für das sie externe Produzenten hinzugezogen hatten. „In großer Gesellschaft an einem Tisch zu sitzen ist weitaus anregender als nur unter sich zu sein“, betont Björn. „Wir haben uns die Leute bewusst ausgesucht. Vor jedem von ihnen haben wir großen Respekt. Wir wollten Popmusik machen, die relevant fürs Hier und Jetzt ist, nicht geleitet von unseren Fantasievorstellungen, was wir für relevant halten. Dabei haben wir gelernt, nicht auf irgendetwas zu beharren. Du musst ein Ziel anpeilen, was uns zunächst ein wenig Angst gemacht hat.“ Das Ergebnis ist ein Album, das nicht weniger als ein Karrierehighlight der Band darstellt.

Die Band freut sich auch sehr darüber, das Album über ihr eigenes Label INGRID veröffentlichen zu können, das Teil des INGRID-Künstlerkollektivs ist, das sie 2012 zusammen mit Andrew Wyatt und Pontus Winnberg von Miike Snow, Lykke Li, Coco Morier, Jocke Åhlund, Nille Perned und Jonas Torvestig gegründet hatten. Zum Kollektiv gehört auch ein eigenes Studios in Stockholm, in dem früher schon ABBA gearbeitet hat und in dem auch Künstler wie Santigold, Haim, a-ha und Chrissie Hynde Songs aufgenommen haben.

Außerdem hat das Trio sein Talent in den letzten fünf Jahren schon einer langen Liste eindrucksvoller Künstler geliehen, während sie "Breakin' Point" aufgenommen haben. Bjorn war unter Anderem mit Lykke Li und Franz Ferdinand im Studio, John hat mit Wild Nothing und Ane Brun aufgenommen und Neneh Cherry geremixt, während Peter an Aufnahmen von Doe Paoro, RAC und Cass McCombs mitarbeitete. Als Gruppe waren sie auch am neuen Yoko Ono Album "Yes I'm A Witch Too" sowie an Claptones Debütalbum "Charmer" beteiligt.

Die Band spielt vor der Veröffentlichung des Albums einige Konzerte in Nordamerika, UK und Europa.
In Deutschland spielen Peter Bjorn and John am 28. Mai beim Immergut Festival in Neustrelitz.

www.peterbjornandjohn.com
www.facebook.com/peterbjornandjohn
twitter.com/PeterBjornJohn
www.ingrd.com
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