Yuma Sun - Watch us burn

Yuma Sun- Watch us burn

Membran
VÖ: 01.04.2016

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 10/10

Polka aus der Hölle

Yuma Sun machen aus allem eine Polka. "Aus allem" meint zwar im Falle von "Watch us burn" hauptsächlich "Geschichten von Weltuntergang und Verfall", aber die Musik der Norweger auf die Autobahnabfahrt Hölle zu verkürzen, ist ein bisschen unfair. So dunkel und rußverschmiert die elf Songs auch sind, so vielschichtig sind sie auch. Da ist es beinahe schon ein bisschen doof von der Band, sich selbst als "Doom Rock" zu bezeichnen und damit schon fast freiwillig vor der ersten Hörprobe in die "Ist das nicht eigentlich Metal?"-Ecke zu gehen. Da gehören sie aber so überhaupt nicht hin.

Yuma Sun spielen die Art Apokalypse-Rock, die auch ihre Landsmänner von Kaizers Orchestra ganz famos beherrschen: Untergangs-Polka vor verkohlter Landschaft, zu dunkel für die Garage, zu klischeebefreit für Gothic und viel zu romantisch und tanzbar für jede Art von Metal. "St. Louise" beginnt nur mit einem pumpenden Bass, bevor die ganze Band im Stakkato einsteigt und den Song hüftschwingend niederbrennt, Handclaps und Mörderfantasie inklusive. Ein wenig später wird die Platte schon ein ganzes Stück kratzbürstiger. "Give me fever" verlangsamt die Polka zu einem wütenden Stampfen. Und während der Refrain eingängig bleibt, faucht Sänger Jaran Hereid zum Teil höllisch ins Mikro.

Die besten Momente der Platte gehören dem Doppel aus "Violets to stone" und "The Judas tree". Ersterer perfektioniert die Midtempo-Polka mit einem dramatisch klimpernden Piano, vorsichtig harmonischen Strophen und einem simpel-genialen Ohrwurmrefrain. Insbesondere der Weg zum ersten Refrain ist eine perfekt orchestrierte Schichtung aus Mollharmonien und sinistren Gitarren. "The Judas tree" vergisst alle Vorsichtigkeit schon in der leidenden ersten Strophe. "The night I opened up, and Satan walked in", schreit sich Hereid dann alle Frustration aus dem Leib, während die Gitarren plötzlich zu einer scharfen Tempoattacke ansetzen. Kurz vor dem Ende dann das Gegenteil: Plötzlich schrumpft das Tempo für einen Moment zu einem donnernden Schlurfen, bevor die Schlussakkorde einsetzen.

Auch wenn diese beiden Songs zweifellos die besten des Albums sind, verblasst die zweite Hälfte nicht in deren Feuerschein. In "King of light" kriegen Yuma Sun es fast perfekt auf, die Reihe, ihre aggressive Seite mit der tanzbaren zu vereinbaren. "War has begun" begibt sich gar in Reichweite einer Discokugel, während Hereid feststellt: "We will all walk hand in hand / All march hand in hand into hell." Und mit dem Rausschmeißer "Watch us burn" biegen sich die Norweger auch eine bedächtige Akustikballade in Richtung Untergangs-Polka zurecht und tanzen in die Flammen.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Violets to stone
  • The Judas tree
  • King of light

Tracklist

  1. St. Louise
  2. Give me fever
  3. Josephine
  4. Violets to stone
  5. The Judas tree
  6. Mary
  7. King of light
  8. War has begun
  9. The hospital
  10. High road
  11. Watch us burn

Gesamtspielzeit: 40:29 min.

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Armin

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2016-06-01 20:01:28 Uhr
Frisch rezensiert.

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