Katy B - Honey

Katy B- Honey

Virgin / Universal
VÖ: 22.04.2016

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Sitzen oder Stehen?

Der Platz zwischen den Stühlen war Katy B schon seit ihrem Debüt "On a mission" immer der liebste. Der jungen Künstlerin, die am renommierten Goldsmiths College ihren Abschluss in Popularmusik gemacht hat, fiel es so schwer, sich zwischen HipHop, Dubstep, Drum'n'Bass, R'n'B, Funk, House und Gitarrenmusik zu entscheiden, dass sie einfach all diese Einflüsse in ihren Sound integrierte und damit im Laufe ihrer Karriere eine beachtliche Fanschar hinter sich versammeln konnte. Nachdem es bereits für Anfang 2016 angekündigt wurde, erscheint ihr neues Album "Honey" nun zwar verspätet, aber dafür mit opulenter Feature-Liste. Mit von der Partie sind unter anderem Craig David, Major Lazer, Four Tet und der angesagte Londoner House-DJ KD, der im vergangenen Jahr mit der auch hierauf enthaltenen Katy-B-Kollaboration "Turn the music louder (Rumble)" einen Nummer-Eins-Hit im Vereinigten Königreich hatte. Die Frage, ob sich die ohnehin schon auf allen Genre-Hochzeiten spielenden Frau B. mit diesem Feature-Potpourri wirklich einen Gefallen getan hat, kann nur mit einem entschiedenen "Jein" beantwortet werden.

Zweifellos hat auch ihr dritter Longplayer wieder einige Highlights in petto. So kommt der durch elektronische Elemente angereicherte R'n'B in "Chase me" sehr lässig aus den Boxen und beißt sich danach direkt im Gehörgang fest. Genau wie "So far away", das Lust auf einen Spontanbesuch in der Cocktailbar seines Vertrauens macht. Die Single "Honey" braucht zwar ein paar Durchläufe, bis man ihrem lasziven Charme erliegt, aber dann lässt einen der ruhige Song nicht mehr los. Generell tritt die bürgerlich unter dem Namen Kathleen Brien bekannte Künstlerin hier im Gegensatz zu ihren letzten beiden Alben etwas mehr auf die Bremse. Auch die Ballade "Water rising" bietet Pop in Reinform und "Calm down" ist eine großartige Symbiose aus modernen Beats und Oldschool-Produktion.

Dennoch hat das Multitalent aus London auf "Honey" auch einige Male deutlich danebengegriffen. "I wanna be" wirkt beispielsweise seltsam hüftsteif, obwohl der Trackverlauf immer verzweifelt Richtung Tanzfläche drückt. "Lose your head" geht die Eigenständigkeit leider völlig ab und verabschiedet sich schon nach der ersten Strophe zum kleinsten gemeinsamen Nenner. "Who I am" würde wohl jeden Kelis-Plagiats-Wettbewerb gewinnen, aber leider wirkt der Song mit Katy B am Mirkofon weniger cool als bei der R'nB'B-Sängerin aus New York. So ist "Honey" zwar beileibe kein schlechtes Album geworden, aber im Gesamten betrachtet dann eben doch nur Mittelmaß. Damit sitzt Katy B nicht nur genretechnisch zwischen den Stühlen, sondern auch, wenn es um die Bewertung ihres neuen Werkes geht. An der einen oder anderen Stelle hätte der Platte sicher mehr Fokussierung und ein bisschen weniger Kollaboration gut getan. Oder anders ausgedrückt: Wer ständig zwischen allen Stühlen sitzt, kann nicht auf den Tischen tanzen.

(Marco Cianci)

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Highlights

  • Calm down
  • So far away
  • Water rising

Tracklist

  1. Honey
  2. Who I am
  3. So far away
  4. Chase me
  5. Lose your head
  6. I wanna be
  7. Calm down
  8. Heavy
  9. Turn the music louder (Rumble)
  10. Dark delirium
  11. Water rising
  12. Dreamers
  13. Honey (Outro)

Gesamtspielzeit: 53:48 min.

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User Beitrag

Armin

Postings: 15426

Registriert seit 08.01.2012

2016-04-26 23:23:12 Uhr
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Postings: 15426

Registriert seit 08.01.2012

2016-02-22 17:41:38 Uhr
Four Tet, Floating Points, Major Lazer, Craig David – das sind nur einige der namhaften Kollaborateure, die Katy B für ihr neues Album „Honey“ gewinnen

konnte, das am 29. April 2016 erscheinen wird.

„This project means a lot to me because I got to work with so many artists that I respect so highly“, sagt die Sängerin selbst. “Writing it was so natural and I hope people enjoy listening to it as much as I did making it.”



Bereits im Dezember erschien der Vorabtrack “Calm Down”, den sie gemeinsam mit Four Tet und Floating Points aufnahm:

Katy B x Four Tet x Floating Points – “Calm Down”: https://soundcloud.com/rinsefm/katyb-x-four-tet-x-floating-points-calm-down



Kürzlich veröffentlichte Katy B den gleichnamigen Titeltrack des Albums, der von KAYTRANADA produziert wurde:

Katy B x KAYTRANADA – “Honey“: https://soundcloud.com/rinsefm/katy-b-x-kaytranada-honey.



“Honey” ist eine Liebeserklärung an das Umfeld, das Katy B am meisten liebt und in dem sie sich pudelwohl fühlt – die Underground-Clubs von London. „I always love performing at places like Warehouse Project or Fabric“, sagt sie „and I wanted to have new songs that I could perform at that sort of gig. Just a few things remind people what I was about.” Auf dem Album verwischen die Grenzen zwischen Neo-Soul („Honey”), schaurigen, elektronisch angehauchten Balladen („Heavy“) und radiotauglichen Songs („Who Am I“, „So Far Away“) bis hin zu Club-Nummern („Dark Delirium“).
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