Sweatmaster - Sharp cut

Sweatmaster- Sharp cut

Bad Afro / Indigo
VÖ: 11.11.2002

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Finnische Sauna

Der musikalische Export Finnlands zeichnet sich häufig durch eine gewisse Eigentümlichkeit aus. Da gehören Cellisten zur Headbanger-Fraktion, Dilettanten mit überlangen Tollen machen Volkspunkrock, und ein Haufen Humppa-Weirdos dreht alles, wirklich alles durch den Polkawolf. Es ist also sicher gerechtfertigt, sich bei Sweatmaster zunächst ein paar skeptische Gedanken über die Ernsthaftigkeit ihres Musizierens zu machen. Man ist einfach vorsichtig, wenn Angehörige dieses Volkes mit der seltsamen Sprache zu Instrumenten greifen.

Die Aussprache ist dann auch das erste, was Sweatmaster als Finnen outet. "I am a demon and I love rrrrock'n'rrrroll" - so schön rollt man das "r" nur ganz im hohen Norden Europas. Abgesehen davon gibt es keine verräterischen humorigen Schieflagen, die auf die Herkunft des Trios hinweisen. Das heißt keineswegs, daß es auf "Sharp cut" besonders ernsthaft zuginge. Vielmehr ist der hier gebotene Spaß durchaus handfest und durchweg geeignet, ein internationales Publikum zu begeistern.

Die Schwitzmeister heizen ihren Ofen ordentlich auf, die Songs knallen trocken und heiß aus den Boxen. Bis hierhin paßt das Bild der Sauna perfekt zu "Sharp cut", allerdings bringen Sweatmaster ihre Zuhörer ganz anders zum Schwitzen. Stimulation des Bewegungsapparates heißt die bevorzugte Methode, denn es ist nahezu unmöglich, bei Popowacklern wie "Precious", "Get it, get it" oder "Nothing to do but win" stillzuhalten. Ohne Umwege geht die Musik vom Ohr direkt in die Beine und ist trotzdem von stumpfer Tanzgebrauchsmucke meilenweit entfernt. Hiermit bekommt man auch intelektuell anspruchsvollere Zeitgenossen auf die Tanzfläche.

Nach einer knappen halben Stunde dann paßt das Sauna-Bild plötzlich doch noch mal wie die Faust aufs Auge: Der erste Gang ist zu Ende, man ist verschwitzt, sehnt sich nach Abkühlung, eigentlich kam es einem viel länger vor. Eine kalte Dusche und ein paar Schlucke später fühlt man sich herrlich erfrischt und zu neuen Taten bereit. Wie wär's zum Beispiel mit noch einem Saunagang? Unwiderstehlich angezogen wandert der Finger zum "Start"-Knopf des CD-Spielers...

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Precious
  • Short note
  • I am a demon and I love rock'n'roll
  • Get it, get it

Tracklist

  1. Hold it!
  2. Well connected
  3. Precious
  4. Too much love
  5. Short note
  6. Wanna see it done
  7. I am a demon and I love rock'n'roll
  8. Get it, get it
  9. Last to know
  10. People
  11. Nothing to do but win
  12. Tonight

Gesamtspielzeit: 29:06 min.

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  • Sweatmaster (3 Beiträge / Letzter am 13.07.2007 - 12:05 Uhr)

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