The Last Shadow Puppets - Everything you've come to expect

The Last Shadow Puppets- Everything you've come to expect

Domino / GoodToGo
VÖ: 01.04.2016

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Mehr als zweite Geige

Ein Leben als Rockstar, es war quasi vorprogrammiert für Alex Turner. Wurde das schmächtige Bleichgesicht, Mitte der Nullerjahre gerade im Post-Teenageralter, trotz des großartigen Arctic-Monkeys-Debüts von vielen Kritikern eher als Mitläufer der Neo-Britrock-Welle angesehen, emanzipierte sich Turner in den folgenden Jahren. Spätestens das groovig-soulige "AM" zementierte seinen Status als einer der besten Songwriter der letzten Dekaden. Doch halt, da war ja noch was – beinahe acht Jahre ist das her und wird gerne mal vergessen: Nach den ersten wilden Touren der Arctic Monkeys entdeckten die Musikerfreunde Miles Kane, The-Rascals-Kopf, und Alex Turner ihre künstlerische Schnittmenge. Als The Last Shadow Puppets nahmen sie das feine und folglich vielbeachtete "The age of the understatement" auf – ein nicht unbedeutender Schritt für die beiden, wohl auch für Turners Art und Weise, Songs zu komponieren.

Die Musik von The Last Shadow Puppets war schon damals von einer höheren Eleganz geprägt, als die beiden sie in ihren Hauptbands oder Kane auf Solopfaden für gewöhnlich offenbaren. Eleganz? Sehr wohl. Okay, die erste Auskopplung des Zweitlings "Everything you've come to expect", "Bad habits", ein beinahe ungewöhnlich dynamischer Rocksong, führte da etwas in die Irre. Doch auch dem Stück wohnt das große Plus inne, der Faktor X, das, was The Last Shadow Puppets auch ausmacht: die klassischen Streicherarrangements. Dafür konnten Kane und Turner keinen Geringeren als Owen Pallett gewinnen. Müßig zu erwähnen, wie gut dessen außergewöhnliche Fähigkeiten dieser Platte tun. Dem tollen Opener "Aviation" etwa, der mit Piano-Untermalung schon in wahrer Schönheit loslegt, setzen Pallets Streicher die goldene Krone auf. Ebenso prägt Pallett den Titelsong, der zunächst etwas stoisch wirkt, seine spezielle Atmosphäre aber nach und nach voll entfalten kann.

Schön auch zu sehen, wie Turner und Kane als The Last Shadow Puppets zwar ihre klangliche Mitte gefunden haben, und dennoch manchen Tracks ihre charakteristische Note mitgeben. Während "Dracula teeth" und "She does the woods" ein wenig "AM"-Groove vorlegen, atmen die eleganten "Miracle aligner" und "The element of surprise" mehr durch Kanes Britpop-Lunge – natürlich nicht, ohne in gewissen Momenten eine Hommage an David Bowies Achtziger-Klangwelten zu senden. Aufgenommen wurde "Everything you've come to expect" in den Shangri La Studios in Malibu mit Produzent James Ford (Arctic Monkeys, Florence & The Machine, Mumford & Sons), der zum Teil auch am Schlagzeug mitwirkte. The Last Shadow Puppets sind spätestens mit diesem zweiten Album und aufgrund solch schöner, ergreifender Songs wie "Pattern" und "The dream synopsis", bei denen Pallett erneut Großes vollbringt, viel mehr als nur die zweite Geige.

(Eric Meyer)

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Highlights

  • Aviation
  • Bad habits
  • Pattern
  • The dream synopsis

Tracklist

  1. Aviation
  2. Miracle aligner
  3. Dracula teeth
  4. Everything you've come to expect
  5. The element of surprise
  6. Bad habits
  7. Sweet dreams, TN
  8. Used to be my girl
  9. She does the woods
  10. Pattern
  11. The dream synopsis

Gesamtspielzeit: 37:28 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

lego

Postings: 1299

Registriert seit 13.06.2013

2016-06-27 22:23:21 Uhr
oh ha. ehrlich?
Lumdam1234
2016-06-27 18:18:12 Uhr
Einfach mal 3 tage vorher konzert canceln wegen "Radioverpflichtung". Damit macht man sich Freunde

Earl Grey

Postings: 191

Registriert seit 14.06.2013

2016-04-23 20:18:49 Uhr
Dreck bei den Last shadow puppets? Wieso denn das?

lego

Postings: 1299

Registriert seit 13.06.2013

2016-04-23 19:54:19 Uhr
mir fehlt der dreck drin :(

Sgt. Fapper

Postings: 1102

Registriert seit 02.07.2015

2016-04-14 21:30:33 Uhr
Ich hätte gerne eine Instrumentalversion des Albums. Ich erwische mich ständig dabei, dass mich der Gesang nervt, weil der die schöne Musik stört und nicht wirklich eine Ebene hinzu fügt.

Witzigerweise empfinde ich das bei Bad Habits auch so. Mal gucken wie es auf dem Album so ist.
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