Pinkshinyultrablast - Grandfeathered

Pinkshinyultrablast- Grandfeathered

Club AC30 / Broken Silence
VÖ: 26.02.2016

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Zweite Chance

Eigentlich ist es ja nicht so toll, wenn man Dinge verpasst oder, schlimmer noch, gar ganz vergisst. Termine etwa. Oder Geburtstage. Oder Menschen. Oder, oh Graus, seine Hose. Im Falle von Pinkshinyultrablasts zweitem Album "Grandfeathered" aber muss man auch sagen, dass das vorangegangene Verpassen dieser Band aus Russland zumindest einen großen Vorteil hat. Deren Debüt "Everything else matters" erschien nämlich eigentlich bereits im März 2015, ging auf Plattentests.de anfangs aber schlicht unter. Erst in der beliebten Vergessene-Perlen-Kategorie am Ende des Jahres wurde die dazugehörige Rezension mit einer hochverdienten 8/10 veröffentlicht. Und jetzt, nur wenige Monate später, kommt man als Hörer bereits in den Genuss eines weiteren Werkes. Die sonst so nervige Wartezeit wurde somit erstaunlich gut verkürzt. Wohl einer der wenigen Fälle, in denen man sich über menschliches Versagen freuen kann.

Bevor das russische Quintett also wieder in der Welle der Neu-Veröffentlichungen untergeht, nutzen wir nicht nur unseren Musikbildungsauftrag, sondern vor allem auch unsere zweite Chance. Ende Februar erschien "Grandfeathered", wie die fette Rotmarkierung im Kalender mit mehreren Ausrufezeichen jeden Tag liebevoll neu in Erinnerung rief, die hervorragende erste Single "Kiddy pool dreams" gab es aber tatsächlich schon rund ein halbes Jahr vorher zu hören. Keine schlechte Planung: Zu den verschwitzten und rekordbrechend heißen Sommertagen 2015 passte die Symbiose aus schrammeligen Alternative-Rock und verträumten Noise-Pop geradezu bestens. Derweil sorgt der mittlerweile fast zum Markenzeichen mutierte glockenhelle Gesang von Lyubov Soloveva in Kombination mit den verspielten Synthies für einen angenehmen, weil luftig-leichten Kontrast.

"The cherry pit", die zweite Single-Auskopplung, geht sogar einen Schritt weiter und erschafft scheinbar ohne Mühen eine eindrucksvolle Soundkulisse, über die sich Solovevas Stimme wie einzelne helle Sonnenstrahlen legt und zumindest stellenweise für ein wenig Wärme sorgt. Noch eine Spur freundlicher gibt sich der fuzzige Pop des Openers "Initial", der wie eine Neuauflage der Cocteau Twins klingt und nur noch von "I catch you napping" vom Highlight-Thron übertroffen wird: Hier treffen Math-Rock, Post-Punk und Ambient-Pop aufeinander und sorgen für eine ähnlich gelungene Mischung wie Kaffeelikör, Wodka und Sahne. Runter wie Öl oder ein zweiter guter White Russian geht auch der epische Titeltrack von "Grandfeathered", der zugleich den Vorhang fallen lässt. Pinkshinyultrablast, so heißt es, wollen nicht nur Russland, sondern auch die Welt erobern – wir heißen sie hiermit herzlich willkommen. Diesmal sogar fast pünktlich.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Inital
  • I catch you napping
  • Kiddy pool dreams

Tracklist

  1. Initial
  2. Glow vastly
  3. I catch you napping
  4. Kiddy pool dreams
  5. Comet marbles
  6. The cherry pit
  7. Mölkky
  8. Grandfeathered

Gesamtspielzeit: 43:23 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Happy Zombie
2016-05-26 16:54:48 Uhr
Von einer neuen EP kann bei Happy Songs for Happy Zombies nicht die Rede sein. Die ist vor Jahren schon einmal erschienen, war aber längst vergriffen.

qwertz

Postings: 420

Registriert seit 15.05.2013

2016-05-25 22:56:30 Uhr
Schon jemand die neue EP "Happy songs for happy zombies" gehört? Recht kurz, aber großartig und alle Stärken der Band auf den Punkt gebracht. Diese Wall of Sound immer - einfach traumhaft schön!.

The MACHINA of God

Postings: 15630

Registriert seit 07.06.2013

2016-04-10 12:51:26 Uhr
Ich liebe halt so nen Sound. Aber nach paar Durchgängen ist halt nur Sound allein nicht genug.

Affengitarre

Postings: 4879

Registriert seit 23.07.2014

2016-04-10 01:12:27 Uhr
Doch nicht mehr so begeistert? :D

The MACHINA of God

Postings: 15630

Registriert seit 07.06.2013

2016-04-09 19:43:38 Uhr
Bin da auch eher bei Lichtgestalt. Grundsätzlich mag ich zwar die Simme, aber es ist halt auf Dauer eintönig und leicht nervig.
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