TokTok vs. Soffy O. - TokTok vs. Soffy O.

TokTok vs. Soffy O.- TokTok vs. Soffy O.

Eastwest / Warner
VÖ: 07.10.2002

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Soffysticated

So langsam reicht's. Immer noch hat dieses peinliche 80er-Revival Hochkonjunktur und nervt in Form von miesen Cover-Versionen unseliger Synthpop-Hits, die allzuoft von noch mieseren Pop-Grüppchen durch den Computer gejagt werden. Da ist es ein echter Lichtblick, wenn sich zwischen all dem Geseier von B3 über Mad'House bis hin zu Groove Coverage mal eine Band hervortut, die aus den Achzigern was Gutes rausholt und geschickt altmodische Sounds mit modernen Klängen verbindet. Die Rede ist von TokTok vs. Soffy O., die mit "Missy Queen's gonna die" und "Day of mine (Ludicrous idiots)" aus dem Nichts kommend die Charts aufgemischt haben.

Hinter dem ominösen Namen stecken die beiden Knöpfchendreher Nerk aka Benjamin Weiss und Fabian Feyerabendt, die schon seit Jahren in ihrem Berliner Hinterhof-Studio an den Dance-Sounds von morgen rumwerkeln. Wahrscheinlich hätten die Jungs ihren Underground-Status niemals abstreifen können, wäre da nicht irgendwann eine gewisse Soffy O. in die Tür geplatzt. Crazy, sexy, cool - die Blondine mit der ABBA-Frisur überzeugte mit ihren stimmlichen und optischen Qualitäten nicht nur die TokTok-Jungs, sondern auch die Plattenbosse, die dem Trio bald darauf einen Vertrag anboten.

Wer glaubt, daß sich auf dem TokTok-Longplay-Debüt noch zehn weitere Knaller im Stil der erwähnten Single-Hits befinden, wird allerdings etwas enttäuscht sein. Bis auf dem flotten Dancefloor-Stomper "Jean" braucht es bei den restlichen Tracks eine gewisse Eingewöhnung, bis das Tanzbein zu zappeln anfängt. Zum Glück geht das Trio mit seiner größtenteils cleveren Verschmelzung von 80ies-Elektronikklängen mit poppigen Melodien niemals zu weit. Dreh- und Angelpunkt des TokTok-Sounds ist natürlich die charmante Soffy O., die mit ihren hypnotischen Vocals für die nötige Spannung in den Songs sorgt. Im Gegensatz zu anderen Chanteusen wie z.B. Mieze von den Berliner Kollegen M.i.a. wirkt ihre lässige Art niemals aufgesetzt, was sie auf der Sympathie-Skala weit nach vorne bringt.

Auch wenn manche Tracks wie "Changes" oder "Talkative" nicht so richtig zünden, bleibt der Gesamteindruck des TokTok-Debüts positiv. Vor allem gegen Ende des Albums zieht die Dance-Formation nochmal zwei dicke Trümpfe aus der Tasche bzw. aus dem Computer. Das relaxte "One Of These Places" überrascht mit einer Prise Reggae-Feeling und einer geradezu lieblichen Soffy O. Mit dem Punkrock-Kracher "A pointless life", der sich auch in jedem Rock-Club zwischen den Strokes und Sleater-Kinney gut machen würden, setzt das Trio zum finalen Paukenschlag aus, der lange im Ohr nachhallt. Und wenn die Tanzfläche dann noch nicht bebt, ist wirklich gar nichts mehr zu machen.

(Christof Nikolai)

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Highlights

  • Day of mine (Ludicrous idiots)
  • Missy Queen's gonna die
  • Jean
  • One of these places

Tracklist

  1. Day of mine (Ludicrous idiots)
  2. Neighbor
  3. Jean
  4. Go
  5. Siamese twins
  6. Missy Queen's gonna die
  7. Changes
  8. Sixpack
  9. The lookalikes
  10. Talkative
  11. One of these places
  12. A pointless life

Gesamtspielzeit: 50:12 min.

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