Bianca Casady - Oscar Hocks

Bianca Casady- Oscar Hocks

Fantasy / Indigo
VÖ: 22.01.2016

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Hinter den Geräuschkulissen

Die Kunst ist die Tochter der Freiheit – CocoRosie nehmen das wohl wörtlich und halten ihre Musik bekanntlich unkonventionell. Erst im vergangenen Herbst hat das Schwesternduo sein Album "Heartache city" veröffentlicht, die jüngere der beiden, Bianca Casady, hatte danach wohl noch kreativen Input übrig und legt jetzt ihr erstes Solowerk nach. Für diejenigen, die schon zu CocoRosie keinen richtigen Zugang finden können, wird es auf "Oscar Hocks" aber nicht einfacher. Denn der Sound von Bianca Casady bleibt, wie bei der Zusammenarbeit mit ihrer Schwester, gewohnt experimentell: Folkpop irgendwo zwischen Klassik und Elektro, zwischen Akkordeon und Telefontastentönen.

So auch zu hören in "Hobo", welches dank verwachsener Soundspielereien klingt wie ein musikgewordenes Point-and-Click-Adventure. Mechanischer Krach lenkt vom sonst monotonen Musikgeschehen ab, der Gesang bleibt dabei – mal Lo-Fi, mal nicht – unaufgeregt. Mit den verschiedensten Geräuschkulissen, die sie immer wieder ins Geschehen einflechtet, entstehen Stimmungen, die nur sie selbst auch wieder zerlegen kann. Beispielsweise beginnt der knapp einminütige Titelsong mit verzerrtem Poetry Slam, welcher nahtlos ins zunächst düstere und später verspielte "Dead season" zieht – Übergänge kann Casady. Ab hier fühlt es sich an, als würden das scheinbar wahllos klimpernde Klavier und die Drums gegeneinander arbeiten. Erst kurz vor Ende des Songs entwickeln die beiden einen sanfteren, Indie-artigeren Sound.

In "Left shoe" gegen die Experimente weiter: nach über vier Minuten Monotonie setzt Casadys zauberhafte Stimme ein, das Zusammenspiel der Instrumente erscheint willkürlich. Der Opener "Hay lofts" und das folgende "Daisy Chain" bleiben in ihrer Struktur die zugänglichsten der zwölf Songs – quasi das Warm-up für die geisterhaft-magischen Klaviertöne und andere schwierige Soundgefilde. Aber auch sie können nicht viel daran ändern, dass "Oscar Hocks" ein Album zum seltenen genießen statt zum Immer-Wieder-Anhören bleibt. Manchmal muss Kunst eben in Maßen konsumiert werden. Und das ist auch gut so.

(Lena Zschirpe)

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Highlights

  • Road kill
  • Dead season
  • Tumbleweed

Tracklist

  1. Hay lofts
  2. Daisy Chain
  3. Hobo
  4. Roadkill
  5. Oscar Hocks
  6. Dead season
  7. Poor deal
  8. Lordess moon
  9. Miracle of a rose
  10. Left shoe
  11. Tumbleweed
  12. The empty room

Gesamtspielzeit: 44:20 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2016-01-27 21:10:43 Uhr
Frisch rezensiert!

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