Fat White Family - Songs for our mothers

Fat White Family- Songs for our mothers

Without Consent / [PIAS] Cooperative / Rough Trade
VÖ: 22.01.2016

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Zwischen den Tönen

Überraschung: Fat White Family starten recht eingängig, geradezu konventionell in ihr zweites Album. Nach dem abgefahrenen, lärmigen Debüt "Champagne holocaust" wären mindestens quietschende Sägen auf Beton oder Explosionen im Instrumentarium zu erwarten gewesen. Aber der Opener "Whitest boy on the beach" groovt poppig vor sich hin. Nur zwischen den Strophen verbinden sich Schlagzeug und Bass zu kurzen Gewitterstürmen, die "Satisfied" dankbar aufgreift. Und ab diesem zweiten Stück gibt es so etwas wie Strophen auch nicht mehr. Die Songs werden eher zu einer Art rhythmischem Fluss aus Gitarren- und Bassläufen, untermalt von Chorgesang und dominiert von der immer wieder reingrätschenden Bassdrum. Diese wabernde Noise-Masse ist ein bemerkenswertes Gemisch aus Blues, Punk, Post-Rock und Krach.

Diese Mixtur wird die Londoner sicher nicht ins Radio oder in Primetime-Programme bringen, aber so abstrus und von einem anderen Stern, wie es die Presse der Band beim Debüt attestierte, ist "Songs for our mothers" deshalb nun auch wieder nicht. In Zeiten, in denen Mogwai mit Post-Rock Hitalben veröffentlichen, Marilyn Manson mit düsterem Progrock Stadien füllt und The Fall zur Legende werden, musizieren Fat White Family nicht komplett an den Hörgewohnheiten vorbei, sondern bieten eine spannende Alternative zum allzu eingängigen Radiopop und setzen sich dabei auf beeindruckende Weise mit verschiedenen Musikgenres auseinander.

Auf "Songs for our mothers" zeigen sich die verschiedenen Einflüsse von Blues über Rock bis hin zu Punk zudem deutlich differenzierter als auf "Champagne holocaust". Dieses Album ist mehr Postrock und weniger aggressiver Noise, düsterer und nicht mehr nur laut – und von irgendwoher kommt immer eine Melodie. Sei es von der Basslinie oder der Orgel, die ein Keyboard-Motiv aufgreift. Das ist das große Markenzeichen von Fat White Family: Sie sind nicht einfach gute Improvisateure an ihren Instrumenten, sondern geschickte Tüftler, die aus den verschiedensten Versatzstücken ganze – und sehr gute – Songs machen. Wie ihre Mütter diese wohl finden?

(Kerstin Petermann)

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Highlights

  • Satisfied
  • Hits hits hits

Tracklist

  1. Whitest boy on the beach
  2. Satisfied
  3. Love is the crack
  4. Duce
  5. Lebensraum
  6. Hits hits hits
  7. Tinfoil death star
  8. When shipman decides
  9. We must learn to rise
  10. Goodbye Goebbels

Gesamtspielzeit: 41:02 min.

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