Secrets Of The Moon - Sun

Secrets Of The Moon- Sun

Prophecy / Soulfood
VÖ: 04.12.2015

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Totale Sonnenfinsternis

Der Schicksalsschlag hallt nach. Und so wird das 2013 verstorbene Bandmitglied LSK immer noch bei den Mitgliedern von Secrets Of The Moon aufgeführt, und zwar gleich an erster Stelle, als "Spirit". Der Freitod der Bassistin, die auch in diversen anderen Black-Metal-Projekten beteiligt war, wird die Band wohl nie loslassen. Musikalisch ist dieser Verlust mehr als deutlich hörbar.

Trotz nihilistischer Weltanschauung und abgrundtiefer Melancholie blickt die Band nach vorne, so zu hören in "Dirty black". Frontmann sG klagt seine Schmerzen hinaus in das schwarze Universum, meistens mit unverstellter Stimme, weniger mit Gekrächze und Gekeife. Das Pseudonym des Sängers und Gitarristen steht übrigens nicht für seine Funktion, sondern für Shammash Golden, Sonnengott der babylonischen Mythologie. Klar: Okkultismus und Spiritualität gehören in der Branche zum guten Ton.

Die existentielle Grundstimmung von "Sun" entfaltet sich unter anderem in "Hole", dem mitunter stärksten Track des Albums. Er richtet sich nicht nur gegen Götter, Menschen und Tiere, sondern auch gegen sämtliche Weltreligionen. "Hole" beschreibt die trostlose Menschheitsgeschichte. "There is no hope. There is no god. Alles, was wir tun, erschaffen oder lieben, ist vergänglich", schreiben Secrets Of The Moon auf Facebook. Mehr Pessimismus geht nicht.

Secrets Of The Moon ist eine der traditionsreichsten Bands der deutschen Black-Metal-Szene. Gegründet 1995 in Osnabrück, veränderte die Band so ziemlich mit jedem der nun sechs Studio-Album ihren Sound. Experimentier-Faulheit kann man ihnen nicht vorwerfen. Schubladen-Denker werden "Sun" nicht (mehr) dem typischen Black Metal zuordnen. Macht aber nichts: An Atmosphäre und Dichte büßt die Platte absolut nichts ein, und darum geht es doch schließlich. Akustische Passagen und untypische Slide-Gitarren schrauben sich aus der Dunkelheit der Doom-Riffs empor, der Sonne entgegen. Aber Vorsicht: Nicht die heilende Wärme der Sonne, sondern die unausweichliche Auslöschung allen Lebens steht im thematischen Fokus von "Sun". Der Himmelskörper bringt keine Erlösung, sondern die endgültige Apokalypse, die totale Sonnenfinsternis.

(Felix Mildner)

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Highlights

  • No more colours
  • Dirty black
  • Hole

Tracklist

  1. No more colours
  2. Dirty black
  3. Man behind the sun
  4. Hole
  5. Here lies the sun
  6. I took the sky away
  7. Mark of cain

Gesamtspielzeit: 52:45 min.

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Autotomate

Postings: 962

Registriert seit 25.10.2014

2015-12-30 03:11:12 Uhr
Wieviel ich dem wirklich abgewinnen kann, weiß ich noch nicht. Mit Gothikrock dieser Art hätte ich zumindest nicht gerechnet.

Armin

Postings: 14509

Registriert seit 08.01.2012

2015-12-21 21:50:39 Uhr
Frisch rezensiert!

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