Starsailor - Good souls

Starsailor- Good souls

Warner
VÖ: 16.10.2015

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Vorband

Vorband von U2. Vorband von den Rolling Stones. Vorband von James. Bekannt geworden als der Ersatz von Coldplay auf der Rolling-Stone-Tour 2001. Am Anfang ihrer Karriere hatten die netten, romantischen Jungs von Starsailor Glück, sie bekamen einen Vertrag bei EMI und starteten eine ordentliche Karriere. Zwischen 2001 und 2009 nahmen sie vier Studioalben auf, mindestens zwei davon waren wirklich gut, ein starker Schnitt. Sie landeten einige Hits und verkauften drei Millionen Alben. Mit einem Sound, den man mit gutem Willen melancholisch nennen kann oder aber wehleidig. "Good souls" ist das Greatest-hits-Album betitelt, zwei neue Songs sind dabei. Das gute "Give up the ghost" und das (textlich) furchtbare "Hold on", einer Art Pep Talk für das Leben, große Geste. Auszüge: "Won't let you down as long as I have air to breathe / Go ahead & be anything you wanna be for one day you'll have to choose / I won't let you down as long as I can carry you / Keep your heart strong till the fear is gone." Das ist Musik wie kandierte Äpfel.

2009 machte die Band eine Pause, für ihre Mitglieder ging es solo weiter. 2014 dann die Reunion, Starsailor traten auf einem Festival auf der Isle of Wight auf und machten das, was man eben tut, wenn es einen Neustart geben soll: die alten Sachen wiederauflegen. Und so fühlt sich das auch an, etwas lieblos, etwas vor die Füße geworfen. Das Booklet der CD hat acht Seiten, alles nur Bandfotos. Eines ihrer besten Lieder, "Alcoholic", kommt als eine merkwürdige, tanzbare und deswegen misslungene Single-Version. "Jeremiah" von "On the outside" hingegen fehlt. Es ist ein Song, der aus dem Werk der Band eigentlich sehr herausragt. Dabei geht es um einen englischen Studenten, der 2003 in Wiesbaden als Fußgänger auf einer Straße starb, der ganze Fall ist noch immer mysteriös. Das Stück ist anders, weil es der ständigen Nabelschau ein Ende gemacht hätte, die Starsailor auf dieser Compilation nachgehen. Er ist auch musikalisch anders, was dem Album auch gut getan hätte.

Die Stücke sind sich sehr ähnlich, zumindest im ersten (Wieder-)Eindruck. Alles ist gut, nichts ist überragend. Natürlich ist "Four to the floor" zu hören, mitsamt seinen typischen Elementen, den Streichern, dem Hymnenartigen. Und so zieht sich das Album dahin, und die Musik kommt nicht an einen heran. Dabei gibt es auch sehr schöne Momente, zum Beisipiel wenn James Walsh in "Tell me it's not over" in seiner verzweifelten Stimme singt, wie er einmal verlassen worden ist: "What a place to seal your fate / A deserted car park / Not even a date." Aber so, wie sich Starsailor hier präsentieren, reicht es nicht zu den ganz Großen, nur zu deren Vorband. Dabei sind sie besser als dieses Album. Oder wie Walsh es in "In the crossfire" ausdrücken würde: "I don't see myself / When I look in the mirror."

Fragen bleiben: Schwenkt Walsh eigentlich ein Feuerzeug über seinem Kopf, wenn er komponiert? Und denkt er manchmal an Stadien, wenn er schreibt? Und warum, warum, warum ist dieser elende, achtminütige "Thin White Duke mix" von "Four to the floor" auf dieser Platte gelandet?

(Philipp Sommer)

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Highlights

  • Give up the ghost
  • This time
  • Keep us together
  • Tell me it’s not over

Tracklist

  1. Good souls
  2. Silence is easy
  3. Alcoholic
  4. Give up the ghost
  5. In the crossfire
  6. Poor misguided fool
  7. Four to the floor
  8. This time
  9. Fever
  10. Born again
  11. Lullaby
  12. Keep us together
  13. Way to fall
  14. All the plans
  15. Hold on
  16. Tell me it's not over
  17. Tie up my hands
  18. Fidelity
  19. Four to the floor (Thin White Duke mix)

Gesamtspielzeit: 77:43 min.

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Affengitarre

Postings: 4167

Registriert seit 23.07.2014

2016-11-17 07:10:25 Uhr
Mh, ich kenne nur "Way to fall" aus Metal Gear Solid 3, aber der Song war eigentlich ganz geil. Trotzdem habe ich mich nie wirklich weiter mit der Gruppe beschäftigt. Sonderlich Lust das zu ändern habe ich aber auch nicht, bin nicht so der Fan von dieser Art britischer Musik.

Huhn vom Hof

Postings: 1124

Registriert seit 14.06.2013

2016-11-17 06:11:22 Uhr
Moinsen.

"You Never Get What You Deserve" und vor allem "Love Is Here" fehlen auf dieser CD.
Das Debüt ist mit großem Abstand das schönste Album der Band, jeder der 11 Songs trifft ins Herz.
Was ist schon ein Name?
2015-12-01 21:31:02 Uhr
Naja, 5/10 geht schon in Ordnung. Mochte die damals schon nicht besonders, halt so typisch englischer, austauschbarer Wimmer-Schnulz-Pop zwischen Keane und James Blunt. Wer's mag, bittesehr, aber mir ist das zu seicht.

0811Jan

Postings: 39

Registriert seit 13.06.2013

2015-12-01 18:33:23 Uhr
Die Wertung ist für mich auch deutlich zu tief. Bei den (recht eigenwilligen) Highlights nichts von Silence is Easy und vorallem Love is here drauf.

Beim fehlen von Jerehmiah und den offenbar alternativen Versionen von Four To The Floor und Alcoholic geh ich mit.
Was erlaube?
2015-12-01 09:27:19 Uhr
Nur 5/10??
7/10 hätten es ruhig sein können!
Und bei den Highlights fehlen Good Souls und Tie Up My Hands.
Zum kompletten Thread

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