The Gloria Record - Start here

The Gloria Record- Start here

Arenarock / Ryko / Zomba
VÖ: 07.10.2002

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Ascend to the stars

Was ist von einer Band zu erwarten, die sich vollmundig The Gloria Record nennt? Schimpf und Schande? Oder tatsächlich Glanz und Gloria? Ein Blick auf die Besetzungsliste läßt jedenfalls auf letzteres hoffen. Schließlich verbergen sich hinter der Band zwei Ex-Mitglieder von Mineral, die ein Genre bereits mitprägten, als es noch nicht einmal einen Namen hatte. Der ganze Emo-Hype allerdings ist an ihrem neuen Gesicht gänzlich vorübergegangen. Für die während der vergangenen vier Jahren veröffentlichten EPs von The Gloria Record interessierte sich kaum jemand. Nun also ein Debütalbum namens "Start here" - ein Neustart.

Popmelodien und Gitarrenriffs allerdings sind passé bei The Gloria Record. Ätherische Keyboards nehmen die tränenerstickte Stimme von Chris Simpson bei der Hand und gehen mit ihm ihren eigenen Weg. Manchmal grenzenlos harmoniesüchtig und warm, oft aber auch unmelodisch, stockend und verwirrend. Der atonale Opener "Start here" nimmt die Angst vor dem Wagnis, die Angst vor der Einsamkeit: "Lose yourself, you're young and you've got time / It's simple then / Start here / And move forward / You'll figure it all out eventually, or not / Either way you'll have company." The Gloria Record sind diesen Weg gegangen. Den Weg der gemeinsamen Isolation.

"Cinema air" atmet bedeutungsvoll die festliche, staubige Stimmung eines alten Programmkinos und erzählt seinen eigenen Film: "City swallows trees / And I am responsible" stockt Chris Simpson und endet "On the big screen with my big dreams / 'Cause you know I am the drama king". Sie sind die Könige der Dramatik, der Ästhetik und der Langsamkeit. Hätten Sigur Rós statt Schlaftabletten zu schlucken lieber Gitarrespielen und Singen gerlernt - wer weiß, ob sie nicht heute klingen würden wie The Gloria Record. Kein Zweifel, "Start here" wirkt zunächst wie ein anstrengendes und bisweilen langweiliges Album. Aber eines, das viel Zeit und noch mehr Geduld verdient hat. Dann endet der Weg in einer Welt voll Farben, Formen und Emotionen. May angels lead you in.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Cinema air
  • I was born in Omaha
  • Salvation army

Tracklist

  1. Start here
  2. Good morning, Providence
  3. Cinema air
  4. I was born in Omaha
  5. Ascension dream
  6. The overpass
  7. My funeral party
  8. The immovable motorist
  9. Salvation army
  10. Ambulance

Gesamtspielzeit: 50:41 min.

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