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Blitzen Trapper - All across this land

Blitzen Trapper- All across this land

Lojinx / Al!ve
VÖ: 13.11.2015

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Dahoam is dahoam

Blitzen Trapper sind ja so etwas wie die kleinen, rotzigen Brüder von Wilco: Ein bisschen Country, ein bisschen Folk, manchmal mit einem kleinen Twist in Richtung Rock oder Pop, aber immer irgendwie zutiefst amerikanisch. In den letzten Jahren haben die Portlander auch mal mehr, mal weniger erfolgreich mit anderen Stilen experimentiert. Jetzt melden sie sich mit einem Album zurück, das mit seiner Alternative-Country-Attitüde wieder an ihre bislang größten Erfolge "Wild mountain nation" und "Furr" anknüpft. Mit dem Titeltrack "All across this land" legt die Platte schon einmal ein grooviges Fundament, dass das Album bis zum Schluss durchhalten wird. "Rock and roll (was made for you)" kommt mit einem lässigen Weezer-Gitarrenintro daher und entfaltet sich im Refrain zu treibendem Country-Rock. Ein bisschen langsamer und besinnlicher wird es auf "Love grow cold", das stark an Ryan Adams und Bruce Springsteen erinnert, der wabernde Halleffekt gibt dem Song eine schöne Tiefe. Bei "Lonesome angel" sorgen Streicher und Mundharmonika für gemütliches Lagerfeuerfeeling. Eric Earlys holzige und leicht nasale Stimme oszilliert wie gewohnt irgendwo zwischen Jeff Tweedy und Bob Dylan und trägt die Zeilen mit der knarzigen Lakonie eines Tom Petty vor, der vor allem beim schmissigen "Nights were made for love" Pate gestanden hat, während Pedal Steel und bluesige E-Gitarre für das bandtypische Klang-Ambiente sorgen.

Der Höhepunkt des Albums ist "Cadillac road", das mit einer wunderbar 80s-mäßigen Keyboard-Melodie eröffnet, die spontan an The Cure und Tears For Fears denken lässt, ohne aber die Americana-Spur zu verlassen. Das lyrische Ich erzählt hier eine Geschichte über geplatzte Träume und verspielte Chancen: "Cadillac road / A fire start's in the heart then grows / 'Cause up here on Cadillac road / A wise man will say you never know just what you got/ Until it's gone for good" – spätestens wenn nach diesen Zeilen die heulenden Gitarren einsetzen, fühlt man das eigene Herz ganz schwer werden vor Sehnsucht.

So richtig schön heimelig knisternd wird es dann noch einmal bei "Even if you don't" und dem Schlussong "Across the river", der stark an "Stolen shoes & a rifle" von "Furr" erinnert, und bei dem man schon aus Stein sein muss, um keine Gänsehaut zu bekommen, gerade wenn Earlys Stimme am Ende der Phrasen in ihre tiefste Lage abtaucht und die Mundharmonika einsetzt. Und so entlässt "All across this land" den Hörer mit dem gleichen warmen Gefühl in der Magengrube, das einem damals "Sky blue sky" und "Heartbreaker" bescherten. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass Blitzen Trapper auf ihrer nächsten Platte auch wieder in das Land der hohen Berge und tiefen Flüsse zurückkehren. Denn hier kennen sie sich einfach aus.

(Martina Bähring)

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Highlights

  • Rock and roll (was made for you)
  • Nights were made for love
  • Cadillac road
  • Across the river

Tracklist

  1. All across this land
  2. Rock and roll (was made for you)
  3. Mystery and wonder
  4. Love grow cold
  5. Lonesome angel
  6. Nights were made for love
  7. Cadillac road
  8. Let the cards fall
  9. Even if you don't
  10. Across the river

Gesamtspielzeit: 39:09 min.

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User Beitrag

Armin

Postings: 7361

Registriert seit 08.01.2012

04.11.2015 - 21:17 Uhr
Frisch rezensiert!

Meinungen?

Lichtgestalt

Postings: 4630

Registriert seit 02.07.2013

04.11.2015 - 21:23 Uhr
Puuh, eine 8/10 und auch noch AdW finde ich deutlich zu hoch gegriffen.
Abgesehen vom fiesen Schweinerock-Opener sind da zwar einige nette Songs mit hübschen Melodien dabei, aber insgesamt finde ich das Album vom Songwriting und den Arrangements her etwas bieder und vorhersehbar. Für mich eine 6/10.
diggo
04.11.2015 - 21:55 Uhr
nach "destroyer of the void" hat mir keine platte von denen mehr gefallen, aber die destroyer und furr waren schon zwei hammer-teile. nach der Rezension hier werde ich in die neue sicher mal reinhören...
pete
05.11.2015 - 13:32 Uhr
bestes trapper-album seit american goldwing. seit furr wechseln sich hit and miss mit regelmäßigkeit ab. mit dotv und vii bin ich nie warm geworden.
Philipp
05.11.2015 - 19:09 Uhr
ich stimme lichtgestalt zu, viel zu hoch gegriffen. 5/10
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