Pure Bathing Culture - Pray for rain

Pure Bathing Culture- Pray for rain

Memphis Industries / Indigo
VÖ: 06.11.2015

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Aufgeweckt

Egal, wie man zu ihnen steht: Im Musikjahr 2015 gibt es an Beach House kein Vorbeikommen. Gleich zwei Alben veröffentlichte das Duo aus Baltimore innerhalb weniger Monate und polarisierte sicher nicht nur aufgrund der überraschenden Veröffentlichung des zweiten Werkes "Thank your lucky stars". Victoria Legrand und Alex Scally beherrschen dennoch den Dream-Pop-Markt 2015, die Konkurrenz wurde auf die Plätze verwiesen, die Kuscheldecken- und Schlafhauben-Händler freuen sich ob des erhöhten Umsatzes. Gar nicht unklug also – wenn auch wohl eher zufällig –, was Pure Bathing Culture auf ihrem zweiten Album veranstalten: War das Debüt "Moon tides" noch die kleine verträumte Schwester von Beach House, streicht "Pray for rain" das "Dream" fast vollständig und wendet sich verstärkt dem Pop zu.

Was zunächst als gewaltloser Widerstand klingt, ist eigentlich eher eine gelungene Fortsetzung. Ein weiteres "Moon tides" wäre sicherlich schön gewesen, aber auch unnötig. Statt lupenreiner Perlen wie "Pendulum" oder "Dream the dare" wartet "Pray for rain" mit verspielteren Songs auf, über die Sarah Versprille und Daniel Hindman sicher auch die eine oder andere Nacht schlafen mussten. Keine Frage, das Album ist anders, als man es von dem Zweiergespann aus Oregon erwartet hätte: Das quirlige "Clover" lässt Versprille die Tonleiter unermüdlich rauf- und runtersingen und lädt zum mitternächtlichen Seiltanz vor der Indie-Disco ein, ohne wirklich über die Schwelle zu gehen. Währenddessen hat der Opener "The tower" schon leichte Surf-Pop-Anleihen, die man so auch etwa von Mac DeMarco kennt – ob der aber auch einen derart poetischen wie herzzereißenden Text über das Verschwinden des Malaysia-Airlines-Fluges MH370 hinkriegen würde, sei mal dahingestellt.

Deutlich geballter und mit starkem Synthie- und Basseinsatz gibt sich der Titeltrack, der idealerweise auch als zweite Single auserkoren wurde: Versprille zeigt ein weiteres Mal, welche Kunststücke sie mit ihrer Stimme vollbringen kann. Das erinnert hier bisweilen etwa an St. Vincents Annie Clark, die den fantastischen Refrain mit den Zeilen "Are you cut in two / Cut all the way through?" höchstens noch durch Schütteln ihrer Lockenpracht hätte aufwerten können. Straight outta Videospiel ist "Palest pearl" entsprungen, "I trace your symbol" hingegen wahlweise den Achtzigern oder einem kitschigen Film inklusive Sonnenuntergangs-Finale – oder beidem. Gemeinsam mit Produzent John Congleton (Lower Dens, Unknown Mortal Orchestra) versuchen sich Pure Bathing Culture auf ihrem Zweitling am ganzen Pop-Spektrum statt nur an einer einzigen Form. Zum Schluss aber werden sie dann doch ganz zahm: "In the night, in the peaceful night" ist so wunderbar verträumt-schunkelig, dass es auch ohne Probleme auf "Moon tides" gepasst hätte. Sicher nur eine Erinnerung für alle, dass sie das eben auch noch können. Als ob das jemand anzweifeln würde.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • The tower
  • Pray for rain
  • Maximilian's ring
  • I trace your symbol

Tracklist

  1. The tower
  2. Pray for rain
  3. Palest pearl
  4. Clover
  5. Darling, save us
  6. Singer
  7. She shakes
  8. Maximilian's ring
  9. I trace your symbol
  10. In the night, in the peaceful night

Gesamtspielzeit: 41:43 min.

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Armin

Postings: 12923

Registriert seit 08.01.2012

2015-11-04 21:20:34 Uhr
Frisch rezensiert!

Meinungen?

Earl Grey

Postings: 180

Registriert seit 14.06.2013

2015-08-14 09:19:47 Uhr
Hmm... Irgendwie sagt der neue Song mir ja nicht so zu. Leider.

Armin

Postings: 12923

Registriert seit 08.01.2012

2015-07-22 23:07:44 Uhr
PURE BATHING CULTURE kündigen ihr neues Album für Oktober an / Erste Single im Stream

Am 23. Oktober 2015 wird mit "Pray For Rain" das neue Album von Pure Bathing Culture, dem Duo aus Portland, via Memphis Industries / Indigo erscheinen.
Den Titeltrack kann man ab jetzt hier streamen: https://soundcloud.com/purebathingculture/pray-for-rain/

In Dallas, Texas - in dem Studio von St. Vincents rechter Hand John Congleton - nahmen Pure Bathing Culture den Nachfolger zu ihrem hochgelobten Debüt-Album "Moon Tides" ganz ohne moderne Studio-Technik auf und arbeiteten lediglich mit analogem Equipment. Das hört man vor allem der ersten Single und dem Titeltrack "Pray For Rain" an: Dan Hindmans geschwungene Gitarrenlinien agieren perfekt mit der Rhythmus-Sektion (bestehend aus Zach Tillman, Bruder von Josh aka Father John Misty und Brian Wright), während Versprilles Stimme fragt: "Is it pleasure? Is it pain? Did you pray for rain?". "Pray For Rain" ist der Sound einer Band, die selbstbewusst einen Schritt auf das nächste Level macht und ihren Platz als wirklich einzigartige Band markiert.

Mit John Congleton zu arbeiten, beschreibt Dan wie folgt: "He pushed us to not make clichés, to not play into the style of other bands". Die Herausforderung daran kam gleich zu Beginn, als Congleton die Band mit unbequemen Situationen konfrontierte: "He tricked me with the guitars on the album. We got the basic tracks down and he asked me to do scratch guitar and then John wouldn’t let me go back and do the guitars again. He refused to do any layering."

Als Resultat dessen klingt alles auf "Pray For Rain" nach Pure Bathing Culture. Keine Plug-Ins oder Effekte wurden nachträglich hinzugefügt, man versteckte sich nicht hinter verschiedenen Songschichten.
"Pray For Rain" aufzunehmen, war eine anstrengende, aber auch lohnende, Erfahrung. Sarah Versprille sagt dazu: "It was shocking to hear what the finished product was It was like being in a vortex and then we came out with this record." Lachend fügt sie einen Satz hinzu, den Congleton ihr nach den Aufnahmen mitgab: "You were very brave."

"Pray For Rain" ist der Sound von Pure Bathing Culture und der Entwicklung, von dem was sie waren, sind und sein werden - bereit, große und kleine Schritte zu gehen auf ihrem musikalischen Pfad.

https://www.facebook.com/purebathingculture

"Ein Amalgam aus Prefab Sprout und den Cocteau Twins mit den technischen Produktionsmitteln der Zehnerjahre. Mädchenmusik für den Sommer. Bester neuer Portland-Sound." (Rolling Stone 08/13)
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