Robin Schulz - Sugar

Robin Schulz- Sugar

Tonspiel / Warner
VÖ: 25.09.2015

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Der will doch nur spielen

Welch eine tolle Geschichte: Ein junger Typ aus Osnabrück bringt einen Remix von "Prayer in c" von Lilly Wood & The Pricks heraus und steigt infolge dessen zu einem der weltweit angesagtesten DJs auf, ist kommerziell erfolgreich wie nur wenige andere, wird für den Grammy nominiert und ist nun nicht mehr aus dem Line-Up von Festivals wie Tomorrowland wegzudenken. Auf dem neuen Album arbeitet er nun sogar mit Größen wie Moby oder Akon zusammen, und generell kann man Robin Schulz den Mut zur Weiterentwicklung nicht absprechen. Denn während "Prayer" eher eine Sammlung von Remixen war, tritt Robin Schulz auf "Sugar" nun nicht nur genregemäß als Producer auf, sondern zeichnet sich gelegentlich sogar mitverantwortlich für das Songwriting.

Bereits die ersten Tracks liefern exakt das ab, was man im Anschluss an sein Debüt erwarten durfte: Die vorab veröffentlichen "Headlights" und der Titeltrack werden die Tanzflächen der Diskos noch lange zum Kochen und die dazu abzappelnden Körper zum Schwitzen bringen, "Heatwave" und "Yellow" hingegen eigenen sich allerbestens zum Chillen und Abhängen. Wenn das nicht perfekt klingt, Songs zum Feiern, und wenn die Puste ausgeht, bekommt man Verschnaufpausen geliefert, die wieder auf die nächste Feier vorbereiten. Ja, das hat sich der durchaus sympathische Herr Schulz nicht schlecht gedacht.

All dies lässt sich vollkommen ironiefrei über "Sugar" sagen und auch bis auf kleine Ausnahmen auf den Rest der insgesamt 15 Lieder übertragen. Das Erzählen von Geschichten oder der Ausdruck irgendeiner Emotion ist Robin Schulz allerdings vollkommen egal. Wichtiger sind ihm tanzbare, eingängige, einfältige Melodielinien, die sich stets wiederholen und so selbst vom besoffensten Deppen jeder Partie problemlos mitgeträllert werden können. Auch die Texte sind eher lästiges Beiwerk und nur da, damit es etwas zu singen gibt. So wird beispielsweise "Pride and joy" von Marvin Gaye quasi auf die Hook reduziert, mit ein paar billigen Beats unterlegt, dazwischen zwitschert die immergleiche Melodie, und schwups, schon ist "Pride" fertig. Die gut drei Minuten namens "Find me" hingegen bestehen nahezu aus "I don't need you anymore / Can you find me?". Dass es manchmal auch besser ist, die Texte so minimalistisch zu belassen, zeigen kreative Reimschemata wie "Try to make you laugh for days / And none of it worked for days / Said you would love me always / But we haven't kissed for four days" oder "Hey, your love is like a summer rain / That brought me back to life again / On the dry lands of my heart, you washed away the pain". Das kriegt nun wirklich auch ein Achtklässler hin, der die Englisch-Hausaufgabe vergessen hat und in der Pause schnell ein Gedicht fabriziert.

Natürlich ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, mal an einem entspannten Tag an nix Böses zu denken und zu Robin Schulz zu tanzen oder zu entspannen. Und neben den bereits erwähnten Singles ist auch "Moonlit sky", die Kollaboration mit Moby, mal wieder so ein Song, an dem man selbst mit doppelter Ohrenentzündung kaum vorbeikommt und der Schulz' gutes Gespür für belanglose Tanzmusik belegt. Aber selbst dann steht hier der gut gemeinte Appell an alle, die "Sugar" zum Einheizen vor der Feier auflegen wollen: Spielt gerne die paar halbwegs gelungenen Songs, aber macht danach entweder etwas anderes an oder kippt Euch den restlichen Fusel auf dem Weg zur Disko rein. Denn was nur da ist, damit businessüblich ein ganzes Album verkauft werden kann und nicht nur eine Handvoll Lieder, braucht wirklich niemand. Ebensowenig wie das im Original schon streitbare, aber hier vollkommen verhunzte "Save tonight". Robin Schulz will uns zwar nichts Böses und wir wollen ihm nichts Böses, aber seine Musik muss auch nicht sein.

(Marcel Menne)

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Highlights

  • Moonlit sky

Tracklist

  1. Headlights (Robin Schulz feat. Ilsey)
  2. Sugar (Robin Schulz feat. Francesco Yates)
  3. Heatwave (Robin Schulz feat. Akon)
  4. Yellow (Robin Schulz & Disciples)
  5. Show me love (Robin Schulz & J.U.D.G.E.)
  6. Love me loud (Robin Schulz & M-22 feat. Aleesia)
  7. Pride (Robin Schulz & soFLY feat. NIUS)
  8. Find me (Robin Schulz & HEYHEY)
  9. Titanic (Robin Schulz)
  10. This is your life (Robin Schulz)
  11. Save tonight (Robin Schulz & Moguai feat. Solamay)
  12. 4 life (Robin Schulz feat. Graham Candy)
  13. Wave goodbye (Robin Schulz & Henri PFR feat. Jeffrey Jey)
  14. World turns grey (Robin Schulz & HEYHEY feat. Princess Chelsea)
  15. Moonlit sky (Robin Schulz & Moby With The Void Pacific Choir)

Gesamtspielzeit: 53:43 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Orsfa
2015-10-07 00:30:38 Uhr
Songs zu covern ist ja ok. Aber sein Album dann nach dem Titel des gecoverten Songs zu benennen, ist ziemlich ungewöhnlich und zeugt nicht gerade von großer Eigenständigkeit des "Künstlers".

musie

Postings: 2235

Registriert seit 14.06.2013

2015-10-06 17:00:02 Uhr
das ist Musik, die ich gerne nebenbei höre, zum Kochen oder zum Autofahren und so. auch solche Musik braucht es. Sugar kommt bestimmt auch am Strand oder auf der Skipiste gut.

in der Kategorie Musik für den Moment mag ich Robin Schulz sehr und finde ihn um Längen besser als z.B. Avicii.

es ist schwierig, ein solches Album mit den selben Massstäben zu bewerten wie z.B. The War on Drugs, welche ich bestimmt in fünf Jahren auch noch hören werde...

das Duett mit Moby ist erfreulich gut geraten.

Armin

Postings: 12933

Registriert seit 08.01.2012

2015-10-06 16:27:05 Uhr
Frisch rezensiert!

Meinungen?

Armin

Postings: 12933

Registriert seit 08.01.2012

2015-07-18 18:21:42 Uhr
ROBIN SCHULZ kündigt Titel und VÖ-Datum seines neuen Albums an: „SUGAR“ erscheint am 18.09.2015!

Die zweite gleichnamige Vorabsingle „Sugar“
(feat. Francesco Yates) ist bereits ab heute erhältlich!

Mit unzähligen Megahits aus seinem im September 2014 veröffentlichten Debütalbum „Prayer“ avancierte Robin Schulz zu einem der international erfolgreichsten deutschen Künstlern der letzten 20 Jahre – nun kündigt der Osnabrücker DJ-Superstar und Producer seinen ungeduldig erwarteten, zweiten Longplayer an: Fast genau ein Jahr nach Release seines global abgefeierten Durchbruchs-Erstlings schickt Schulz seinen neuesten Geniestreich ins Rennen: Album Nr. 2 hört auf den vielversprechenden Namen „SUGAR“ und erscheint am 18. September 2015!

Anfang Juli wurde er mit einem Triple-Gold-Award für seine Über-Single „Prayer In C“, einem Platin-Award für die Auskopplung „Sun Goes Down (feat. Jasmine Thompson)“ sowie einer Goldenen Schallplatte für sein Albumdebüt „Prayer“ ausgezeichnet – nur drei von mehr als 60 (!) Awards, die der deutsche Deep House-Shootingstar mittlerweile entgegennehmen konnte. Seine letzte Single „Headlights“ avancierte ebenfalls zu einem Hit und führte die deutschen Radio Airplay Charts an, rangierte in den Top 10 der Spotify- und Top 5 der deutschen iTunes-Charts. Mit seinem kommenden Longplayer „SUGAR“ macht Robin Schulz nun den nächsten Schritt in seiner unfassbaren Erfolgskarriere:

Nach „Headlights“ gibt der Twenty-Something bereits heute, am 17.07. mit dem gleichnamigen Outtake „Sugar“ einen weiteren Vorgeschmack auf den Sound seines neuen Albums. Dafür hat er sich diesmal den 19-jährigen kanadischen Sänger Francesco Yates mit ins Boot geholt, der von Superstars wie Pharrell Williams oder Justin Bieber gefeiert wird und mit seinen souligen Falsett-Vocals als der nächste große Stern am Pophimmel gilt. Zu hören gibt es den Song in dem offiziellen Lyric-Video hier:





LYRIC-VIDEO ANSCHAUEN »
https://www.youtube.com/watch?v=unM0eovIEeQ

Zeitgleich zum Single-Release ist Robin Schulz demnächst auf diversen Sommer-Festivals zu erleben (Dates siehe unten), auf denen er den Track natürlich auch live vorstellt. Denn nach seinen kürzlich erfolgreich absolvierten Touren durch die USA, Kanada, Südafrika und Australien ist Robin Schulz neben dem Gig beim Tomorrowland Festival in Belgien, demnächst auch wieder live in Deutschland zu erleben:

17.07. Schwerin, Airbeat One Festival

18.07. Freiburg, Sea You Festival

18.07. Völklingen, Magnet Festival

24.07. Frankfurt/ O., Helene Beach Festival

26.07. Boom, Belgien, Tomorrowland Festival

08.08. Saalfeld, Sonnemondsterne Festival

22.08. Bad Aibling, Echelon Festival

10.10. Köln, Lanxess Arena


ROBIN SCHULZ
"Sugar" feat.
Francesco Yates
OUT NOW
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