Motion City Soundtrack - Panic stations

Motion City Soundtrack- Panic stations

Epitaph / Indigo
VÖ: 18.09.2015

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Hüttenzauber

"Let's do this!", der erste Satz auf dem neuen Studioalbum von Motion City Soundtrack, könnte auch gut als Bandmotto die Karriere der fünf Jungs aus Minneapolis zusammenfassen. In Zeiten, als Bands wie Weezer, The Rentals oder Ozma ihren Zenit längst überschritten hatten, retteten Frontmann Justin Pierre und seine Bandkollegen den Moog-Powerpop ins 21. Jahrhundert und versammelten im Laufe der Jahre eine treue Fanschar hinter sich. Dieser Aus-dem-Bauch-Attitüde ist es sicherlich auch zu verdanken, dass ihre Diskografie bisher keine wirklichen Tiefpunkte enthält. Diese positive Bilanz, so viel sei im Vorfeld schon verraten, wird auch von "Panic stations" nicht gefährdet.

Dem eingangs erwähnten Satz folgt mit "Anything at all" gleich ein Song, der mit eingängigem Refrain wieder in die Mitte der 90er führt, als Nada Surf noch augenzwinkernd ihre Popularität besangen. Klar, das ist alles gewohnte Kost, aber durchaus etwas, dass man in der heutigen Musiklandschaft ansonsten vermisst. Das folgende "TKO" legt in punkto Mitsingtauglichkeit sogar noch eine Schippe drauf und prescht mit zackigen Powerchords genauso schön nach vorne wie die erste Single "Lose control". Auch "Heavy boots" und "Gravity" wirken dank ihrer ungestümen Produktion wie aus der Zeit gefallen und erinnern angenehm an die goldenen Tage von Bands wie Jimmy Eat World oder The Get Up Kids.

Dass beim mittlerweile sechsten Motion-City-Soundtrack-Album nicht zwangsweise jeder Song auf die Zwölf gehen muss, kann man unter anderem im zuckersüßen Liebesschwur "It's a pleasure to meet you" nachhören. Auch der als Zeitlupenballade startende Abschlusstrack "Days will run away" stellt eine angenehme Abwechslung in der Dramaturgie des Longplayers dar. Es macht großen Spaß, der Band dabei zuzuhören, wie sie von Minute zu Minute energischer agiert, bis der Song am Ende richtig explodiert.

Nachdem sich sowohl The Rentals als auch Weezer und Ozma im vergangenen Jahr unter wohlwollenden Blicken der Fans wieder ihres Trademark-Sounds besannen, wäre es nur fair, wenn die Band, die die Moog-Fahne auch in den Nullerjahren hochgehalten hat, ein Plätzchen im Herzen aller nerdigen Rockfans inne hätte. Wie sang Rivers Cuomo doch so passend? "Take me back, back to the shack / Back to the strat with the lightning strap / Kick in the door, more hardcore / Rockin out like it's '94!" Eben. Nicht denken, losrocken!

(Marco Cianci)

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Highlights

  • Anything at all
  • TKO
  • Lose control

Tracklist

  1. Anything at all
  2. TKO
  3. I can feel you
  4. Lose control
  5. Heavy boots
  6. It's a pleasure to meet you
  7. Over it now
  8. Broken arrow
  9. Gravity
  10. The samurai code
  11. Days will run away

Gesamtspielzeit: 38:41 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
H.orst
2015-09-30 23:36:26 Uhr
Nicht ihre beste Platte, auch nicht ihre schlechteste. Wertung passt. Warum aber ausgerechnet das komplett lustlose "TKO" als Highlight genannt wird und "I Can Feel You", einer der besten Tracks der Band übergangen wird, muss man nicht verstehen.

Armin

Postings: 13429

Registriert seit 08.01.2012

2015-09-30 21:42:56 Uhr
Frisch rezensiert auf Plattentests.de!

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