No Devotion - Permanence

No Devotion- Permanence

Rykodisc / Warner
VÖ: 25.09.2015

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Summenspiel

Kreative Neuerfindung, soundtechnische Weiterentwicklung, Abgrenzung oder schlichtweg Größenwahn. Es gibt genug Gründe, warum eine Band sämtliche Brücken in die eigene Vergangenheit mit voller Absicht niederbrennen könnte. Lostprophets blieb allerdings keine andere Wahl, nachdem ihr Frontmann Ian Watkins, der auch für alle Texte der Band verantwortlich war, im Jahr 2013 wegen mehrfacher sexueller Gewalthandlungen gegen Kinder zu 35 Jahren Haft verurteilt wurde. Weder wollte man Watkins' Zeilen aus dem Mund eines neuen Sängers hören, noch sollte der Name, der seitdem untrennbar mit den scheußlichen Verbrechen des einstigen Emo-Coverboys verbunden war, für den kreativen Output der Band stehen. Ein Neuanfang musste her, und für eben diesen konnten die Jungs aus Wales sogar den ehemaligen Thursday-Sänger Geoff Rickly gewinnen. Wie mittlerweile in vielen Interviews zum Release von "Permanence" zu lesen ist, konnte weder Rickly vorher viel mit den Lostprophets anfangen, noch waren die Lostprophets jemals große Thursday-Fans. Und dennoch ist es auch angesichts der Tatsache, dass der Sound der beiden Bands außer den verzerrten Gitarren sowieso nicht viel gemeinsam hatte, umso erstaunlicher, dass No Devotion auf ihrem Debüt wirklich wie Newcomer klingen.

Statt poppigen Mitgrölrefrains oder druckvollen Gitarrenkaskaden dominieren hier kalte Beats, düstere Bässe und mehrschichtige Synthies, die es sich irgendwo zwischen Joy Division und Dredg bequem machen. Anders als bei seiner vorigen Band steht Ricklys Gesang hier nicht im Mittelpunkt. Die Stimme des charismatischen Sängers singt vielmehr wie im aufbrausenden "Permanent sunlight" oder im eisigen Opener "Break" so lange gegen das Pumpen, Pluckern und Fiepen an, bis sie mit dem Song eins wird. Keine Frage, hier wurde mit viel Liebe zum Detail an einer gewissen Soundästhetik gefeilt, die die Grundlage für jeden Song dieser erfrischenden Platte bildet. Auch das bereits im letzten Jahr als Single veröffentlichte "Eyeshadow" folgt diesem Rezept und kommt sogar noch etwas dringlicher als seine Vorgänger aus der Hüfte. "Why can't I be with you" und "Stay" hingegen sind songgewordenes Schwarzlicht, das mit jedem Hören kräftiger leuchtet.

Dass keiner der Beteiligten bei aller Umorientierung das Gefühl für die große Geste verloren hat, stellen No Devotion eindrucksvoll mit "10,000 summers" unter Beweis. Diese Hymne kann wohl wahlweise als Beweis Ihrer Relevanz oder als Versprechen an die Zukunft herangezogen werden. Vermutlich ist sie beides gleichzeitig. Nicht auszudenken, was nach diesem rundum gelungenen Einstand noch folgen könnte, wenn die Band ihre Diskografie im Zweitwerk um weitere Songs dieses Kalibers erweitern sollte. So oder so, man kann sich jetzt schon auf weitere Aktivitäten dieser Band freuen, die in Summe weit mehr Sinn ergeben als die einzelnen Teile vorher vermuten ließen. Und was sind schon 10.000 Sommer gegen einen zweiten Frühling?

(Marco Cianci)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Eyeshadow
  • Why can't I be with you
  • 10,000 summers

Tracklist

  1. Break
  2. Permanent sunlight
  3. Eyeshadow
  4. Why can't I be with you?
  5. I wanna be your god
  6. Death rattle
  7. 10,000 summers
  8. Night drive
  9. Stay
  10. Addition
  11. Grand central

Gesamtspielzeit: 47:47 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread

Um Nachrichten zu posten, musst Du Dich hier einloggen.

Du bist noch nicht registriert? Das kannst Du hier schnell erledigen. Oder noch einfacher:

Du kannst auch hier eine Nachricht erfassen und erhältst dann in einem weiteren Schritt direkt die Möglichkeit, Dich zu registrieren.
Benutzername:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Affengitarre

Postings: 5601

Registriert seit 23.07.2014

2015-10-01 19:24:52 Uhr
Ich bin zwar ein sehr großer Fan der Thursday-Alben, aber damit werde ich überhaupt nicht warm. Dann doch viel lieber United Nations als post-Thursdayprojekt mit Geoff Rickley.

Armin

Postings: 15991

Registriert seit 08.01.2012

2015-09-23 21:23:25 Uhr
Frisch rezensiert!

Meinungen?

Armin

Postings: 15991

Registriert seit 08.01.2012

2015-08-03 23:17:02 Uhr
Für Fans von Thursday, Thrice, Editors, Interpol, Lostprophets, Crosses (†††)

Als die allererste No Devotion Single vor genau einem Jahr aus dem Nichts kam - mit einer offiziellen Weltpremiere in Daniel P. Carters BBC Radio 1 Rock Show, der den Track gleich zweimal hintereinander spielte - konnte man mit Sicherheit sagen, dass die Welt sehr überrascht war. Geoff Rickly, der aus Brooklyn stammende Musiker und ehemalige Thursday Frontmann, war seit der Thursday-Pause zwar immer musikalisch Aktiv - zuletzt mit seiner politischen und satirischen Punkrock Band United Nations - erweckte jedoch nie den Anschein, dass er gerade an einem weiteren Projekt tüftelte - und schon gar nicht, dass er mit dem musikalischen Gerüst von Lostprophets zusammenarbeitete, die zu den erfolgreichsten Rockbands des letzten Jahrzehnts in England gehörten. Doch noch weniger glaubte man daran, dass es für die Jungs ein Leben nach Lostprophets geben würde. Für Stuart Richardson, Richard Jamie Oliver, Mike Lewis, Lee Gaze und Luke Johnson war es eine persönliche Notwendigkeit gemeinsam aus der Öffentlichkeit herauszutreten. Mit der Veröffentlichung ihrer ersten Single „Stay“ bewies No Devotion schnell, dass diese Zusammenarbeit genau so unverzichtbar wie umfassend war - sie landeten mit „Stay“ sofort in den offiziellen UK Charts und bildeten somit die Grundlage für eine weitere Single, zwei England Tourneen (inkl. einer Supporttour für Ricklys alten Freund Gerard Way von My Chemical Romance), ein stürmisches New York City Live-Debüt und das Versprechen, das ein Debütalbum in der Mache ist. Dieser Teil nahm allerdings mehr Zeit in Anspruch, als sich die Band zunächst erhoffte. Das Ergebnis heißt „Permanence“ - ein Album so anspruchsvoll und ausladenden, wie es der Name vermuten lässt.

Gemixt von Dave Fridmann (The Flaming Lips, MGMT, Cut Copy, Thursday) und produziert von Stuart Richardson und Alex Newport (Bloc Party, Frank Turner, The Mars Volta), präsentiert die Band einen Sound, befreit von ihrer Vergangenheit und vielleicht sogar von sich selbst. No Devotion haben ihre frühen Liebeleien mit nostalgischem Pop-Noir verfeinert und finden sich nun an der Kreuzung zwischen großer Post-Punk Liebe und zeitgenössischer Manipulation wieder. „Permanence“ ist ein Album, das genau so aggressiv und rhythmisch ist, wie die beiden vorab Singles „Eyeshadow“ und „Stay“ melodisch - eine Entwicklung, die von dem Verlust ihres Drummers Luke Johnson und seinem Ersatz, dem Bloc Party Drummer Matt Tong, angetrieben wurde.

Der Kern ihres Debütalbums knüpft immer noch an eine Thematik an, die gleichermaßen in Sehnsucht und Zufriedenheit eintaucht; wie noch zu Thursday-Zeiten, findet Geoff Rickly seine Muse irgendwo zwischen Angst und den Erleichterungen des modernen Lebens. Doch letztendlich handelt „Permanence“ von den Narben, die nach Schicksalsschlägen bleiben: es ist etwas völlig neues, etwas unvorhersehbares, etwas das bleibt, um dich an irgendetwas zu erinnern. Das Lyric-Video zur aktuellen Single "Addition" feiert heute Premiere auf visions.de. Hier könnt ihr euch das Video anschauen: https://www.tape.tv/no-devotion/videos/addition-lyric-video/


NO DEVOTION - PERMANENCE
Collect Records / ADA
VÖ: 25. September 2015
Format: CD / 2xLP / Digital
Fotos & Artwork: http://bit.ly/nodevotion
Pre-Order: http://bit.ly/greenhellnodevotion



TRACKLISTING:

01. Break
02. Permanent Sunlight
03. Eyeshadow
04. Why Can't I Be With You
05. I Wanna Be Your God
06. Death Rattle
07. 10,000 Summers
08. Night Drive
09. Stay
10. Addition
11. Grand Center

www.nodevotion.com
www.facebook.com/nodevotion
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Threads im Plattentests.de-Forum