Metric - Pagans in Vegas

Metric- Pagans in Vegas

Metric / Crystal Math / Rough Trade
VÖ: 18.09.2015

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Am Drücker

Mitte der 2000er Jahre erreichte die Welle kanadischer Indie-Bands ihren Scheitelpunkt: Reihenweise erschienen fantastische Alben, die verschiedenste Stile und Spielarten beackerten, doch schaut man nun auf die Protagonisten von damals, bleibt meist ein eher fader Beigeschmack. Nur die wenigsten konnten ihre hervorragende Form konservieren. The New Pornographers haben zwar immer schönere Plattencover, dafür aber auch immer beliebigere Songs, Tegan And Sara schielten zuletzt auf den Dancefloor, vergaßen darüber aber, dass sie sich doch eigentlich um unseren süßen Herzschmerz kümmern sollten. Und während Stars nur noch in Ausnahmefällen an die Güte vergangener Tage anknüpfen konnten, kamen auch Metric ein wenig ins Straucheln: Die Band um Frontfrau Emily Haines tauschte ihren quirlig-verlockenden Indie-Rock gegen den klebrig-süßen Synthie-Pop ein, der schon auf ihrem letzten Album "Synthetica" den Ton angab. Und dass sie diesen Pfad mit ihrer nunmehr sechsten Platte "Pagans in Vegas" weiterhin beschreiten, ist irgendwie doch bedauerlich: Meist klingt das dann eher saft- und kraftlos und irgendwie so gar nicht "mutig", auch wenn uns das beiliegende Infoblatt ebendies gerne glaubhaft machen würde.

Die Platte startet direkt mit dem größten Ärgernis, was insofern ganz gut ist, als dass man gleich zu Beginn das Gröbste überstanden hat: "Lie lie lie" ist ein wahnsinnig flacher Synthie-Pop-Song mit enervierend-simplem Refrain und stetig fallender Spannungskurve. Das titelgebende Wörtchen wird übrigens über 100 Mal wiederholt, was letztlich mehr oder weniger zwangsläufig dazu führt, dass des Hörers Kopf gehörig schwirrt. Erschwerend kommen die klebrig-zähen Keyboard-Flächen hinzu, mit denen Metric neuerdings so ziemlich alles zukleistern. Dadurch bekommen die einzelnen Stücke kaum noch Luft, wirken schwerfällig und ungewohnt hüftsteif. Die Energie und Frische, die Metric einst zu einem wesentlichen Teil ausmachte, weicht einer Seichtheit und Ideenlosigkeit, die in höchst farblose Kompositionen mündet. Ganz so, als habe ein Maler auf einmal vergessen, wie er seine Pinselstriche zu ziehen hat, scheint dem Quartett aus Toronto entgangen zu sein, wie sie die einzelnen Bestandteile ihres Sounds zusammenstellen müssen, um am Ende einen schlüssigen Song zu erhalten.

Nur selten gelingt es den Kanadiern, auch unter den neuen Vorzeichen zu begeistern: "The shade" ist ein vergleichsweise cooler Pop-Song, der auch beim namenlosen Stuntman aus Nicolas Winding Refns "Drive" im Sportwagen laufen könnte. Auch das eher reduzierte "Blind Valentine" kriegt die noch die Kurve, auch wenn man ehrlicherweise sagen muss: Auf keinem anderen Album der Band wäre dieses Stück ein erwähnenswertes Highlight. Das sommerlich-leichte "Celebrate" könnte so auch bei H&M, C&A oder K&L Ruppert in den Umkleiden dudeln, während "Cascades" nach einem mittelmäßig gelungenen Chvrches-Ripoff klingt. Viel mehr gibt es sonst nicht zu entdecken. Metric drücken sich an ihren Synthies zwar die Finger wund, der emotionale und ästhetische Ertrag ist jedoch gering. "Pagans in Vegas" erinnert nur in den seltensten Momenten an die Klasse früherer Tage. Und gerade jene Erinnerungen machen es diesem Album noch deutlich schwerer.

(Kevin Holtmann)

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Highlights

  • The shade
  • Blind Valentine

Tracklist

  1. Lie lie lie
  2. Fortunes
  3. The shade
  4. Celebrate
  5. Cascades
  6. For kicks
  7. Too bad, so sad
  8. Other side
  9. Blind Valentine
  10. The governess
  11. The face (Part 1)
  12. The face (Part 2)

Gesamtspielzeit: 49:22 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2015-10-16 17:22:14 Uhr
Liebe Musikfreunde,

nach gefeiertem Europa-Tourstart vor wenigen Tagen in Bristol, kommen Metric ab den 17.10. für fünf Shows nach Deutschland.



Für jede dieser Shows verlost die Band 3x2 Tickets, wer in Besitz dieser Tickets kommen möchte, muss allerdings aufmerksam sein und der Band bei facebook folgen, denn dort werden einige Tage vor dem jeweiligen Showtag die genauen Details zur Ticketsuche bekanntgegeben. Pro Stadt gibt es zudem die Möglichkeit jeweils ein Meet & Greet mit der Band zu gewinnen.



Um die Suche etwas einfacher zu gestalten, findet Ihr anbei bereits die jeweiligen Orte, an denen es die Tickets zu holen gibt – wann es dort allerdings die Umschläge mit den Tickets geben wird, erfahrt ihr am jeweiligen Tag über die Facebook-Seite der Band und auf den Seiten, der an der Aktion beteiligten Läden und über die lokalen Veranstalter.

Also, schön aufmerksam sein, die erste Schnitzeljagd wird schon sehr bald beginnen.





17.10.2015 – München, Theaterfabrik

Ticket- Schnitzeljagd bei:

Bergwolf

https://www.facebook.com/Bergwolf

Optimal

https://shop.optimal-records.com/

https://www.facebook.com/optimalrecords

Isarflimmern

www.isar-flimmern.de/

https://www.facebook.com/Isarflimmern



19.10.2015 – Hamburg, Große Freiheit

Ticket- Schnitzeljagd bei:

Michelle Records

http://www.michelle-records.de/

https://www.facebook.com/michelle.records.hamburg

Zardoz

http://www.zardoz-schallplatten.de/

https://www.facebook.com/zardozrecords

Deathpresso Shop

http://www.deathpresso.de/

https://www.facebook.com/deathpresso



21.10.2015 – Berlin, Huxley’s

Ticket- Schnitzeljagd bei:

Bohnengold

www.bohnengold.de

www.facebook.com/bohnengold

Mr. Dead & Mrs. Free

http://www.deadandfree.com/

https://www.facebook.com/Mr-Dead-Mrs-Free-168854319832894/timeline/

Frenc - Craft Beer Bar

www.frenc.de

www.facebook.com/frenc.de

www.instagram.com/frenc.de



22.10.2015 – Frankfurt, Batschkapp

Ticket- Schnitzeljagd bei:

No. 2

http://no2-records.de

https://www.facebook.com/no2records

Feinstaub

http://feinstaub.rocks

https://www.facebook.com/dasfeinstaub

Zoom

www.zoomfrankfurt.com

https://www.facebook.com/zoomfrankfurt



23.10.2015 – Köln, Kantine

Ticket- Schnitzeljagd bei:

Underdog Record Store

http://www.underdogrecordstore.de/

https://www.facebook.com/Underdogrecordstore

GREATLIVE Shop

http://www.greatlive.de/

https://www.facebook.com/Greatlive.de

concretewave Shop

http://www.concretewave.de

https://www.facebook.com/ConcreteWaveSkateshop



Info:

Das Album „Pagans in Vegas“ erscheint am 18. September über das bandeigene Label MMI und kann bereits über iTunes vorbestellt werden (inkl. sofortigem Download der Songs „Cascades“,„The Shade“ und „Too Bad, So Sad“, „Fortunes“ und „The Governess“). Zusätzlich kann das Album über die Bandhomepage in verschiedenen Konfigurationen (inkl. exklusiver und handsignierter Items) vorbestellt werden.

Als Vorbote zum Album erschien bereits The Shade EP, mit den Songs “Cascades”, der ersten Single “The Shade“ (das Video gibt es hier zu sehen: http://www.vevo.com/watch/metric/The-Shade/CARB71514363 ) , den Albumtrack “Too Bad, So Sad” und dem exklusiven Bonus Track “Office Towers Escalate“.



Erst vor wenigen Wochen fiel der Startschuss für die die kostenlose App „The Pagan Portal“, die über IOS/Apple und Android Systeme erhältlich ist

(http://smarturl.it/paganportal ). Die App bietet Metric Fans die Möglichkeit, vorab Musik vom neuen Album zu hören, bevor sie irgendwo anders erhältlich sein wird.

Darüber hinaus werden über die App News-Meldungen, Pre-Sales für Tickets, Gewinnspiele und viele weitere Specials erhältlich sein.



„Pagans in Vegas“ ist das erste von zwei Metric Alben (Album Nr. 2 folgt 2016). 2014 verbrachte die Band mit Songs schreiben, Gitarrist/Produzent James Shaw mit einem CS80 Synthesizer in seinem Heimstudio in Toronto und Frontfrau Haines mit akustischen Instrumenten in Nicaragua und Spanien.

Dabei entstand eine unerwartete Menge an Material, genug für mindestens zwei sehr unterschiedliche Alben und so entschloss man sich jede Songsammlung für sich stehen zu lassen und getrennt voneinander zu veröffentlichen (zum zweiten Album in naher Zukunft mehr).



In ihr neues Album haben Metric Referenzen an Musiker und Acts gepackt, die sie inspiriert haben: Depeche Mode, New Order, The Cure, Underworld oder Kraftwerk.

„Die Songs auf „Pagans in Vegas“ entstanden ohne ein übergeordnetes Konzept, bei diesem Album ging es vor allem darum, Spaß zu haben und dabei und dabei wollten wir auch musikalisch mutiger denn je sein“, sagt Shaw.



Metric - Haines, Shaw, Joules Scott Key und Joshua Winstead – veröffentlichten ihre letzten beiden Alben in Eigenregie, veröffentlichten diese auf fünf Kontinenten und verkauften weltweit Millionen an Tonträgern. 2009 wurde Metric zur ersten Band in der Geschichte, die einen Top 20 Hit im kommerziellen US-Radio hatte, ohne dabei die Hilfe eines traditionellen Labels in Anspruch genommen zu haben.



Mit den vergangenen Veröffentlichungen gewann die Band mehrere Juno Awards, inkl. zwei für ‚Album of the Year‘, einen für ‚Artist of the Year‘ und einen weiteren Preis für Shaw als ‚Producer of the Year‘, der an den letzten beiden Alben zusammen mit dem Grammy-nominierten Produzent John O’Mahony (Coldplay, Sarah Bareilles) arbeitete.



Neben Soundtrack-Beiträge in Filmen von Edgar Wright und David Cronenberg und schrieben Metric 2010 mit Howard Shore den Grammy-nominierten Titelsong zum Film "Twilight: Eclipse“, außerdem gab es Songs von Metric in diversen TV-Serien wie z.B. “Grey’s Anatomy,” “CSI,” “True Blood,” “Vampire Diaries,” “House” und “Girls” zu hören.



METRIC

„Pagans in Vegas“

Label/Vertrieb: MMI/Rough Trade

VÖ: 18.09.2015

www.ilovemetric.com

www.facebook.com/metric

www.twitter.com/metric

www.instagram.com/metric_band

www.tumblr.ilovemetric.com

www.soundcloud.com/metric-band

Dielemma

Postings: 448

Registriert seit 15.06.2013

2015-09-10 00:02:45 Uhr
an den Vorabsingles war auch nichts, was Neugier geweckt hätte

Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2015-09-09 23:41:48 Uhr
Die Bewertung muss ich so auch unterschreiben. Schade, schade.

Dielemma

Postings: 448

Registriert seit 15.06.2013

2015-09-09 23:34:30 Uhr
echt schade, Fantasies war eines meiner Lieblingsalben 2009, die gute Emily hatte mich im Video zu Sick Muse verzaubert

Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2015-09-09 22:10:36 Uhr
Frisch rezensiert!

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