Atreyu - Long live

Atreyu- Long live

Spinefarm / Caroline / Universal
VÖ: 18.09.2015

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Viel Schweiß und nur ein wenig Blut

Das ist eine Band, die weiß, was man von ihr erwartet. Man kann das professionell nennen oder langweilig, ein "Safe Bet", aber das spielt keine Rolle. Denn dieses Album wird sich gut verkaufen, mit etwas Glück landet man auch auf einem Soundtrack in einer Hollywood-Fortsetzung. Kein Song ist auf "Long live" ohne anständigen Break, Fäuste werden in Angst, Wut und Verzweiflung geballt. So viele, dass man gelegentlich eine dritte bräuchte.

Lange war die Band weg, viereinhalb Jahre hat sie keinen Song veröffentlicht, nicht ein Konzert gespielt, aber sich nicht endgültig aufgelöst. Eine unendliche Gesichte für die Fans, der Witz sei verziehen. Man sei zurückgekommen, weil man es wolle, nicht weil man es müsse, sagte die Band in einem Interview. Musste man?

Eine Zeile aus dem Album: "You will be dumped, wasted in solitude." Wenn hier Einsamkeit das Thema ist, dann ist dieses Album der Versuch, sich einzugraben. Einer gegen alle, alle, die was wollen: die Kritiker, das System, sicher, der Alkohol (dem Frontsänger Alex Varkatzas einst sehr zugetan war). Manchmal macht das durchaus Spaß, vor allem der Titeltrack "Long live" ist ein anständig aggressiver Song. Wut ist und bleibt der Nukleus der Band. Über die Strecke ist das allerdings dürr. Wenn Zorn dermaßen routiniert und ritualisiert abgefeuert wird, dann ist das bloß schal. Schnell stellt sich Langeweile ein, und auch textlich ist das meiste limitiert. Man würde nur zu gerne mal hören, wie es sich anhört, wenn Lyrics von "I would kill lie die (for you)" über einen Schlagerbeat gelegt werden. Bei dem Balladenchorus wird es unangenehm.

Experimente sind auf diesem Album kaum, eine auffallende Queen-Referenz in "Do you know who you are" – der Rest der Platte klingt einfach sehr oft nach Unearth (vor allem in "Start to break" sowie in besagtem "Long live"). Und in "Moments before dawn" denkt man: Mensch, Manowar. Das ist ein Album, in Fleißarbeit heruntergeschrieben, doch mögliches Herzblut kommt nicht an. Und so werden draußen die Hater mehr und die Fans weniger. Alex Varkatzas sagt über das Album: "The record speaks for who we are. It’s the truth for the five of us". Nun gut.

(Philipp Sommer)

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Highlights

  • Long live
  • Start to break
  • Reckless

Tracklist

  1. Long live
  2. Live to the labor
  3. I would kill lie die (for you)
  4. Cut off the head
  5. A bitter broken memory
  6. Do you know who you are
  7. Revival (interlude)
  8. Heartbeats and flatlines
  9. Brass balls
  10. Moments before dawn
  11. Start to break
  12. Reckless
  13. So others may live

Gesamtspielzeit: 51:29 min.

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Affengitarre

Postings: 3056

Registriert seit 23.07.2014

2015-09-14 16:26:29 Uhr
Miese Band, mieses Album. Die steht irgendwie stellvertretend für den ganzen schlechten Metalcore auf der Welt.

Armin

Postings: 13137

Registriert seit 08.01.2012

2015-09-09 22:06:24 Uhr
Frisch rezensiert!

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