Paul Weller - Illumination

Paul Weller- Illumination

Ism / Sony
VÖ: 16.09.2002

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

River seicht, mountain flach

Es ist durchaus ehrfurchtgebietend, mit welchen Ehrennamen Paul Weller schon belegt wurde. Er ist der "Modfather", er gehört als Kopf der ebenso stilprägenden wie unterschiedlichen Bands The Jam und Style Council zum Urgestein der britischen Popmusik. Unzählige große und kleine Lichter verschiedener Wellen, die von der Insel im Nordwesten Europas wohin auch immer herüberschwappten, huldigen Ihm als einer - wenn nicht der - Leitfigur. Dabei ist der Mann, dem so viele gefolgt sein wollen, nun wirklich nicht gradlinig irgendwohin gelaufen. Er hat schon rotzigen Rhythm'n'Blues, Soul und Elektronik durchwandert und dabei immer wieder Abstecher in jazzige Gefilde unternommen. Sein neues Opus nun zeigt den Meister selbst als Suchenden.

"Illumination" bewegt sich in der oben beschriebenen Landschaft, wobei Paul Weller den Blick meist von den rauhen und schroffen Felsen abwendet und über die weiten saftigen Felder der Ebene schaut. Und da die Augen immer wieder in die Ferne schweifen, stolpert die Musik eher als sie voranschreitet. Herr Weller läßt kaum eine Pfütze, kein Schlammloch am Weg aus, immer wieder verläuft er sich ein bißchen.

Wo Soul ertönen sollte, assoziiert der Zuhörer eher Joe Cockers Werke der frühen Neunziger. Wir erinnern uns mit Schrecken. Auch andere Anleihen an schwarze Musik wollen nicht so recht zünden und versanden in allzu seichter Fahrstuhlmusik. An anderer Stelle versucht sich Paul Weller am Umgang mit Sampler und Drummachine und erschafft mit "It's written in the stars" einen Song dessen gelungen treibende Instrumentalparts in krassem Gegensatz zu den unglaublich drögen Strophen stehen.

Es ist schwer zu entscheiden, was das größere Problem dieser Platte ist: Sind es die zu seltenen Höhepunkte oder doch eher die viel zu oft auftauchenden Seichtheiten, an denen die Schmalztoleranz des Musikkonsumenten auf wirklich harte Proben gestellt wird? Erschwerend kommt hinzu, daß sich Crooner Weller neben jedem Höhepunkt mit untrüglichem Instinkt in den nächstbesten Fettnapf setzt. Das Schlimmste aber ist, daß sich der Herr gewaltig irrt: "I close may eyes - but sleep won't come" - oh doch, Paul, schneller als Du denkst.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • A bullet for everyone
  • Bag man

Tracklist

  1. Going places
  2. A bullet for everyone
  3. Leafy mysteries
  4. It's written in the stars
  5. Who brings joy
  6. Now the night is here
  7. Spring (at last)
  8. One X one
  9. Bag man
  10. All good books
  11. Call me No. 5
  12. Standing out in the universe
  13. Illumination

Gesamtspielzeit: 47:32 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
plattenboss
2002-09-27 23:24:15 Uhr
Die neue Paul Weller CD ist wirklich ganz groß.
"Standing out in the universe" oder "Going places" sind einfach genial.

Nicht von der schlechten Single "It´s written in the stars" verunsichern lassen.der einzige ausfall auf dieser platte.
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