Teenage Time Killers - Greatest hits vol. I

Teenage Time Killers - Greatest hits vol. I

Rise / Cargo
VÖ: 31.07.2015

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Grohlparty

Eine in Deutschland seit "Die da!?!" recht berühmte Vierer-Formation hat alltäglich geläufigen Abkürzungen einst ein komplettes Lied gewidmet. Wollte man nun so innovativ sein und alle Projekt-Mitwirkenden des Musiker-Kollektivs Teenage Time Killers alias TTK in einem Lied unterbringen, müsste man sich für dieses Stück zumindest kaum weitere Lyrics ausdenken. Denn anders als übliche Supergroups, bei sich zwei oder drei Mitglieder bekannter Haupt-Acts zusammentun, um gemeinsame Sache zu machen, erfreut sich TTK gleich an 29 mehr oder minder namhaften Künstlern, die sich um die Projekt-Initiatoren Reed Mullin und Mike Dean von Corrosion Of Conformity scharen. Doch anders als Tim, Karl, Klößchen, Gaby bei TKKG haben diese sich nicht zusammengerauft, um das Verbrechen zu bekämpfen, sondern eher um in Dave Grohls Studio 606 den Putz von den Wänden zu schreien und des Rockstars Alk-Vorräte zu eliminieren.

Wen der Herr Grohl da alles zu seiner Party reingelassen hat? Nun ja, da Plattentests.de in seinem gläsernen Imperium an der Isar bekanntlich Musiknerds beschäftigt und auch die werten Leserinnen und Leser zur musikalischen Erbsenzähler-Fraktion gehören könnten, wollen wir mal nicht so sein und listen die illustre Bande der Hauptbeteiligten um die Initiatoren Dean und Mullin mal vollständig auf. Zettel und Stift bereit? Neben Dave Grohl, der gleich auf elf der 20 Songs den Bass schwingt, widmeten sich folgende wütende Herren an Mikrofon, Gitarre und Schlagzeug den meist von Mullin und Dean geschrieben Songs: Corey Taylor (Slipknot/Stone Sour), Nick Oliveri (Mondo Generator, Ex-Queens-Of-The-Stone Age/Kyuss), Randy Blythe (Lamb Of God), Jello Biafra (Dead Kennedys), Lee Ving (Fear), Tommy Victor (Prong/Danzig), Aaron Beam (Red Fang), Neil Fallon (Clutch), Pete Stahl (Scream, Goatsnake), Greg Anderson (Sunn O))), Goatsnake), Karl Agell (Ex-Corrosion-Of-Conformity), Tairrie B. Murphy (My Ruin), Mick Murphy (My Ruin), Vic Bondi (Articles Of Faith), Clifford Dinsmore (BL’AST!), Pat Hoed (Brujeria), Tony Foresta (Municipal Waste/Iron Reagan), Phil Rind (Sacred Reich), Doyle Wolfgang von Frankenstein (Misfits), Matt Skiba (Alkaline Trio/Blink 182) und Keith Morris (Black Flag). Puh, das ist ja fast wie im eingangs erwähnten (imaginären) Song: Braucht es nun eigentlich nicht mehr viel Rezension.

Doch keine Sorge, denn vieles, was Teenage Time Killers bei ihrer ersten Zusammenkunft vollbringen, ist durch die unten aufgeführten Referenzen schon recht treffend umrissen: "Greatest hits vol. I" bietet denen, die es brauchen, eine lärmig-spaßige und meistens kurzweilige Hommage an die Zeit des 80s-Hardcorepunks. Meistens, wie in "Time to die" oder "Ode to Hannity", punkig, rotzig und in Hochgeschwindigkeit und häufig, wie bei "Hung out to dry" oder "Say goodnight to the acolyte", mit Metal-Sprenklern versehen. In "Barrio" auch mal ein wenig melodischer, bei "Your empty soul" ein bisschen sludge-getränkt und mit "Devil in the house" auch mal stoner-mäßig angehaucht. Bereits der Albumtitel verrät: Mit allzu ernster Miene mögen Beteiligte und Publikum dieses Projekt nicht sehen. Trotz wütender Agitation und kritischer Texte muss hier vor allem die Lautstärke stimmen, der Spaß im Vordergrund stehen. Und nach 20 knackigen Stücken, die man sich in nur gut 40 Minuten hinter die Lauscher prügelt, bleibt wohl bloß noch eine Frage: Hat Herr Grohls Arzt hier tatsächlich mal nicht die Finger im Spiel? TKKG ermitteln schon.

(Eric Meyer)

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Highlights

  • Hung out to dry
  • Ode to Hannity
  • Barrio
  • Plank walk

Tracklist

  1. Exploder
  2. Crowned by the light of the sun
  3. Hung out to dry
  4. Power outage
  5. Ode to Hannity
  6. Barrio
  7. The dead hand
  8. Egobomb
  9. Plank walk
  10. Time to die
  11. Days of degradation
  12. Clawhoof
  13. Big money
  14. Devil in this house
  15. Say goodnight to the acolyte
  16. Ignorant people
  17. Son of an immigrant
  18. Your empty soul
  19. Bleeding to death
  20. Teenage time killer

Gesamtspielzeit: 41:22 min.

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