Fred Abbott - Serious poke

Fred Abbott- Serious poke

Lojinx / Cargo
VÖ: 14.08.2015

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

O.N.A.N.D.O.N.

Bandgründung, erste Songs, Konzerte, Plattenvertrag, Debütalbum, Fans, Goldstatus, zweites Album, noch mehr Konzerte, drittes Album, Hitsingle, Hype, Platinstatus, Erwartungsdruck, viertes Album, sinkende Verkaufszahlen, interne Streitigkeiten, Bandauflösung. Und wie geht's weiter? Fred Abbott, seines Zeichens 2009 hinzugestoßener Gitarrist der frisch aufgelösten Noah And The Whale, beantwortet diese Frage auf seinem Erstlingswerk als Solokünstler breitbeiniger, als man es ihm nach seinem bisherigen musikalischen Schaffen zugetraut hätte. Und deutlich amerikanischer, denn "Serious poke" ist mehr Rock als Folk, mehr L.A. als London und viel mehr Eagles als The Cars.

Dabei gelingt Abbott fast durchweg das Kunststück, Classic-Rock-Elemente ohne größere Peinlichkeiten in einen sommerlichen Indiesound zu überführen. Der Dreierpack aus "Adrenaline shot", "Funny how good it feels" und "Awake" gibt als klare Marschrichtung West Coast vor und eröffnet das Album mit großer Spielfreude und einer Extraportion Aufbruchstimmung. Besonders auf letztgenanntem Song treibt der Multiinstrumentalist seine neue entdeckte Formel mit Mitsingrefrain und Bläsereinsätzen in höchste Höhen. Auch Songs wie "One hot night" und "Hollywood" machen trotz klischeebehafteten Lyrics Spaß, weil sie nicht mehr sein wollen als der Soundtrack zur nächsten Strandbarfahrt. Auch langsamere Stücke wie "Don't look like him" überzeugen mit einer angenehmen Kombination aus schnörkellosem Songwriting und hoher Eingängigkeit.

Generell wird das Tempo in der zweiten Hälfte ziemlich gedrosselt, und mehr Melancholie tritt durch die allgegenwärtigen Sonnenstrahlen. Das trägt zwar zur Abwechslung bei, wirft aber auch die Frage auf, ob die relativ strikte Trennung von Rockern und Balladen wirklich die Variante ist, die das optimale Hörerlebnis bietet. Doch das ist wohl eher Geschmackssache als ein wirklicher Kritikpunkt. Im ruhigeren Teil sticht besonders das schlurfige "Lucky people" hervor, welches das Album in bester Tom-Waits-Manier über die Zielgrade torkeln lässt. Mit diesem runden Sommeralbum liefert der frischgebackene Frontman jedenfalls den Beweis, dass es auch ein Leben nach dem Hype geben kann. Wie heißt es doch so treffend im wohl bekanntesten Song von Noah And The Whale: L.I.F.E.G.O.E.S.O.N.

(Marco Cianci)

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Highlights

  • Funny how good it feels
  • Awake
  • Lucky people

Tracklist

  1. Adrenaline shot
  2. Funny how good it feels
  3. Awake
  4. Honey
  5. Hollywood
  6. One hot night
  7. Learn about love
  8. Don't look like him
  9. Still told a lie
  10. Lucky people

Gesamtspielzeit: 36:44 min.

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Armin

Postings: 11889

Registriert seit 08.01.2012

2015-08-28 17:44:55 Uhr
Finde ich in dem Fall auch sehr bedauerlich.

Tim.

Postings: 1845

Registriert seit 14.08.2015

2015-08-28 09:34:13 Uhr
niemand mag armins musike

:-(

Armin

Postings: 11889

Registriert seit 08.01.2012

2015-08-04 13:46:17 Uhr
Definitiv. Leichte Kost, aber perfekt für den Sommer. Hatte jetzt in zwei Wochen mehr als 50 Durchläufe laut last.fm-Zählung.

AndreasM

Postings: 372

Registriert seit 15.05.2013

2015-08-04 11:04:40 Uhr
Ich habe ganz verpasst, dass Noah and the Whale sich aufgelöst haben. Schade! Gab es irgendwo mal etwas zu den "internen Streitigkeiten" zu lesen?

Es liest sich auf jeden Fall so, als würde sich das Reinhören lohnen.

Armin

Postings: 11889

Registriert seit 08.01.2012

2015-07-19 23:03:04 Uhr
Gefällt mir immer besser, das Album. Sehr eingängig mit einer Extraportion US-Country-Pop und Classic Rock.
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