Nate Ruess - Grand romantic

Nate Ruess- Grand romantic

Atlantic / Warner
VÖ: 12.06.2015

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Projekte über Projekte

Wer heutzutage noch einen klassischen Job hat, gilt als antiquiert, unhip und gehört ins Raritätenkabinett. Da passt es ausgezeichnet ins Bild, wenn der Mittdreißiger Nate Ruess einmal unter diesem, einmal unter jenem Namen firmiert. Projekte, Projekte, Projekte heißt das. The Format und Fun. sind vorerst abgehakt, jetzt rankt nur noch sein Name an der Tür und auf der CD, falls sich in seinem Kontext überhaupt jemand für klassische Tonträger interessiert. Der größte Hit aus Ruess' Feder war bislang das von Janelle Monae gefeaturete "We are young" auf "Some nights". Es ist mit über vier Millionen digitalen Downloads allein in den USA eine der meist verkauften digitalen Singles ever, ever, ever.

Erfolgreiche Projekte sind meist die, bei denen der Projektleiter selbst wenig unternehmen muss. So kommt es auch, dass auf Ruess Solo-Debüt "Grand romantic" einer der besten Songs nicht allein von ihm in Angriff genommen wird. Kein geringerer als Beck darf auf "What this world is coming to" das riesige weltumarmende Epos abliefern. Der Hang zur großen Melodie wurde beiden in die Wiege gelegt. Hier nutzen die beiden ihr Potenzial kongenial. Der Bombast darf nicht fehlen, die Eleganz jedoch auch nicht. Das fällt eklatant auf, wenn das anschließende "Great big storm" ziellos in den Himmel empor schießt. Die Amerikaner sollten sich davor hüten, den großen Sturm als Nachfolger der Sonde "Messenger" auf den Merkur zu befördern. Der könnte zerschellen.

Die eigenen Ohren stehen das ein oder andere Mal auch davor zu zerbersten. Im vollkommen durchgeknatterten "Ahha" mit eingestreuten Zitaten von E. E. Cummings ist im Grunde nur Gewummer und Geklöppel zu vernehmen. Darüber versucht sich Ruess daran, eine Melodie aufzubauen, und scheitert. Ruess beweist zwar auf "Grand romantic", dass er generell einen Sinn für die überwältigende Geste hat; auf Albumlänge seine Songs ordentlich zu arrangieren, gehört aber nicht zu seinen Stärken. So bekommt die versprochene große Romantik immer wieder Risse und geht kaputt. Immerhin weiß Jeff Tweedy im halligen, an Band Of Horses erinnernden "Take it back", wie eine Gitarre zu schwingen ist. In sein Solo hat er sich wohl nicht hineinreden lassen. Ruess' elegische Ballade mit Lykke Li und Josh Klinghoffer "Nothing without love" geht ebenfalls als gelungen durch.

Am Ende misslingt es Ruess jedoch, ein modernes Album des Classic Rock in das Jahr 2015 zu transformieren, was angesichts der Tatsache, dass sich der Hörer schon bei früheren Werken aus seiner Feder nur an einzelne Versatzstücke erinnern mag und kann, nicht weiter verwunderlich ist. Wenigstens darf "Grand romantic" mit einem gelungenen Finale aufwarten. Mit einem schmucken Streicher-Arrangement in "Brightside" verlässt uns der Pomp: "While you're holding me tight under the moonlight / Just you and me, babe, we'll spend our whole lives singing / La la la, la la la". Aus einem gelungenen Teilprojekt wird noch kein großartiges Gesamtwerk. Macht ja nichts. Auf Spotify kann man sich die gesammelten Werke von Nate Ruess beliebig zusammenbasteln. Die nächsten Projekte kommen bestimmt.

(Carsten Rehbein)

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Highlights

  • Take it back
  • What this world is coming to (feat. Beck)

Tracklist

  1. Grand romantic (Intro)
  2. Ahha
  3. Nothing without love
  4. Take it back
  5. You light my fire
  6. What this world is coming to (feat. Beck)
  7. Great big storm
  8. Moment
  9. It only gets much worse
  10. Grand romantic
  11. Harsh light
  12. Brightside

Gesamtspielzeit: 46:08 min.

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User Beitrag

Armin

Postings: 16171

Registriert seit 08.01.2012

2015-04-24 22:08:32 Uhr
VÖ 12.06.

Armin

Postings: 16171

Registriert seit 08.01.2012

2015-02-26 01:46:34 Uhr
NATE RUESS



Frontmann und Songwriter des New Yorker Trios Fun. kündigt Solo-Album an!



Erste Single „Nothing Without Love“

VÖ: 29.5.2015



Neues Video gibt es hier:

http://www.muzu.tv/nate-ruess/nothing-without-love-music-video/2365421/


Als Frontmann und Songwriter der amerikanischen Indie-Pop-Exzentriker FUN. zählt er seit dem Release des Multiplatin überschütteten 2012er Durchbruchs-Album „Some Nights“ sowohl zu den erfolgreichsten, als auch zu den außergewöhnlichsten und definitiv eigenwilligsten Künstlern dieser Tage – nun lässt Nate Ruess die Bombe platzen: Mit „Nothing Without Love“ präsentiert der Sänger und Songwriter nun die erste Single aus seinem später im Jahr zu erwartendem Soloalbum!



Mit der Top 1-Single „We Are Young (feat. Janelle Monae)“ haben die New Yorker Indie-Pop-Shootingstars vor knapp vier Jahren die Musikwelt so richtig durcheinander gewirbelt und für eine wahre FUN.-Mania gesorgt: Mehr als 11 Millionen Mal ging der subtile Teenage Superhit über globale Ladentische und wurde in 17 Ländern mit Platin ausgezeichnet (in Deutschland erreichte der Megahit Platinstatus). Ein Megaerfolg, den das US-Trio nahtlos mit den Singles „Carry On“ (mehr als 3 Mio. verkaufte Einheiten, Platin in 3 Ländern) sowie „Some Nights“ (über 8 Mio. weltweit, Platin in 10 Ländern) aus dem gleichnamigen Album (mehr als 2,5 Mio. Exemplare, Platin in US, UK, Neuseeland, Kanada & Irland, Gold in Frankreich, Japan & Australien) fortsetzte und im Anschluss gleich zwei begehrte Grammys in den Kategorien „Best New Artist“ sowie „Song Of The Year“ für „We Are Young“ mit nach Hause nehmen konnte. Hoch gelobt von sämtlichen renommierten Medien und Tastemakern gelang es FUN., mit ihrem hintergründigen Powerpop unter Ruess` kreativer Ägide perfekt den Zeitgeist der beginnenden 10er Jahre einzufangen.



Und auch als gefragter Co-Autor und Duettpartner hat sich Nate Ruess einen hervorragenden Namen gemacht: So gehen zahlreiche Superhits auf das Credit-Konto des notorischen Stadtneurotikers: Für den Producer Zedd, P!nk, Ke$ha, Eminem, Ellie Goulding, Maroon5 und viele andere mehr – mit „Nothing Without Love“ präsentiert sich Nate Ruess 2015 auch als arrivierter Solokünstler:



Was im Frühjahr 2014 mit ersten Ideen zum ursprünglich geplanten FUN.-Nachfolge-Album anfing, das entwickelte sich schon bald zu einem sehr persönlichen Soloprojekt – seinem bisher mit Abstand wohl persönlichsten, wie Ruess kürzlich dem US-Rolling Stone Magazin verriet. Während er mit sich selbst um neue Texte rang, begannen sich die jüngsten Veränderungen in seinem Leben langsam thematisch herauszukristallisieren: Seine neue Beziehung zu Fashion-Designerin Charlotte Ronson, seine Arbeit als Songwriter für andere Künstler und nicht zuletzt der Umstand, wie pudelwohl er sich ohne den Druck fühlte, Frontmann einer Multiplatin-Popband zu sein. „Es hat sich alles so echt angefühlt“, so Nate Ruess spürbar euphorisch. „Ich fühle mich zum ersten Mal wirklich wohl in meiner Haut. Und das noch mit jemandem gemeinsam, dem es genauso geht. Diese Situation ist der Hauptgrund für das Soloalbum.“ Wobei die Band FUN. gesteigerten Wert darauf legt, dass Nate Ruess` Soloausflug keinesfalls das Ende von FUN. bedeutet, sondern dass die Nebenprojekte der einzelnen Members einen wichtigen Beitrag zum weiteren Fortbestehen der Formation leisten.



Auf Facebook enthüllte Nate Ruess nun das bombastische Video zu seiner ersten Single „Nothing Without Love“ aus dem noch unbetiteltem Solodebüt, an dem der New Yorker momentan mit dem bewährten Team Jeff Bhasker/ Emile Haynie (Lana Del Rey, Bruno Mars, Eminem) arbeitet. Die Idee zum Song kam ihm diesmal unter der Dusche. Für das effektgeladene Video (Video-Regisseur Anthony Mandler) zu „Nothing Without Love“ legte sich der Sänger vier Stunden lang in denselben eiskalten Wassertank, in dem auch die Untergangsszenen zum Film „Titanic“gedreht wurden, bis die Bilder endlich im Kasten waren. „Von allen Songs, die ich bislang geschrieben habe, ist dieser wohl mein Favorit“ , beschreibt Ruess.

Ein grandioser, bombastischer Pophit, der Ruess` unverkennbare Handschrift trägt: Leidenschaftlich, eingängig, ein wenig melancholisch und versehen mit einem klitzekleinen Quäntchen Exzentrik. Die Backing Vocals wurden übrigens von Lykke Li eingesungen und die herausragenden Gitarren-Riffs stammen vom legendären Red Hot Chili Peppers Gitarristen Josh Klinghoffer.



Das bisher noch unbetitelte Soloalbum von Nate Ruess erscheint später in diesem Jahr.




www.nateruess.com



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