Colour Haze - To the highest gods we know

Colour Haze- To the highest gods we know

Elektrohasch / Fenn
VÖ: 13.02.2015

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

In Rauch aufgefahren

Wenn es in Schwaden aus den Boxen gekrochen kommt, ist es wahrscheinlich Stoner Rock. Colour Haze haben aus ihren Wurzeln und Neigungen noch nie einen Hehl gemacht. Die höchsten ihrer Götter heißen, den einleitenden Minuten von "Circles" nach zu urteilen, immer noch John Garcia und Josh Homme. Als Kyuss-Kopie sollte man die Band aus München trotzdem nicht so schnell abstempeln. Nicht erst nach über 20 Jahren Bandgeschichte versteckt sich hinter den knarzenden Wabergitarren mehr als nur eine lauwarme Hommage.

Das ewige Problem von Colour Haze bleibt auch auf "The highest gods we know" die Oberflächlichkeit. Denn wer nur oberflächlich hinhört, bekommt genau, was er erwartet: eine weitere Platte aus einem Genre, das sich nie so richtig aus den 90ern befreien konnte. Bass und Schlagzeug wummern als Fundament, darüber brutzelt, fuzzt und heult die Gitarre, mal abwartend und mal entfesselt. Das könnte schnell langweilig werden, wenn Colour Haze nicht mittlerweile zu einer Einheit verschmolzen wären, in der die Instrumente zeitweise ihr Eigenleben zu verlieren scheinen. In den besten Momenten vereint sich das musikalische Miteinander von Schlagzeug, Bass und Gitarre zu einem kollektiven Ineinander, aus dem es kein Entrinnen gibt.

Natürlich geht so etwas nicht bei Minute eins los. Die Band spielt sich auf den schönsten Stücken von "To the highest gods we know" immer erst einmal warm, setzt ein paar Akzente hier und zieht ein paar Melodiebögen dort. Dann geht sie einen Schritt zurück, holt Luft, schließt die Augen und legt los. Kein Grund zur Eile. Dass wir mittlerweile bei Minute vier von "Call" angekommen sind und immer noch kein Schlagzeug zu hören ist? Kein Problem, ist ja noch Zeit. Als einziger Gegenentwurf zum geduldigen Bergsteigen dieser Platte steht "Paradise" mit seinen dreieinhalb Minuten ein bisschen verloren an zweiter Stelle. Die Klasse der anderen Songs erkennt man auch daran, dass man sich fragt, wo denn hier die zweite Hälfte geblieben ist.

Als Hörer gefordert und für die mitgebrachte Geduld belohnt wird man dann beim Titelstück, wenn sich die folkige Grundstimmung nach etwas mehr als fünf Minuten in einem dissonanten Rhythmus auflöst, der zunächst ganz weit weg vom Kern der Band zu sein scheint und dann langsam in Richtung des Kyuss-Monolithen "Demon cleaner" umschlägt, ohne mit dem Zaunpfahl zu winken. Die Götter wären begeistert von "The highest gods we know".

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Call
  • To the highest gods we know

Tracklist

  1. Circles
  2. Paradise
  3. Ueberall
  4. Call
  5. To the highest gods we know
  6. Last call

Gesamtspielzeit: 41:57 min.

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User Beitrag

MasterOfDisaster69

Postings: 413

Registriert seit 19.05.2014

2018-05-21 14:02:59 Uhr
Ich habe sie am Samstag zum erstem mal live gesehen und war wirklich super. 2 Stunden feinster Stoner Rock, ein einziger Trip. Sehr nett die Band, haben sich tausendmal bedankt ob der Begeisterung des Publikums. Solche Konzerte sind es einfach wirklich wert, Band und Publikum hatten einen schönen Abend…

Die Tour jetzt im Mai geht bald zu ende, wohl am 26.05. in Wiesbaden.

boneless

Postings: 2106

Registriert seit 13.05.2014

2018-05-20 00:49:51 Uhr
Jop, zwei Mal. Einmal super, einmal ok. Lag bei Letzterem aber am nicht unbedingt optimalen Sound und einem sehr arroganten Publikum. Colour Haze waren dann ab der Mitte des Sets sichtlich verstimmt, da wurde der Rest dann ohne Leidenschaft runtergespielt.
Master
2018-05-19 19:45:38 Uhr
Letzte Platte In HerGarden gefällt auch, leider hier nicht besprochen. Hat die schon jemand live gesehen?
janjan
2016-03-29 00:36:37 Uhr
7/10
bester track: überall

MasterOfDisaster69

Postings: 413

Registriert seit 19.05.2014

2015-12-07 15:00:59 Uhr
Das ist gut, ohne Zweifel.
Kyuss wird halt gerne genannt, um die Schublade zu öffnen.

An Kyuss kommt keine Band auch nur annähernd heran, uU vielleicht noch die erste Platte von den Queens, da war noch viel Kyuss drin...
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