Paula - Warum Berlin

Paula- Warum Berlin

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VÖ: 30.09.2002

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Weil ich ein Mädchen bin

Irgendwann kommt alles wieder. Der Popzyklus erfordert ständige Wiederholung, wirklich Neues ist nicht mehr erfindbar. Die neue "Neue Deutsche Welle" kommt mit einem einfachen, aber bewährten Strickmuster daher: Mädchen und Jungchen machen zusammen naive Liedchen mit simplen Textchen. Das kennt man schon von Formationen wie 2raumwohnung, Ming, den Quarks oder Stereo Total. Und dann gibt es eben noch Paula, die mit "Warum Berlin" schon den dritten Schwung häufig belangloser Popversuche aus dem Ärmel schütteln.

Liebe ist nur ein Gefühl von vielen, und das kleine singende Mädchen steckt mittendrin statt nur dabei. Singt sich träumend durch die Straßen der Hauptstadt und weiß, daß mit hübschem Gesicht und Sorglosigkeit in Sachen Leben sowieso alles gelingen mag. "Ich denke nicht oft an dich / Aber immer noch mehr als es nötig wär", wird gesäuselt. Frauenpower in H&M-Klamotten, "Girls just wanna have fun". Aber nur, wenn auch Jungs dabei sind.

So entpuppt sich "Warum Berlin" als eine verträumte Abrechnung mit alter Liebe. "Wir waren ein tadelloses Paar." Solche Retrospektiven ohne Vergessensschmerz zeichnen Paula aus. Auch "Es wird weitergehen" posaunt ins gleiche Horn: "Eines Morgens erwachte ich und wußte, ich war frei / Der Traum war nun vorbei". Und dennoch scheint Elke in jedem Moment lucilectricmäßig zu schreien: "Ich bin so froh, daß ich ein Mädchen bin".

Bei derlei Unbekümmertheit scheint Innovation nicht immer von Nöten zu sein. Omas Kartoffelklöße schmecken ja auch deshalb so gut, weil sie seit nunmehr fünfzig Jahren so gleich schmecken. Der Kloß aber, der bei Paulas drittem Gang im Magen steckt, verwundert zunächst, verändern die beiden Berliner doch nicht das erfolgreiche Rezept der ersten beiden Alben. Doch bei derlei oberflächlich fröhlichen Tönen setzt der Abnutzungseffekt anscheinend etwas schneller ein. Sowieso schon spärlich instrumentiert, geriet gerade die Minimalisierung auf Keyboard, einfallslose Computer-Rhythmen und Elkes sorgenfaltenfreie Stimmchen variantenlos. Da ist es nicht weit bis zur Diagnose: "Die Lieder hören sich alle gleich an", heißt es dann schnell. Kompliment oder Kritik? Leider letzteres.

(Sebastian Peters)

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Highlights

  • Die Stadt

Tracklist

  1. Ich weiß zuviel
  2. Die Stadt
  3. Ich denke nicht oft an dich
  4. Wie es war
  5. Tadelloses Paar
  6. Wenn ich mich erinnerte
  7. Je te vois bien
  8. Es wird weitergehen
  9. Warten auf die guten Tage
  10. Der erste Versuch

Gesamtspielzeit: 42:06 min.

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