Jeff Rosenstock - We cool?

Jeff Rosenstock- We cool?

Side One Dummy / Cargo
VÖ: 06.03.2015

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Bruder im Geiste

Jeff Rosenstock ist kein Typ für Sentimentalitäten. Der New Yorker krempelt die Hemdärmel hoch, spuckt aus und setzt zu einem dreiminütigen Punkrocksong an, der die Welt aus den Angeln heben kann. Das dritte Album von Rosenstock ist keine 60 Sekunden alt, da träumt man von spektakulären Gitarren-Raufereien, Bierorgien am Bühnenrand und Skateboard fahrenden Slackern. Jeff Rosenstock feiert mit seiner Platte "We cool?" den Indie-Rock, den Pavement einst erfunden und Weezer quietschbunt gemacht haben.

"We cool?" hört sich wie eine Sprudelflasche an, die man ordentlich durchgeschüttelt und viel zu früh geöffnet hat. Alles ist hier am Anschlag, ganz besonders die Reibeisenstimme von Rosenstock, der zu kratzigen Schubidu-Chören und zackigen Dinosaur-Jr.-Licks über einen verschlissenen Pullover singt. Die Thematik hat sich der Randalierer von Weezer geklaut, genauso wie die süßlichen Gitarrenfiguren, die übersteuern und fiepen, als wäre das Blaue Album der Ur-Indie-Nerds längst vergessen.

Trotz der offensichtlichen Heldenverbeugung klingt dieses kleine Kraftpaket von Album frisch und frei, was hauptsächlich an der Informiertheit des ehemaligen Ska-Musikers liegt. Denn der verheiratet hier kurzerhand Akustikballaden mit Punkrock-Hymnen, Dylan-Mundharmonika mit Pub-Romantik. Grandios gelingt ihm das schon gleich in der Eröffnung "Get old forever", in der er nach entspannten 60 Sekunden die Trompete zum Salto-Schlagzeug auspackt und dem Bruce-Springsteen-Evergreen "Born to run" eins mit der Punkrock-Keule überzieht.

Doch ist man damit noch längst nicht am Ende der Referenz-Fahnenstange angekommen. Wie einst die Kollegen von Fake Problems schreddert sich Rosenstock durch die komplette amerikanische Rockgeschichte, bedient sich bei all den großen Helden und kocht dennoch sein eigenes ziemlich scharfes Süppchen. "We cool?" macht riesigen Spaß, nicht nur jenen, für die Johnny Cash und Rivers Cuomo sowieso schon immer Brüder im Geiste waren. Sondern hauptsächlich jenen, denen der Indie-Rock der letzten fünf Jahren viel zu steril war.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Get old forever
  • Novelty sweater
  • Hall of fame

Tracklist

  1. Get old forever
  2. You in weird citys
  3. Novelty sweater
  4. Nausea
  5. Beers again alone
  6. I'm serious, I'm sorry
  7. Hey Allison!
  8. Polar bear or Africa
  9. Hall of fame
  10. All blissed out
  11. The lows
  12. Darkness records

Gesamtspielzeit: 36:47 min.

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Postings: 47

Registriert seit 06.10.2016

2016-10-18 11:22:41 Uhr
Lol, ich las zuerst Jennifer Rostock und wunderte mich etwas...
nilo
2016-10-18 11:07:13 Uhr
und schwupps, hat er mit "worry!" schon nen nachfolger rausgebracht :)

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Postings: 1864

Registriert seit 26.07.2013

2015-04-27 14:26:43 Uhr
Okay, das Album ist nicht umsonst eines der besten bei Rate Your Music dieses Jahr!
Marcel
2015-04-26 22:13:21 Uhr
Wieso wird eig nicht Rosenstocks frühere großartige Band "Bomb The Music Industry!" hier erwähnt? Und weil bei "Bomb The Music Industry!" auch "Bomb The Music Industry!" drin ist, gibts deren Alben, sowie auch das Jeff Rosenstock Album legal und gratis hier: http://www.quoteunquoterecords.com/qur077.htm

Mainstream

Postings: 1864

Registriert seit 26.07.2013

2015-04-26 09:43:52 Uhr
Man merkt ihm seine früheren Bands (Ska) an. Viel Reißbrett, viel rohe Emotion. Mal schauen, wie es altert.
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