Kyle Gass Band - Kyle Gass Band

Kyle Gass Band- Kyle Gass Band

Steamhammer / SPV
VÖ: 17.04.2015

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

The missing Beatle

"Ihr zwei seid wie Lennon und McCartney, nur fetter und schwuler", twitterte @elgrizzolito frei übersetzt. In der Rubrik "Mean Tweets" in der US-Fernsehshow "Jimmy Kimmel Live!" lesen Berühmtheiten vor der Kamera böse Tweets über sich oder wie hier die eigene Band: Tenacious D. Kyle Gass und Jack Black sehen sich im Video an und reagieren kichernd: "Ich dachte, diese Tweets sollten böse sein", meint Gass trocken. Fett und schwul hin oder her, aber der Vergleich geht natürlich runter wie Öl für die beiden Spaßrocker, unabhängig davon, dass sich Dave Grohl wohl im Weiteren einen Ringo-Vergleich gefallen lassen müsste. Nun jedenfalls hat sich das zauberhafteste Pärchen seit Kermit und Piggie getrennt – zumindest für eine Weile, damit sich Gass ein wenig dem Soloding widmen kann.

Mit der Kyle Gass Band veröffentlicht das dickere Mitglied der Festivalkanonen nunmehr sein erstes selbstbetiteltes Album auch in Europa, nachdem es bereits 2013 in den Staaten erschienen war, und widmet sich zusammen mit Leadsänger Mike Bray und drei weiteren Mitstreitern wieder voll und ganz dem Rock. "It's our job to rock", verkündete die Truppe unlängst mit ihrer ersten Single. "Working for a livin' ain't so easy as you know / We are making all our money with the dirty rock and roll", erklärt die Band und feiert den eigenen Lifestyle, um am Ende eines dieser infernalen Gitarrensoli zu zünden, wie sie auf dem Debüt so häufig wüten.

Fun Rock ist das, lautes Hard-Rock-Gebretter mit klaren Taktstrukturen auf den Spuren von Thin Lizzy und Led Zeppelin, jedoch einzig mit dem Anspruch, mit dem nächsten brandenden Riff die Mädels (und Jungs) zum Kreischen zu bringen. Das eröffnendende "Manchild" schlägt dabei in die gleiche Kerbe, wie auch "Ram damn bunctious". Ruhiger werden die Amerikaner aber auch das ein oder andere Mal: "Tremendous" beispielsweise ist wohl das düsterste, komplexeste Stück der Platte, welches in Chorusnähe dann allerdings doch immer die Fassung hinsichtlich der Lautstärke verliert. "Gettin' the band back together" hingegen bleibt durchweg gezähmt, hält aber dennoch den fixen Blues-Rhythmus über seine Spieldauer.

Ist Kyle Gass denn jetzt der Lennon oder der McCartney der rockenden Doppelpresswurst Tenacious D? Nun, in der fingerschnippenden Ballade "Bro ho" erklären Gass und Co. einer nicht weiter benannten Dame ihre große Liebe – und nennen neben den körperlichen Freuden auch den gemeinsamen Reifenwechsel und ihr Han-Salo-Tattoo als Pluspunkt. Schließlich heißt es: "She's involved but she's no Yoko." An diesem Punkt sollte man wohl besser aufhören, die Verschwörungstheorien zu spinnen. Fakt ist: Kyle McCartney Gass macht auch ohne Jack Black großen Spaß, wenn dieser freilich auch musikalisch recht kurzlebig ist.

(Pascal Bremmer)

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Highlights

  • Bro ho
  • Our job to rock

Tracklist

  1. Manchild
  2. Dying day
  3. Bro ho
  4. Our job to rock
  5. Tremendous
  6. Ram damn bunctious
  7. Questionable
  8. Getting the band back together
  9. Road chops
  10. Gypsy scroll

Gesamtspielzeit: 39:45 min.

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